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Ich schlafe. Doch etwas stört mich. In einer der dunklen Ecken meines Bewusstseins regt sich eine düstere Gestalt, die auf mich zukommt und…

Als ich aufwache, spüre ich einen brennenden Schmerz an meiner linken Backe. Reflexartig bewegt sich meine Hand zum Ursprung der Pein und…

Ich zucke zusammen und starre auf meine Finger, an denen Blut klebt. Mein Blut. Seufzend stehe ich auf, gehe ins Bad, um mir die Wunde näher anzuschauen.

Als ich das vertrocknete Blut mit warmem Wasser abwasche, kommt eine klare geometrische Form zum Vorschein. Es sieht aus, wie ein Rechteck, bei dem eine Seite vergessen wurde. Etwa zehn Zentimeter ist die Verletzung groß, sie geht von meinem  Ohrläppchen bis zum Kinn.

Das kommt öfter bei mir vor, dass ich mich versehentlich im Schlaf verletze. Doch bisher war es nie so heftig. Manchmal schürfe ich mir an meinem Nachtisch die Knöchel auf, oder reibe mit dem Fuß an der Wand entlang, aber im Gesicht habe ich mir bisher eigentlich noch nichts zugezogen.

Während dem Schultag bleibt alles normal. Ein paar Leute fragen mich nach meiner Backe, aber sonst ist alles wie immer. Als ich nach Hause komme, liegt nur ein Zettel auf dem Boden. Meine Eltern sind auf Geschäftsreise, daher muss ich für eine Woche alleine auskommen. Zu Essen gibt es Aufgewärmtes von gestern. Abends bleibe ich lang auf, da morgen Samstag ist.

Als ich schließlich zu Bett gehe, rutsche ich auf der Treppe aus und ein stechender Schmerz fährt durch meinen Arm. Als ich mich wieder beruhigt habe, sehe ich, dass die Schürfwunde auf meinem Arm dasselbe Muster bildet, wie die auf meiner Wange. Verblüfft bleibe ich stehen. Dann beschließe ich, dass das alles nur Zufall ist und mache mich fertig für die Nacht. Im Wohnzimmer tönt der Gong der Standuhr. Es ist Mitternacht.

Mitten in der Nacht weckt mich etwas. Ein Geräusch oder eine Bewegung. Ich schalte das Licht mit einer schnellen Handbewegung ein. Doch da ist nichts. Ich schlage die Decke zurück, um auf die Toilette zu gehen, doch da, mitten auf meiner nackten Brust sehe ich dieselbe Form, die ich schon zweimal zuvor gesehen habe. Mit meinem Blut geschrieben, starrt mich da ein Rechteck an, das nur drei Seiten hat.

Ein pochender Schmerz macht sich in meiner Bauchgegend breit und ich renne panisch ins Bad, auf der Suche nach etwas, um den Blutfluss zu stoppen. Ich finde ein altes Unterhemd meines Vaters, reiße es in Streifen und umwickle meinen Oberkörper damit. Als ich meine Wunden im Spiegel betrachte, fällt mir etwas auf. Mit meinem Blut steht in großen roten Lettern an der gegenüberliegenden Wand:

„Ein Adventskalender hat vierundzwanzig Türen...!“

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