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3 Stunden. 3 Stunden ist es jetzt her, dass ich keine Schlachtgeräusche mehr höre. Die Sonne brennt unbarmherzig auf die verbrannte Erde. Überall liegen Müll, Waffenteile und halb ausgetrocknete Leichen. 3 Stunden bin ich jetzt schon alleine, liege hier unter Schmerzen, sterbend. Und die Sonne trocknet meine Tränen. 3 Stunden denke ich schon über mein Leben nach.

Es war ein normales Leben, so normal wie nur möglich. Ich bin verheiratet, habe eine Frau und zwei Kinder. Einen Jungen und ein Mädchen. Sie beide sind die schönsten Kinder, die man sich nur vorstellen kann. Und meine Frau. Meine Frau hatte es nie gestört wenn ich später von der Arbeit kam. Sie war immer froh wenn ich endlich zu Hause war. Und ihr Lachen, ihr Lachen ist das schönste Lachen auf der Welt. Auch meine Kinder freuten sich immer, wenn ich nach Hause kam. Hauptsächlich weil sie sich immer freuten, wenn meine Frau glücklich war. Selbst wenn sie nicht wussten, warum.

Ich arbeitete in einem Kohlebergwerk. Eine schwere und sehr gefährliche Arbeit. Aber ich musste meine Familie ernähren und ich würde alles für meine Familie tun. Viele Bergarbeiter sterben in den Minen, durch Einstürze, giftige Gase, Überschwemmungen und was gibt es nicht alles für Gefahren. Aber eine andere Arbeit zu suchen war Zeitverschwendung. Es gibt immer Menschen die schneller sind als du, immer Menschen die verzweifelter sind als du, immer Menschen die alles für eine bessere Arbeit tun würden. Für sie selbst. Für ihre Familien. Man konnte es ihnen einfach nicht verübeln. Meine Frau freute sich immer über meine Rückkehr.

Sie liebt mich und ich liebe sie. Wir sind uns gegenseitig mehr wert, als alles andere. Sogar als unser eigenes Leben. Und unsere Kinder lieben uns auch und wir lieben sie und wir würden alles für sie tun. Selbst wenn ich eine der gefährlichsten Arbeiten machen musste um meine Familie zu ernähren. Jeden Tag ging ich in die Mine und baute Kohle ab. Jeden Tag musste ich von Früh um 6 bis abends um 6 Arbeiten, Steine zerschlagen, Loren schieben und Kohle aufsammeln während ich staubige Luft atmete. Jeden Tag bis auf Sonntag, da hatten wir frei. Aber ich beschwerte mich nie. Ich wurde besser bezahlt als manch anderer. Und ich würde alles für meine Familie tun. Meine Frau kümmerte sich um den Haushalt, passte auf die Kinder auf und kochte das Essen. Sie kochte so gutes Essen und ist eine so gute Mutter. Und ich arbeitete zwölf Stunden am Tag im Bergwerk.

Doch dann kam der Krieg. Irgendein Land hatte unser Land angegriffen. Hier bei den niederen Menschen wusste man nicht mal welches. Wir wussten nur, dass man uns seit neusten sagte, wir sollen für unser Land in den Krieg ziehen. Sie meinten uns würde großer Ruhm und Reichtum erwarten. Sie sagten wir wären nie wieder arm. Viele zogen in den Krieg. Auch viele meiner Freunde. Sie meinten, es könne nicht so schwer sein, eine Waffe zu bedienen und dass sie das Geld bräuchten.

Ich zog nicht in den Krieg. Ich bekam schon genügend Geld und meine Frau hätte es sowieso nicht zugelassen. Sie liebt mich doch so sehr. Ohne mich würde meine Familie nicht überleben können. Wer würde sie ernähren. Meine Frau hat keine Erfahrung mit Arbeit und meine Kinder sind zu jung. Es war gut wie es war. Es ging uns gut.

Doch dann wurde mein Sohn krank. Schwer krank. Und wir konnten uns die Behandlung nicht leisten. Ich arbeitete doch nur im Bergwerk. Wir wussten keinen anderen Ausweg. Und ich würde doch alles für meine Familie tun. Ich zog in den Krieg. Die ersten zwei Angriffe der Feinde konnten wir noch abwehren. Das hier ist der 3.

Ich stand ganz vorne als wir losrannten, um die Feinde abzuwehren. Mein Nebenmann stieg auf eine Tretmine. Und es zerriss ihn. Und es zerriss mein rechtes Bein. Und die Anderen liefen einfach weiter, während ich blutend auf den Boden lag und vor Schmerz bewusstlos wurde. Als ich wieder aufwachte, war das erste was ich sah, dass unsre Leute von den Feinden auf unser Land gejagt wurden. Wir hatten verloren. Der Feind kam in unser Land. Um mich herum rannten die gegnerischen Soldaten über die Grenze. Ein großer Panzer überfuhr mich fast. Nach einer halben Stunde waren schließlich keine der Kampfgeräusche mehr zu hören. Das ist jetzt 3 Stunden her. Seit 3 Stunden liege ich auf dem Schlachtfeld umgeben von Leichenteilen und Schrott. Wahrscheinlich würde niemand nach mir suchen. Ein toter Soldat war besser als ein schwer verwundeter. Einen Toten konnten sie ersetzen, ein schwer Verwundeter hingegen musste von mehreren anderen Soldaten behandelt werden. Außerdem hatten wir verloren. Mein Bein blutete seit zweieinhalb Stunden nicht mehr. Der Staub hatte die Blutbahnen verstopft und hielt das Blut drinnen. Bewegen konnte ich mich trotzdem nicht. Ich hatte es versucht. Nach zwei Stunden hatte ich versucht los zu kriechen. Aber ich musste feststellen, dass mein rechter Arm gebrochen war. Außerdem hatte ich zu viel Blut verloren, um mich so anzustrengen. Ich würde nicht überleben. Ich würde sterben. Niemand würde je wissen, dass ich den Angriff überlebt hatte.

Plötzlich höre ich etwas. Schritte. Schritte ganz in der Nähe. Vielleicht haben wir doch gewonnen, vielleicht kommen sie doch zurück um nach Überlebenden zu suchen. Ich kann nicht rufen, da mein Mund zu ausgetrocknet ist. Ich muss warten ob sie mich entdecken. Ich würde leben. Ich würde meine Familie wiedersehen. Ich sehe 3 Personen ungefähr zehn Meter an mir vorbeilaufen. Sie laufen genau zwischen mir und der untergehenden Sonne. Eine Person bemerkt mich und macht die anderen beiden auf mich aufmerksam. Ich würde gerettet werden. Eine von den 3 kommt auf mich zu und bleibt vor mir stehen. Sie schaut zu mir runter, dann dreht sie sich um und ruft den anderen beiden etwas zu.

In der Sprache des Feindes.

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