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Langsam ging im Horizont die Sonne auf. Die Strahlen kitzelten Adorias müde Augen. Sie begann aufzusehen, ein Gedanke schoss ihr durch den Kopf: Sie war eingeschlafen. Einfach so..... Ohne einen Grund. 

Sie wusste nicht einmal, was sie in der Nacht denn gemacht hatte. Nur an eines erinnerte sie sich: "Sieh erneut hinein." Dann plötzlich, in einer winzigen Sekunde wurde ihr klar, was denn passiert war: Adoria Douston, ein hässliches Mädchen mit filzigen Haaren und Augenringen, hatte sich nichts mehr als Schönheit gewünscht. Als sie ihren Wunsch laut aussprach, erschien eine Gestalt, eine Gestalt seltsamen Ausmaßes. Sie war groß, größer als es ein Mensch sein könnte, und stand in der Dunkelheit. Sie konnte die Gestalt nur schwach erkennen, so finster war es im Zimmer. Diese Augen (die eigentlich gar nicht da waren) wurden auf Adoria geheftet, mit einem Blick, der so wahnsinnig aussah, dass vor Angst ihr Herz stehen blieb.  

"Ich bin nicht schwach, ich werde versuchen, keine Angst zu zeigen. Auch wenn es wohl meine letzte Stunde sein wird.", dachte Adoria. Sie war ein mutiges Mädchen, das viel durchgemacht hatte. "Ich bin nicht hier, um dich zu töten, Douston." sagte die Gestalt. In dem Moment sah Adoria in den Spiegel, wollte ein letztes Mal ihre eigene Hässlichkeit ansehen, als sie bemerkte, was die Gestalt denn gesagt hatte.

"Sieh erneut hinein." das waren die letzen schwachen Worte der Kreatur, und dann verschwand sie. Nach einer kleinen Sekunde der Stille tat Adoria, was das Monster gesagt hatte und fiel vor Schreck in Ohnmacht.  

Nun lag sie mit ihrem Kopf auf dem Schreibtisch und konnte sich nicht erinnern, was denn passiert war, als sie in den Spiegel geschaut hatte. Ein paar Atemzüge und Herzschläge später sah sie auf und starrte wieder in den Spiegel, und fast wäre sie erneut heruntergefallen. Sie war wunderschön: Ihre lockigen, glänzenden Haare waren lang und leuchteten in dem schwachen Sonnenlicht. Das knusprige Braun passte perfekt zu ihrem makellosen Gesicht. Von Pickeln oder Augenringen war keine Spur. Das einzige, was Adoria an ihrem neuen Ich beängstigte: Sie hatte glühende feuerrote Augen. Auch sie glänzten in den schwachen Strahlen der Sonne.

Sie hatte keine Eltern und auch keine Geschwister. Sie lebte in einem Waisenhaus. Also ging sie einfach aus ihrem Zimmer die Treppen hinunter, den kleinen Korridor entlang und schaute lächelnd zu, wie die anderen Kinder vor Staunen die Augen nicht mehr zubekamen.  

Die Lehrer und Erzieher waren sehr verwundert, und Adoria erklärte, dass sie heimlich bei einem Beautysalon gewesen war und sich einen neuen Style verschafft hatte. 

Sie war verwundert, dass die Erwachsenen ihr das abkauften, vor allem da sie ja jetzt rote Augen hatte. Doch wie sollten sie sich das denn anders erklären? Sie wusste ja, dass manche Menschen es nicht verstehen, dass es Dinge gibt, die wir nicht erklären können.  

Das Leben ging normal weiter, abgesehen davon, dass viele noch misstrauisch waren und Angst vor ihr hatten. Doch das interessierte sie wenig. Bis der Tag kam, der Tag, von dem keiner im Waisenhaus je berichten wollte.  

Adoria sollte im TA-Unterricht ein Kuscheltier nähen. Sie gab sich viel Mühe und wollte als Dank ein Plüschtier zaubern, die der Kreatur, der sie ihre Schönheit verdankte, ähnelte. Damit es die Lehrer nicht verwunderte, machte sie einen Bären. In Wirklichkeit hatte die Kreatur aber nicht mal ein wirkliches Gesicht, es ähnelte einem großem Kreis. Sie nähte Knöpfe als Augen an, und der Mund sah "zugenäht" aus. Den Anzug machte sie mit besonders viel Liebe. Da sie fast fertig war, ließ der Lehrer sie die Pause durchmachen. Sie musste ihren, wie sie ihn nannte, "Voodoo-Teddy" nur noch mit Watte vollstopfen. Doch so weit kam es nicht.... 

Als der Lehrer nach der Pause das Klassenzimmer betrat, soll er gesehen haben, wie der "Voodoo-Teddy" mit der Nähmaschine an Adoria rumstickte. Worte hatte er auf die schneeweiße Haut genäht: "Jetzt wirst du nie mehr sprechen." oder "Jetzt kannst du nicht mehr hören." Doch das Beunruhigenste: "Hör auf zu lächeln, es macht mich krank." ein paar Runen und undeutbare Zeichen fand man ebenfalls in ihrem toten Gesicht. Die Augenlider und der Mund waren zugenäht. Das Blut bedeckte den ganzen Boden...

Seitdem, wenn ein Feuer ausbricht, ein Mordfall in letzter Sekunde verhindert wird, oder sonst eine Katastrophe, sehen manche Zeugen ein rotäugiges wunderschönes Mädchen, das die Flammen zu sich zieht oder den Mörder an der Kehle fasst und wegschleudert. Auch sollen manche das Mädchen in einer sternenklaren Nacht, wenn der Mond besonders hell scheint, in der Mitte eines Sees, in dem sich der Vollmond spiegelt, gesehen haben.

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