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Ein Abendessen für zwei...

Ich saß an einem kleinen Tisch gegenüber meinem Freund. Der Raum wurde vollkommen klischeehaft lediglich von Kerzen und Blitzen erhellt, während das Essen noch dampfte. „Etwas Wein?“, erkundigte ich mich. Er sagte nichts. „Wer schweigt, stimmt zu, nicht wahr?“ Ich kicherte etwas blöde, dann goss ich die tiefrote Flüssigkeit in seinen Kelch.

Es war immer etwas schwierig, einen Dialog mit ihm zu haben, aber das war okay. Ich mochte ihn. Geduldig knusperte ich an einem Stück Fleisch. Es war wunderbar warm und blutig. Dann kippte ich meinen Becher Wein in einem Zug herab und goss mir nach. „Weißt du,“, begann ich einen neuen Satz „du fragst dich bestimmt, warum ich dich den Anderen vorziehe.“ Er sagte wieder nichts.

„Dein Essen wird übrigens kalt, mein Bester. Aber egal, lass dir Zeit.“ Ich lächelte ihn an. „Aber das soll ja auch nicht Gegenstand dieser Unterhaltung sein. Was ich dir eigentlich sagen wollte, ist, dass ich den Glanz deiner Augen liebe. Ja, ist wahr! Du bist zwar etwas schweigsam, aber das ist schon in Ordnung. Ich denke, wir werden viel Spaß miteinander haben!“ Ich lächelte ihn etwas an. Wenn mich nicht alles täuschte, wippte sein Kopf sogar in meine Richtung. Wie schön! Ich leckte den mittlerweile abgenagten Knochen ab, umrundete den Tisch, um mein Gegenüber zu umarmen.

„Komm!“, sagte ich fröhlich. „Wir gehen zu unseren Freunden und spielen!“ Ich lächelte zufrieden, als ich ihn auf den Arm nahm. Er war zwar etwas schwer, aber das würde sich mit der Zeit schon ändern. Ich trat die Kellertür auf und setzte ihn direkt neben seine Mutter. Ihr Kopf war inzwischen wieder abgefallen. „Was tust du nur immer, du Dummerchen?“ fragte ich scherzend, während ich den Zeigefinger warnend hob. Dann entschied ich mich, damit ein wenig in der Wunde zu fummeln, in der einmal ihr Herz geschlagen hatte. Wurde aber nach einer Weile langweilig, also hob ich ihren Kopf vom Boden auf, um ihn wieder anzunähen und die kleine Blutspur auf dem Boden aufzuwischen.

Ich hatte nun aber gar keine Lust, einen Eimer zu holen, also wischte ich es kurzerhand mit ihren Haaren auf und befestigte ihren Kopf wieder auf ihrem ramponierten Nacken. Ich lächelte meinen Freunden glücklich zu. Sie würden hier immer geduldig auf mich warten. Sie würden immer für mich da sein, was auch passieren mochte. Sie würden mich nie belügen oder ausnutzen. Sie würden mir zwar nie antworten, aber ich konnte immer mit ihnen reden, wenn mir danach war. Ich winkte, bevor ich die Tür schloss, auf die hunderte leerer Augenpaare sehnsüchtig starrten.  

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