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Wir schreiben das Jahr 782 und wer auch immer dieses Dokument liest, mag dessen Wahrheitsgehalt anzweifeln, außer vielleicht, diese Niederschrift wird verwahrt und kann künftig unter den Bedingungen eines zivilisierteren und aufgekläreren Zeitalters eingesehen werden. Momentan aber ist das gesamte Volk viel zu verblendet von dem Kult um Carolus Magnus. Einen schillernden Helden nennen sie ihn, einen Eroberer und Wohltäter, würdig, diese Wellt stellvertretend für Gott unseren Herrn zu beherrschen.

Wie sollte der einfache Pöbel auch anders denken? Dieser kriecherische Wurm von Schreiber, Einhard, steckt diesem Wahnsinnigen ja praktiscch bis zur Hüfte im Arsch und wer kann es ihm vorwerfen? Würde Einhard den Kaiser nicht immer genau ins rechte Licht rücken, sähe man ihn binnen eines Tages oben auf dem Schafott. Genau das gleiche Schicksal könnte auch mich ereilen, wenn man mich bei meiner Arbeit erwischt, doch in einer Zeit, da Menschen fremdes Blut für ein angemessenes Opfer zugunsten der eigenen Interessen befinden, muss es doch umso edler sein, das eigene Blut notfalls zugunsten fremder Interessen zu opfern.

Carolus Magnus bringt keine opfer, oder zumindest keine, an denen er Schaden nimmt, doch sein blutiges Signum vermochte er immer schon allem zu verpassen, was sich in seiner Reichweite befand. Es begann schon 771, als Carolus stellvertretend für seinen Bruder die Macht über die bislang von ihm unbeeinflusste Hälfte des Frankenreichs übernahm. Ich für meinen teil bin mir sicher, dass Carolus seine Gier nach Macht seinen Bruder das Leben kosten ließ, ein angemessen grausiger beginn, für solch einen grausigen Geschichtsverlauf wäre das allemal gewesen.

Von diesem Zeitpunkt an, bis heute wurde der Kaiser bejubelt, und Gott alleine weiß, wiel lange man ihn von heute an noch bejubeln wird. Die Bürger rühmen ihn wegen des Wohlstandes, den er ihnen beschert, verschwenden aber keinen Gedanken daran, unter Zuhilfenahme welcher Grausamkeiten er abseits der fränkischen Grenzen diesen Wohlstand erringt. Carolus Magnus empfindet nämlich keinerlei Skrupel bezüglich der Frage, was man einem Menschen antun darf und seine Bosheit, wie seine Verschlagenheit und Tücke, kennt keine Grenzen. Doch seine mit Sicherheit obszönste Barbarei sind die Sachsenkriege, die er vor zehn Jahren vom Zaun brach.

Von der Einnahme der Eresburg an ereilte das sächsische Volk ein Blutbad nach dem anderen. In seinem blinden Wahn war Carolus um keine noch so schreckliche Abschlachterei verlegen. Hinzu kommt das, was die Kleriker als Christianisierung der heidnischen Sachsen bezeichnen. Diese erzwungenen Massentaufungen beschämen mich zutiefst und wenn solche Methoden zur Weitergabe unserer Wertevorstellungen und Ideale im Sinne unseres Herrn sein sollen, so möchte ich fortan keiner seiner Diener mehr sein.

Gestern erreichte mich die Nachricht, dem Kaiser sei es in Verden erneut gelungen, einen Aufstand sächsischer Rebellen niederzuschlagen. Erschütternd war für mich jedoch die Ermordung von 4500 Sachsen auf einen schlag, auf seinen Befehl hin.

Niemand vermag zu sagen, welche Grausamkeiten Carolus Magnus dieser Welt in Zukunft noch bescheren wird und wenn auch jetzt niemand etwas unternimmt, um sein Schaffen zu unterbinden, wird es künftigen Generation hoffentlich zumindest freistehen, sich zu erinnern, um für das Streben nach einer besseren Zukunft gewappnet zu sein.

Therdrer 17:08, 20. Jul. 2016 (UTC)

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