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Ich habe ein Handy gefunden, auf dem eine PIN Nummer auf der Rückseite eingeritzt war. Nachdem ich es aufgeladen und entsperrt hatte, war dieser Text zu sehen. Ich habe keine Ahnung, was ich davon halten soll.


Ich schreibe diese Zeilen, weil ich glaube ein rationaler Mensch zu sein und weil ich nicht weiß, wie ich mit dem umgehen soll, was ich hier sehe. Wenn das hier tatsächlich real ist, dann hoffe ich, dass meine Worte jemandem irgendwie helfen können, denn ich weiß inzwischen, was mich erwartet und für mich wird es keine Hilfe mehr geben.

Vor zwei Tagen erlebte ich das erste Mal das, was als Schlafparalyse bezeichnet wird. Im Gegensatz zu den Berichten anderer war meine Erfahrung nicht ohne körperliche Folgen geblieben. Ich "erwachte" in der Nacht, auf dem Rücken liegend mit einem Arm vom Bett gestreckt. Mein Körper reagierte nicht, meine Sinne waren jedoch aktiv. Im Augenwinkel sah ich etwas neben mir stehen, die Umriße waren nicht zu erkennen, aber es war breit und groß genug um bis an die Zimmerdecke zu reichen. Ich fühlte wie es meine Hand hielt und dabei immer wieder meinen Unterarm presste. Ich hörte wie es etwas von sich gab, kann aber nicht sagen, ob es wirklich Worte waren, oder nur zufällige Laute. Als es bemerkte, dass ich es beobachtete, hielt es inne. Es legt etwas auf meinen Kopf und wurde lauter.

Plötzlich konnte ich mich wieder bewegen, war jedoch vollkommen allein. Nachdem ich das Licht einschaltete, sah alles aus wie immer. Für einen Traum erschien mir dieses Erlebnis zu real, aber ich tat es als solchen ab. Als ich in meinen Spiegel sah, bemerkte ich mehrere, rote Punkte auf meiner Stirn. Zuerst hielt ich sie für Pickel, aber sie schienen eher nach innen zu gehen als nach außen. Erschrocken betrachtete ich meine Arme. Ein Arm sah aus wie immer, auf dem anderen befanden sich jedoch ähnliche kleine, rote Vertiefungen. Zu diesem Zeitpunkt hielt ich es für eine Art psychosomatischer Reaktion, quasi ein Albtraum, der meinen Verstand dazu gebracht hat, meinen Körper krank zu machen. Der restliche Tag verlief ohne weitere Komplikationen, auch die roten Punkte verschwanden. Diesen Abend schlief ich vor Angst angezogen und mit eingeschaltetem Licht auf dem Sofa ein.

Ich erwachte mit Schmerzen im Hals. Es war viel heller, als es im Zimmer hätte sein sollte. Ich versuchte aufzustehen, war jedoch nicht mehr in meinem Bett. Ich lag auf etwas, das sich anfühlte wie Kiesboden. Über den Boden kroch ein dicker weißer Dunst. Es hing ein leichter Verwesungsgeruch in der Luft. Um mich herum sah ich viele kleine Strukturen. Sie waren etwa hüfthoch, steinern, etwa so breit, wie ein Mensch und bestanden manchmal aus zwei länglicheren Gebilden, die oben zusammenliefen, oder aus einem einzelnen, etwas dickeren Stein. Einige von ihnen waren mit Stoffetzen behangen. In der Entfernung war alles weiß, als wäre ich von dickem Nebel umgeben, der erst mehrere hundert Meter vor mir begann. Ich konnte nicht sagen, aus welcher Richtung das Licht kam und ich kann es immer noch nicht. Mein Handy zeigte keinen Empfang an und rückblickend wundert es mich, wie ich hoffen konnte, dass sich das noch ändern würde. Ohne genauere Vorstellung davon, wo ich war, suchte ich mein Glück darin, die Umgebung abzusuchen. Da es keinen Unterschied zu machen schien, in welche Richtung ich ging, nahm ich das größte Steingebilde in meiner Nähe als Fixpunkt und marschierte gerade in eine Richtung.

Erstaunt stellte ich fest, dass der Nebel vor mir zu fliehen schien. Jeder Schritt, den ich in seine Richtung tat, gab viel schneller neue Steinfiguren zum Vorschein, als es bei normalem Nebel der Fall gewesen wäre. Ich drehte mich nach meinem Fixpunkt um und sah, dass er schon beinahe von der Nebelwand verschlungen wurde. Beim Weitergehen beobachtete ich über meine Schulter, wie der Nebel ihn in sich begrub. Ich weiß nicht, ob es Neugier oder Angst war, aber ich drehte mich um und ging zurück. Nach einigen Schritten tauchte der hohe Stein wieder auf. Was auch immer der Nebel also war, er blockierte nur meine Sicht und ließ nicht alles um mich herum verschwinden.

Ich ging vermutlich mehrere Stunden, bis meine Beine immer schwerer wurden. Zu der Zeit schob ich das noch auf den weichen Kiesboden, der das Laufen erschwerte. Ich hielt an, um mich kurz auszuruhen und um die Situation zu überdenken. Ich wollte mich nicht hinsetzen, weil der helle Dunst mir nicht ganz Geheuer war und ich meinen Kopf lieber so weit wie möglich davon entfernt halten wollte. Als ich wieder losgehen wollte, konnte ich meine Beine kaum bewegen. Nachdem ich meine Hände auf meine Oberschenkel legte, stellte ich fest, dass mein Beine nicht schwerer wurden, sondern härter. Panisch versuchte ich weiterzugehen, aber nach wenigen Augenblicken stand ich fest und konnte mich von der Hüfte abwärts nicht mehr bewegen. Ich bin seitdem gefangen. Nichts was ich tat hatte irgendeinen Effekt, meine Beine waren wie eingefroren. Ich akzeptierte, dass ich gefangen war und sah mich um. Steinerne Figuren und Nebel, mehr war nicht zu sehen. An der Grenze zum Nebel konnte ich einen Schemen ausmachen. Es schien, als würde dort eine Person stehen. Ich wollte ihr zurufen, aber ich hatte Angst. Ich hielt meinen Mund und starrte nur.

Nachdem ich mein Handy aus der Tasche holte und die Kamera meine Kurzsichtigkeit kompensierte, konnte ich mit Gewissheit sagen, dass dort jemand war. Er stand vornüber gebeugt. Wenn das noch jemand war wie ich, dann könnte mit seinen Beinen das gleiche passiert sein, wie mit meinen. Ich wollte wieder rufen, aber ich konnte nicht. Meine Angst raubte mir die Stimme.Trotz meiner Angst hatte ich das erste mal Hoffnung, seit ich hier gelandet war, ich war nicht mehr allein. Ich nahm meinen Mut zusammen und rief der Person zu, aber sie reagierte nicht. Nichts was ich tat schien eine Reaktion zu provozieren. Ich wurde wieder leise und konzentrierte mich auf mein Gehör. Vielleicht antwortete dieser Mensch, aber ich konnte ihn nicht hören, weil ich zu laut war. Dann hörte ich etwas in der Entfernung. Jemand bewegte sich über den Kiesboden. Aber etwas war anders, die Geräusche hörten sich nicht an wie Schritte, es gab keine Pausen dazwischen. Es war viel mehr so, als würde jemand einen Stock gleichmäßig durch den Boden ziehen. Dann sah ich es. An der Grenze zum Nebel bewegte sich eine große, dunkle Gestalt zielstrebig auf die Person vor mir zu. Es war breit und, soweit ich das sagen kann, über zwei Meter groß. Als es die Person vor mir erreichte, hielt es an und wurde still. Ich konnte mich vor Angst nicht bewegen und starrte es an. Dann verschwand es wieder in den Nebel. Ich bewegte mich nicht, bis ich es nicht mehr hören konnte. Von dem Menschen, der vor mir im Nebel stand, war oberhalb der Hüfte nichts mehr zu sehen.

Mir ist jetzt klar, was die Steingebilde sind, denn auch ich werde eines zurücklassen. Was ich an Zeit noch haben soll, werde ich damit verbringen, alles aufzuschreiben, was ich gesehen habe, denn mehr bleibt mir nicht übrig.


Glaubt an Gott, denn die Hölle existiert.

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