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Es war ein bewölkter Sonntag. Der Tag der Beerdigung meiner Liebsten. Es raffte sie dahin, dieses elendige Virus! Niemand sprach mit mir. Vermutlich wollten sie mich nicht weiter belasten. Es war mir egal. Ich wartete die Feierlichkeiten ab und fuhr schließlich nach Hause. Alleine.

Ich schmiss mich in unser Doppelbett und ließ den Tränen freien Lauf. Wieso nur musste sie sterben? Was hatten die Unmenschlichen nur gegen uns? Irgendwann schlief ich auf dem mittlerweile recht durchweichten Bett ein.

Im Traum kam mir eine Idee. So verrückt und dennoch so durchführbar wie ein Bankraub in Mauretanien. Ich hole sie wieder!

Es ist mittlerweile schon dunkel. Die Sonne ging wohl vor 1-2 Stunden unter. Bewaffnet mit einer Schaufel mache ich mich auf zu meinem Wagen. Ich öffne möglichst leise die Tür, da die Nachbarn hierzulande ziemlich misstrauisch sind. Die Wagentür quietscht, ich verfluche mich im Stillen dafür, sie nicht geölt zu haben. Egal, denke ich mir und setze mich vors Steuer. Ich drehe den Schlüssel, Nichts. Ich ziehe ihn heraus und stecke ihn wieder hinein, wieder nichts.

„Verdammt.“ murmele ich vor mich hin, als mir auch schon eine weitere geniale Idee in den Sinn kommt.

Ich schleiche leise zum Wagen meines Nachbarn. Ein Elektroauto. Ideal für Nachtfahrten. Dummerweise bin ich nicht sehr versiert, was das Knacken von Autoschlössern angeht.

Nicht bereit das Risiko einzugehen, bei einem Autodiebstahl erwischt zu werden, fasse ich einen Entschluss: Ich werde meine Autobatterie laden und zum Friedhof laufen.

Ich mache mich also auf den Weg. Um nicht gesehen zu werden, laufe ich durch den Wald, das ist zwar ein gewaltiger Umweg, aber ich will kein Risiko eingehen.

Ich schaue auf die Uhr. 02:12 Uhr. Gehetzt sprang ich über den Zaun und stieß dabei einen Grabstein um. Ich erhaschte einen kurzen Blick auf ihn. „Lieselotte Schmidt
*03.01.33 +07.11.97
Der Herr beorderte
dich zu sich, wir

können nur noch

an dich Denken.“

Wie konnten sie ihre Mutter/Oma/Schwester/Tante nur so allein lassen? Voller Abscheu wandte ich mich ab.

Es dauerte nicht lange, bis ich das Grab meiner Liebsten fand. Ich setzte umgehend die Schaufel an und grub mich zu ihrem hölzernen Gefängnis vor. Bei jedem Stich kamen mir mehr und mehr Zweifel.

Das schwarze Ebenholz trat nun auch zu Tage. Ich schmiss die Schaufel in hohem Bogen fort und machte mich daran, die sperrige Kiste zu öffnen. Aus der Ferne vernahm ich Sirenen. Ich beachtete sie nicht weiter und sperrte den Sarg auf.

Da lag sie nun. Blass aber wunderschön. Lediglich der Glanz ihrer Augen war ermattet. Ich schloss sie in die Arme. Sie mich auch. „Ich habe dich vermisst, Liebster.“ flötete sie. „D-Du lebst?“ erwiderte ich ungläubig. Sie starrte mich schockiert an, dann lächelte sie. „Aber natürlich, Liebster. Natürlich lebe ich!“ Sie schloss ihre Arme fester um mich. Im Gegenzug drückte auch ich sie enger an mich. „Komm mit mir, Liebste. Lass uns ein Fest feiern. Du lebst!“ rief ich ihr freudestrahlend ins Gesicht. Sie starrte mich an, hauchte mir einen Kuss auf die Wange, dann flüsterte sie: „Wir sind dem Tode geweiht.“ und schloss den Deckel.

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