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Ich stieß einen Seufzer aus, nachdem ich aus dem Bus stieg. Es war inzwischen so kühl, dass mein Atem kondensierte. Der Bus schloss die Türen und fuhr los. Ich schaute ihm noch kurz hinterher, bevor ich mein Handy aus meiner Hosentasche holte. Ich schaute auf den Display um die Uhrzeit zu lesen. “2:38 Uhr”, murmelte ich. Ich hätte schon vor drei Stunden zuhause sein müssen. Meine Eltern werden mich umbringen.

Unser Haus ist zehn Minuten von der Busstation entfernt. Meine Eltern wollten lieber in der Nähe des Waldes wohnen, anstatt in der Stadt. Ich hasse das. Jeden Tag zehn Minuten hin und wieder zurück. Eine schwach beleuchtete Straße mit mehreren Häusern. Bei Nacht ist sie schon gruselig, vor allem wegen der schlechten Beleuchtung. Alle 25 Meter ist eine Laterne, welche nicht mal stark strahlen. Während ich marschierte, starrte ich nur blöd nach vorne und überlegte mir, was ich meinen Eltern erzählen werde. Ich kam letztendlich zum Schluss, dass ich kurz nachdem sie schlafen gegangen sind, angekommen bin. Das funktionierte jedoch nur, wenn sie früh schlafen gingen. “Das wird schon funktionieren”, dachte ich mir sehr überzeugend.

Ich spielte mit meinem kondensierenden Atem, bis ich aufgrund eines merkwürdigen Geräusches stehen blieb. Ich drehte mich sofort um. Meine Augen schwankten schnell hin und her; ich scannte die ganze Gegend. Es klang so, als ob jemand direkt an meinem Ohr einen Ast zerbrechen würde. Doch dachte ich mir nur, dass es eine Einbildung meiner Fantasie war. Und so ging ich weiter. Wie aus Reflex drehte ich mich alle zehn Schritte einmal um. Doch irgendwann wurde ich durch die schicken Autos abgelenkt, welche die reichen Scheiche besitzen. Von Mercedes bis Porsche. Meine Eltern fahren nur einen BMW der neusten Generation, womit ich auch zufrieden bin. Neben den Autos musste ich auch immer wieder die Häuser bestaunen. Total abgelenkt, verlor ich meine Umwelt aus den Augen.

Mein Blut in den Adern gefror, als ich ein Flüstern in meinem Ohr vernahm. Es klang so, als ob jemand “Zu spät” zu mir flüstern würde. Sofort drehte ich mich wieder um, diesmal mit einem komplett verstörtem Gesicht. Ungefähr zehn Meter hinter mir stand jemand da. Groß, komplett schwarz, Mantel und Hut. Man erkannte ein Lächeln in seinem Gesicht. Als hätte er sich von meiner Angst ergötzt. Ich fing an zu schwitzen; meine Beine und Hände zitterten. Ich drehte mich sofort um und fing an zu rennen. Immer wieder nach hinten blickend. Er stand immer noch stumm da, mit seinem grausamen Lächeln. Zirka Hundert Meter weiter blieb ich unter einer Laterne stehen, um mich auszuruhen. Ich atmete heftig ein und aus. Komplett außer Atem schaute ich nochmal zurück. Keine Spur von ihm. Schnell entschied ich mich dazu den Rest des Weges zu rennen.

Ich kam an meinem Haus an und drosselte meine Geschwindigkeit wieder. Ich stützte mich an meinen Oberschenkeln ab, um mich wieder auszuruhen. Daraufhin griff ich in meine Hosentasche und holte die Hausschlüssel raus. Ich schaute an die Fenster, um jegliches Licht ausfindig zu machen. Doch waren alle Lichter aus. Ich ging zur Tür und schloss sie auf. Langsam öffnete ich sie und schlich ins Haus. Nachdem ich die Tür geschlossen habe, vernahm ich den Geruch der Verwesung. Bei diesem Gestank musste ich mich fast übergeben. Ich versuchte erstmal den Geruch ausfindig zu machen, bevor ich ins Bett gehe. Mein erster Verdacht war, dass irgendwas im Kühlschrank langsam verrottet. Doch so war es nicht. Der Gestank kam aus dem oberen Stockwerk. Ich schlich mich langsam hoch.

Der Geruch wurde immer schlimmer. Ich näherte mich dem Zimmer meiner Eltern, wo der Geruch am schlimmsten war. Langsam öffnete ich die Tür. Eine Geruchwelle kam mir entgegen. Da lagen sie. Die Leichen meiner Eltern. Es stank höllisch. Ihre Augenhöhlen waren leer, ihre Körper komplett verstümmelt. Ich musste mich sofort übergeben. Als ich mich wieder aufrichtete sah ich eine Nachricht an dem Fenster. “Zu spät”. Ich ging zum Fenster um die Nachricht näher zu betrachten, nebenbei rief ich die Polizei an. Ich erstarrte. Da stand er wieder in unserem Vorgarten, mit seinem widerlichen Grinsen. Ich ließ mein Handy fallen und rannte in mein Zimmer. Ich hab mich sofort verbarrikadiert, bis ich realisierte, dass ich mein Handy fallen gelassen habe. Sofort habe ich angefangen wieder alles wegzuräumen, als ich Schritte auf unserer Treppe vernahm.

Und jetzt sitze ich hier. Ich hab nicht mehr lange Zeit… Ich höre, wie er an der Tür kratzt...

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