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Es ist Samstagabend. Meine Eltern sind bei Freunden und mein Bruder auf einer Party. Das Haus und der Abend gehören mir, auch wenn ich nicht weiß, für wie lange. Es ist nun 22 Uhr, draußen ist es schon längst dunkel.

Ich sitze gelangweilt im Wohnzimmer und schalte durch alle Kanäle unseres Fernsehers. Um diese Uhrzeit wird einfach nichts Ordentliches gezeigt. Ich unterdrücke ein Gähnen und schalte die Flimmerkiste wieder aus. Ich kann dann genauso gut duschen gehen.

Dies hätte ich eigentlich schon machen sollen, als ich vor 4 Stunden vom Basketballtraining wiedergekommen war. Doch da zu dieser Zeit das Haus bereits leer war, konnte sich keine Menschenseele über meinen Körpergeruch beschweren.

Lustlos torkele ich ins Badezimmer und schmeiße meine Klamotten auf den Boden, nachdem ich die Tür hinter mir abgeschlossen hatte. Das tue ich selbst wenn ich alleine bin, einfach aus Gewohnheit.

Ich steige in die Dusche und lasse das kühle Wasser auf meinen Kopf rieseln. Mein Bruder sagt immer, warme Duschen sind nur etwas für Luschen. Und ich als kleinerer Bruder will natürlich keine sein, also habe ich mich direkt daran gewöhnt. Ich liebe Duschen. Nicht nur die Privatsphäre, auch das Gefühl, von der Außenwelt nichts mehr mitzukriegen und nur noch das Wasser rauschen zu hören.

Gerade als ich mich einshampooniere, klopft es heftig an der Badezimmertür. Nun gut, so etwas kann man dann doch hören, denn dieses Klopfen ist nicht nur laut, es ist fast schon aggressiv. Genervt wasche ich mir das Shampoo aus den Augen und rufe genervt: "Mann, Markus! Ich dusche gerade, kacken kannst du auch später!"

Ich weiß einfach, dass es mein Bruder ist, meine Eltern akzeptieren meine Privatsphäre. Mein egoistischer Bruder Markus natürlich nicht. Doch wenigstens hat das Hämmern an der Tür aufgehört. Ich fange an mich zu wundern, warum mein Bruder bereits so früh zu Hause ist und bin auch ein wenig enttäuscht darüber. Ich bin gerne alleine zu Hause, auch wenn ich nichts zu tun habe.

Als ich fertig mit Duschen bin, binde ich mir ein Handtuch um die Hüften und schließe die Badezimmertür auf. "So, du Volltrottel. Du kannst jetzt!", rufe ich und schaue mich in unserem Flur um. Ich hatte das Licht hier nicht angemacht und auch jetzt war es aus. Merkwürdig.

"Markus?", rufe ich nun etwas unsicher, doch anstatt einer Antwort kommt nur ein leises Poltern aus seinem Zimmer. Ich verdrehe die Augen und gehe in mein Eigenes, um mich umzuziehen. Währenddessen nehme ich mein Handy zur Hand. Zwei neue Nachrichten.

"Hallo James, wir bleiben noch etwas hier, wahrscheinlich sogar bis 1 Uhr. Liebe Grüße, Mama."

Ich seufze. Warum Eltern immer so förmlich schreiben, werde ich wohl nie verstehen. Ich tippe auf die zweite Nachricht. Ein kalter Schauer läuft mir über den Rücken, als ich sie lese.

"Hey Jamie! Penne heute bei Pete, also Finger weg von meinem Zimmer!"

Meine Zimmertür geht langsam auf und ich frage mich fieberhaft, wer eben an die Badezimmertür geklopft hat.

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