FANDOM


Ich öffne meine Augen und starre die kahle Decke an. Ich wische mit meiner Hand noch über mein Gesicht, bevor ich zu meiner Rechten schaue. Rechts von meinem Bett steht mein Nachttisch. Ich reiche meine Hand rüber und drehe meinen digitalen Wecker etwas zu mir, um die Uhrzeit lesen zu können. “3:42 Uhr”, murmele ich vor mich hin. Neben meinem Wecker liegt mein Handy, welches immer wiederholt vibriert. Meine Hand wandert vom Wecker zum Handy. Ich hebe das Handy auf und drehe den Display zu mir. “Wer ruft mich um diese Uhrzeit bitte an?”, frage ich mich, bevor ich den Namen auf dem Display lesen konnte. “Mama.” Natürlich gehe ich sofort ran. “Hallo?...”, frage ich mit einer schläfrigen Stimme. “Ja… Jack, ich bin's Mama!... Du musst schnell hierher kommen! Ich und Tommy haben uns im Bad eingesperrt, jemand ist ins Haus eingebrochen… bitte… beeil dich!” “Ja… okay… bin unterwegs. Aber warum… rufst du nicht die Polizei?...” Aufgelegt. “Gottverdammt…”, fluche ich und fasse mir an die Stirn.

Doch augenblicklich spring ich aus dem Bett und ziehe mir eine Jeans und einen Pullover an. Aus einer Schublade entnehme ich noch eine Taschenlampe und mein Taktikmesser. Bevor ich die Studenten WG verlasse, schleiche ich mich noch in die Küche und stibitze einen Energy Drink, damit ich für die Fahrt wach werde. Noch schnell meine Schlüssel geholt und schon schleiche ich mich aus der Tür.

Ich steige in meinen älteren BMW M3, ein Geschenk meines verstorbenen Vaters, und nehme einen Schluck meines Energys. Eigentlich braucht man von der WG zum Haus meiner Mutter mindestens 20 Minuten bei normalem Verkehr. Doch Dank dem Missachten von ein paar Verkehrsregeln, hab ich es in einer Viertelstunde geschafft. Mehrere Geschwindigkeitsüberschreitungen und drei rote Ampeln.

In der Wohnsiedlung angekommen, hab ich mich dazu entschieden, zwei Häuser davor zu parken, damit mich der Einbrecher nicht sofort sieht. Bei dem Nachbarhaus bin ich über den Zaun geklettert, um in den Garten hinter dem Haus zu gelangen, welcher direkt an den Garten meiner Mutter angrenzt. Auch die Trennwand überwinde ich. In unserem Garten angekommen, verstecke ich mich erstmal hinter einem Beerenstrauch. Von dort aus, hatte ich eine gute Übersicht auf das Haus. Das Licht des Badezimmers im oberen Stockwerk ist aus und die Terrassentür steht offen. So ist der Einbrecher anscheinend rein gekommen. Nach der Musterung schleiche ich durch den Garten, zur Terrassentür. Ich lehne mich an die Wand und wage einen Blick hinein. Keine Anzeichen von Einbrechern. Ich entschließe mich dazu, mit langsamen Schritten das Haus zu betreten. Im Erdgeschoss waren nur die Küche und das Wohnzimmer. Mein ganzer Körper hat gezittert. Mir wäre fast das Messer heruntergefallen, was zu Komplikationen hätte führen können, da der Einbrecher spätestens dann wusste, dass noch jemand anderes hier ist. Ich durchsuchte gerade das Wohnzimmer, als ich ein Geräusch aus dem Obergeschoss vernahm. Es klang so, als ob jemand über irgendwas gestolpert und daraufhin gestürzt wäre. Ich bleibe stehen und lausche weiter. Stille…

Ich bewege mich langsam in Richtung Treppe. Auf dem Weg vibriert mein Handy wieder. Ich hole es aus meiner Hosentasche. “Mama.” Ich geh ran. “ Hallo Mama? Ich komme jetzt hoch, nicht erschrecken”, flüstere ich ihr zu. “ Huh was? Ich und Tommy sind schon draußen. Wir haben uns raus geschlichen und haben uns im Auto verschanzt. Außerdem habe ich jetzt die Polizei angerufen.” Aufgelegt. Das hieße nur eines, da oben ist der Einbrecher. Ich stecke mein Handy weg und bewege mich, mit Messer voraus, weiter in Richtung Treppe. Mich hat die Neugier gepackt. Wenige Schritte später erreiche ich die Treppe. Ich strecke meinen Kopf über das Geländer um ein Blick auf das obere Stockwerk zu gewinnen. Ich erstarre sofort. Da steht er. Komplett schwarz. Man kann nichts erkennen, weder Körperbau noch das Gesicht. Was auffällt ist ein metallisch glänzendes Objekt in seiner rechten Hand. Der Mondschein reflektiert sich im Objekt. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass es eine Klinge ist. Gefühlte Stunden stehe ich stumm da, so auch der Einbrecher.

Erst jetzt realisiere ich, in welcher Lage ich mich befinde. Sofort renne ich zur Haustür und ramme sie auf. Nach meinem Tackle gegen die Tür bin ich unglücklicherweise gestürzt. Auf dem Boden liegend, schaue ich zurück zur Türöffnung. Doch… er verfolgt mich nicht. Ich stehe wieder auf und renne zum Auto meiner Mutter. Ungefähr zehn Minuten später kam dann auch die Polizei. Erstaunlicher Weise haben sie keine weiteren Spuren des Einbrechers gefunden. Lediglich meine Fußabdrücke und die aufgebrochene Tür. So wurden die Ermittlungen aufgrund mangelnder Spuren eingestellt. Meine Mutter ist erstmal mit meinem Bruder vorübergehend in eine kleine Wohnung in der Stadt eingezogen, was ich verstehen kann.

Drei Wochen nach den Ereignissen erhielt ich einen Brief, der mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Der Absender war unbekannt und der Brief enthielt nur einen Satz: “Ich weiß, dass du Angst hattest… Jack”.

Jack wurde drei Tage nach dem Erhalten des Briefes tot in der WG aufgefunden. Die Todeszeit konnte genau auf 3:42 Uhr zurückverfolgt werden. Der Täter wurde nie gefunden...

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki