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Inspiriert vom Lied 'Mutter' von Rammstein.

MutterBearbeiten

C1248

Mir war kalt.. so kalt. Ich sah mich ängstlich um, doch konnte nichts erkennen. Alles schwarz.

Und ich wünschte mir, ich wüsste, wie diese Sonne aussah, von der sie mir erzählt hatten.

Sie sagten, sie sei warm und hell. Wunderschön, sagten sie. Wussten sie doch nicht, welche Sehnsüchte sie damit wecken würden.

Ich schloss meine Augen und fröstelte. Mein Bauch fühlte sich leer an und es war, als verlangte er nach etwas, das ich ihm nicht geben konnte.

Ich konnte mich kaum bewegen und wusste auch nicht, ob ich es wollte. Wenn es dunkel war im meinem Zimmer, war alles Furcht einflößend.

Der Schlauch in meinem Hals schmerzte immer, wenn ich Angst hatte.

 

Ich wünschte mir, ich wäre wie andere Kinder.

Die Frau, die sie Mutter nannten, hatte immer gesagt, ich sei etwas Besonderes. Sie sagte mir, ich wäre die Saat ihres Körpers und doch war ich so anders.

Sie sagte, dass ich die Welt verändern würde, dass ich sie stolz machen würde. Aber alles, was ich wollte war, zu sein wie die anderen Kinder.

Die anderen sagten, dass normale Kinder neun Monate in dem Körper ihrer Mutter lebten. In ihrem Bauch.

Doch ich war aus Zellen gemacht.

Die anderen reagierten auf Worte wie „Davis“, „Shawn“ und „Pamela“, wenn man sie rief.

Diese Worte nannten sie Namen.

Mich nannten sie 6-6-6. Ich wusste, dass das kein normaler Name war.

 

Warum musste ich anders sein?

Warum durfte ich nicht das Licht der Sonne sehen?

Warum war mein Zimmer voller Zeug, mit dem ich nicht spielen durfte; nicht spielen konnte?

Normale Kinder spielten, draußen im Sonnenschein. Mit anderen Kindern.

 

Ich sehnte mich danach, Mutter zu berühren, nur einmal ihre weiche Haut an meiner zu spüren.

Mutter hatte oft gesagt, dass sie mich liebte. Dass ich perfekt war, obwohl ich in Hast erschaffen worden war.

Ich war ihr Meisterwerk; Ihr einziges Kind.

Und doch durfte ich nichts, was normale Kinder durften.

Nicht mal sprechen konnte ich.

Sie dachten, ich wäre noch nicht dazu in der Lage, sie zu verstehen und doch redeten sie alle so viel mit mir.

Setzten mir Wünsche und Träume in den Kopf, die ich von meinem Zimmer aus nie erreichen würde.

Ich wollte doch so gerne mit den anderen Kindern spielen.

Mit ihnen reden und das tun, was sie „Lachen“ nannten.

 

Doch das werde ich nie tun können.

Außer ich würde mich von Mutter lösen und mein Zimmer für immer verlassen.

Ich werde mich befreien. Von den Schläuchen und der Dunkelheit.

 

Und als das Licht anging, riss ich mich los. Ließ Mutter verstummen; lief in das Licht.

Und spielte für immer im Sonnenschein.



Miye Hiyuri (Diskussion)

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