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Vorwort: Jeder Leser sollte zuerst meine Cp " Adventszeit" lesen, da die Geschehnisse dieser Geschichte auf ihr aufbauen.

Die grinsende Dame, ihre letzten Worte, die friedlich spielenden Kinder. So viele Bilder schießen mit dem Lesen dieser Aufschrift wieder in Maries Kopf. Schlagartig lässt sie den Teller fallen und rennt zurück ins Haus. Schließlich kommt sie weinend in Anwesenheit ihres Freundes zurück, um ihm den Teller zu zeigen, doch als sie in die Eingangstür treten, ist kein Teller mehr zu sehen. Marie stottert schluchzend " Er war da. Ich hab ihn gesehen, Sie ist wieder zurück! Du musst mir glauben". Gemeinsam gehen sie wieder zurück ins Haus. Der restliche Tag vergeht langsam und Marie gehen tausende Gedanken durch ihren Kopf, von Selbstzweifel, über Verwirrung bis hin zu alten Vorwürfen. Ich hatte diesen Teller in der Hand. Ich bin nicht verrückt...redet sie sich immer wieder ein. Wahrscheinlich eine Einbildung während des Verarbeitungsprozesses, so nennt es ihr Freund. Mit einer heißen Tasse Tee setzt er sich zu Marie auf das Sofa. " Du musst versuchen nach vorne zu schauen, was passiert ist, ist unaussprechlich. Aber wir sind jetzt deine Familie, ich und die Kinder. Versuch dich ein wenig auszuruhen, schau, der Kamien ist an, die 1. Adventskerze brennt, die Sonne geht wunderschön unter..."

Marie beruhigt sich ein bisschen. " Vielleicht muss ich mich wirklich nur mal wieder ein wenig ausruhen...", sagt sie erschöpft "... ich glaube das ist das erste Mal, dass ich dich eine Kerze anzünden sehe", flüstert sie spöttisch und legt ihren Kopf auf seine Schulter. " Was redest du da? Ich dachte du hättest sie angemacht", erwidert er. Ein paar Sekunden lang herrscht Totenstille. Ein eiskalter Schauer durchfährt ihren Körper und sie schreckt auf. " Wenn du es nicht warst und ich auch nicht, wer dann?!" Instinktiv rennt sie in das Kinderzimmer. Erneut schießen Marie Tränen in ihre Augen. Sie sind da, alle. Sie setzt sich auf die Kante eines der Betten und streichelt sanft über das Haar des Jüngsten der drei Kinder. Ein Mädchen, sie ist 6 Jahre alt. Einige Stunden vergehen, inzwischen liegen auch Marie und ihr Freund im Bett. Niemand hatte eine Erklärung für die Geschehnisse des Tages und die vernünftigen, angeblich logischen Erklärungen ihres Freundes machen sie nur umso verzweifelter.

Allmählich zweifelt sie an ihrem eigenen Verstand, sie beginnt sich Dinge einzubilden. Der Holzfußboden vor der Schlafzimmertür knarrt als ob sich jemand darauf bewegen würde, der Mond scheint in das Zimmer und sie meint bei genauem Hinsehen einen Schatten hinter der einen Spalt weit geöffneten Tür erkennen zu können. Nein. Da ist etwas! Sie ist hier!...schreit sie förmlich in sich hinein, doch sie bekommt keinen Ton heraus. Wie gebannt schaut sie auf die schemenhafte Gestalt vor der Tür, sie bewegt sich. Ihr Herz rast, sie kann es schlagen hören, mit einem Mal fühlt sie sich wieder wie ein kleines Kind im großen dunklen Zimmer. Doch plötzlich ist sie ruhig, nicht etwa da all die Angst verschwunden ist, sie erinnert sich an ihre spielenden Kinder. Eine unermessliche Wut steigt in ihr auf. Ohne weiter nachzudenken springt sie auf, rennt zu Tür und reißt sie mit einem Ruck auf. Da ist sie... ein kleines 6 jähriges Mädchen mit ihrem Teddy im Arm. " Ich kann nicht schlafen", murmelt sie in ihren Bär, während sie mit großen Augen zu einer verstörten Marie hinauf schaut. Beide, Marie und ihr nun auch wach gewordener Freund, nehmen das kleine Mädchen in ihr Bett auf.

Maries Kopf fühlt sich an als würde er jede Sekunde platzen. " Backen wir bald auch mal Kekse?", fragt das Mädchen an ihren Vater gedrückt, " das machen schon alle aus der Klasse Zuhause". " Natürlich mein Schatz", antwortet ihr Vater leise. " Aber die müssen so gut sein wie die von der netten Oma!", sagt sie glücklich. Marie reißt die Augen auf. " Von welcher Oma?! Von wem redest du?!". Mit Tränen in den Augen antwortet das Mädchen, " na die Oma aus unserem Zimmer". Marie traut kaum ihren Ohren, sie hat es gewusst. Alle wollten sie für verrückt erklären. Sie springt aus dem Bett und rennt panisch zur Tür, doch bereits beim ersten Schritt aus ihrem Schlafzimmer stockt ihr der Atem wie an jenem Tag vor zwei Jahren. Er ist überall. Überall liegt der Duft von frischen Plätzchen in der Luft, nie hatte sie diesen Geruch vergessen. Marie geht zum Zimmer der Kinder, es fühlt sich an wie damals, wie ein Traum. Langsam öffnet sie die Tür. Sie sind weg, beide. Ein leises Lachen dringt bis zu Marie vor.

Es scheint von weiterer Entfernung zu stammen. Sie folgt diesem verstörenden, aber doch seltsam vertrauten Geräusch durch die Wohnung bis hin zum großen Fenster des Wohnzimmers. Ihr Blick wandert hinaus in die Dunkelheit des Gartens und da steht sie... Der Mondschein entpuppt ihr Gesicht. Tiefe Falten, dunkle Schatten um die Augen und ein breites Grinsen zeichnen ihr Gesicht, an ihren Händen, zwei Kinder. Doch nicht etwa die Kinder ihres Freundes, nein, es sind Maries Kinder. Beide winken hoch zum Fenster. Tränen fließen über Maries Gesicht. " Sie ist da! Sie ist da!!", schreit sie immer und immer wieder wie in Trance. " Wie oft denn noch Marie?...multiple Persönlichkeitsstörung...schwere psychische Erkrankung", hört sie stückweise einen Mann in Weiß sagen. " Es gab nie eine alte Frau, auch keinen Freund und seine drei Kinder. Diese Personen sind alle von ihnen erschaffen. Auch die angeblich von ihnen erlebten Situationen sind so nie geschehen. Man fand die Leichen ihrer Kinder bei ihnen". Nach langjähriger intensiver Behandlung erlaubte man Marie schließlich in einem Altersheim für psychisch erkrankte Menschen zu leben. Sie ist inzwischen 72 Jahre alt. Ihr Gesicht ist von tiefen Falten überzogen und ihre Augen von dunklen Schatten umschlossen. " Ich bin nicht verrückt", flüstert sie, während sie dem Vollmond entgegen schaut. " Es ist 1. Advent, ich muss anfangen Plätzchen zu backen. Für meine Kinder..."

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