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Wütend setzte er sich an den kleinen Tisch in der Küche. Das war doch jetzt wohl ein Scherz. Wenn nicht, war der Tag stimmungsmäßig für ihn gelaufen. Gerade eben hatte sein Chef ihm eröffnet, dass heute Abend eine große Gesellschaft erwartet wurde, die sich ein ganz besonderes Menü gewünscht hatte. Er wusste nicht, was bei diesen Leuten falsch war, aber anscheinend hatten sie sich einen Abend mit ganz vielen Äpfeln gewünscht. Und wer durfte diese schälen und kleinschneiden? Genau, er. Was für eine Ehre. Er hatte sich ja drücken wollen, aber sein Chef behielt ihn genau im Blick, und alle seine Kollegen waren auch nicht da. So ein Mist. Schnell griff er sich ein altes Holzbrett und ein Schälmesser. Je zügiger er arbeitete, desto früher würde er mit dieser dämlichen Aufgabe auch fertig sein. Er schnappte sich den ersten Apfel und begann zu schälen. Immerhin musste er sie nicht auch noch waschen. Er setzte zum ersten Schnitt an und begann zu schälen. Dieses Exemplar war besonders saftig und so spritzte die klebrige Flüssigkeit in alle Richtungen. Schon bald war er von oben bis unten damit besudelt. Das Messer glitt durch die zarte Frucht, als wäre es Butter. Langsam, aber sicher gewöhnte er sich an den Rhythmus der Bewegungen und die gleichbleibende Folge der Geräusche. Schälen. Schneiden. Weglegen. Schälen. Schneiden. Weglegen. Immer und immer wieder wiederholte er dieses einfache Muster. Mittlerweile hatte sich auch der Blick seines Chefs von ihm abgewendet. Zu seiner Freude kam er auch erstaunlich gut voran. Diese Exemplare waren zum Glück nicht allzu groß.

Nach weniger als einer Stunde war er fertig. Sichtlich zufrieden schob er die letzte Portion kleingehackter Äpfel in die große, zum Überlaufen gefüllte Schale, stand auf und begab sich zur Weiterverarbeitung. Er musste durch die gesamte, großzügig gehaltene Restaurantküche, vorbei an dem Sack voller sonnengereifter Äpfel, der noch unangetastet auf dem Tisch lag. Vorbei an seinen toten Kollegen und seinem ausgeweideten Chef, dem der schockierte Blick noch ins Gesicht geschrieben war. Nun ja, nicht ganz. Aber wie sollte man auch ohne Augen gucken? Vermutlich gar nicht. Ein hämisches Grinsen stahl sich über sein Gesicht. Wenn diese Leute schon Äpfel haben wollten, dann wollte er ihnen daraus auch ein einmaliges Abendmahl bereiten. Das würde er auch gut schaffen, da war er sich sicher. Diese Variante des Apfels hatten sie mit Sicherheit noch nicht probiert. Wie denn auch? Schließlich bietet das ja kein Händler heute mehr an. Doch dafür war er ja da. Und er hatte es ihnen besorgt: eine großzügige Portion feinster Augäpfel.

von Duschvorhang

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