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Als uns die Nachricht über den Spanischen Bürgerkrieg erreichte, beschlossen ich, Josef Braun und meine Genossen, dass es an der Zeit war, den bewaffneten Kampf gegen die Faschisten in Spanien aufzunehmen. Wir hofften, dass wir nach einen Sieg in Spanien den Kampf weiter nach Deutschland tragen und das von uns verhasste NS-Regime stürzen könnten. So meldeten wir uns bei der KPdSU und traten bereits wenige Tage später unseren Dienst in einer Kaserne der Roten Armee nahe Leningrad an wo wir auf unseren Dienst in den Internationalen Brigaden vorbereitet wurden.

Wir erreichten Madrid Ende 1936 und erfuhren, dass wir nach Navacerrada marschieren sollten. Dort sollten wir uns der 2 Kompanie des Thälmann-Bataillons anschließen. Anschließend wurde uns befohlen, nach Guadarrama zu marschieren und dort die Stellung gegen die Faschisten zu halten.

Es war früh am Morgen, als wir in einem Wald bei Guadarrama ankamen und den Befehl bekamen uns bis zu einer Eisenbahnbrücke in etwa zwei Kilometern Entfernung durchzukämpfen und diese zu Halten oder notfalls zu sprengen. Ich bekam langsam schwache Beine und hatte ein ungutes Gefühl bei dem Gedanken, gleich aus dem Graben zu springen und gute 500 Meter bis zur Frontlinie der Faschisten zu überwinden, aber es war unsere Pflicht und ich wollte meine Kampfgenossen nicht im stich lassen, also rannte ich mit ihnen gemeinsam los.

Die Kugeln pfiffen uns um die Ohren und Granaten rissen die Erde auf, ich weiß nun, wie sich mein Vater in den Schützengräben des Großen Krieges gefühlt haben muss, als die Kapitalisten und Monarchisten Millionen von uns Proleten in den Tod getrieben haben. Auf einmal schlug eine Granate neben mir ein und es wurde kurz dunkel. Ich hörte nur noch die Schreie meiner sterbenden Genossen und die Rufe, wir sollten weiter nach vorne stürmen. "Steh auf, steh auf, oder wir werden hier von den Faschisten abgeschlachtet!", hörte ich und beschloss wieder aufzustehen und nach vorne zu rennen. Als ich den feindlichen Graben erreichte, waren dort keine Faschisten mehr und hinter mir lagen die Leichen meiner Genossen. Mindestens die Hälfte von uns muss gefallen sein und nachdem sie noch dort lagen, mussten wir verloren haben, wie lang habe ich nur das Bewusstsein verloren? Auf einmal stand neben mir ein junger Mann, der mir zurief: "Genosse, wir sind anscheinend nur noch zu zweit hier, wir müssen die Brücke sprengen." Auf diese Ansprache reagierte ich, indem ich mit dem Genossen losging um die Brücke zu sprengen und den Nachschub der Faschisten zu unterbrechen.

Als ich und der Genosse Kopf die Brücke erreichten, schlichen wir uns an die mittlere Säule der Eisenbahnbrücke, um diese zu sprengen. Plötzlich hörten wir in einen Zug kommen. Auf einmal spürte ich einen stechenden Schmerz in meiner Schulter. Ich drehte mich um und sah Männer in seltsamen Uniformen, die auf mich schossen, doch trotz der schweren Verletzung schaffte ich es noch den Zünder zu aktivieren. Ich spürte nur noch eine Druckwelle und im nächsten Moment wurde es dunkel.

"Wach auf Genosse, du hast es endlich geschafft."

Ich wachte auf und sah den Genossen Kopf vor mir. Wir standen auf einen Friedhof, von dem aus wir auf die Eisenbahnbrücke sehen konnten. Es war kein Militärtransporter der im Tal lag sondern ein Weißer Zug der dort ausgebrannt lag. Um den Zug herum standen dutzende Fahrzeuge und Männer in Uniformen. Langsam wurde mir klar, dass eine lange Zeit vergangen sein musste. Kopf meinte noch zu mir: "Es hat zwar 78 Jahre gedauert, aber wir haben es geschafft."

Ich drehte mich um und der Genosse Kopf war weg, vor mir stand nur ein Grabstein mit der Inschrift:

Gewidmet dem tapferen Mitglied des Thälmann-Bataillons und stolzen Kommunisten

Josef Braun

Geboren: 30. Juli 1918

Gestorben: 12. August 1936

Sein Kampf war ehrenwert jedoch vergebens.