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Blumen, Pralinen, Kondome.

Biep, biep, biep.

Es ist wirklich nicht schwer zu erraten, was dieser Typ hier vor hat, und seine Freundin sollte ihn möglichst schnell in die Wüste schicken; aber ich verurteile ja niemanden. Ohne ihn anzuhalten, und nach seinem Alter zu fragen, lasse ich ihn passieren. Er würde ohnehin nur lügen, und ich am Ende die böse alte Zicke sein. Die nächste Lady, die dran ist, ist sogar noch einfacher zu durchschauen.


Schnulze, Taschentücher, Wein und Schokoladeneiscreme.

Biep, biep, biep, biep.


Keine Urteile. Ich lasse ihre Einkäufe einfach über die Kasse gleiten, während meine mittlerweile automatischen Worte ineinander übergehen.

Keine Pause beim Arbeiten. Keine Pause beim Sprechen.

„Istdasalles?“ „PapieroderPlastik?“ “BaroderÜberweisung?”


Wenn du deine Kasse einschaltest, schaltest du gleichzeitig dein Gehirn aus; so ist das nun mal. Und das liebe ich. Es gibt natürlich auch einen Grund, warum ich es mag, auf so viele Fremde zu treffen. Es liegt an meiner Eigenart. Das ist nämlich so.


„Christine, kannst du mir meine Schlüssel rüberreichen? Ich habe sie bei deiner Kasse gelassen.“, fragt mich Paula mit ihrer zuckersüßen Stimme, während sie die blonden Haare zurückwirft, und ihren Lippenstift nachzieht.

„Klar.“, murmele ich. Im Gegensatz zu ihr, alias Ms. Sexbombe, war ich nur ein flaches Brett ohne Vorurteile.

Meine Handfläche schwebte über dem gewünschten Objekt. Dann schoss mir ein Gedanke durch den Kopf. Ich sah verwirrt zu ihr auf.

„Hast du nicht noch Schicht?“


Ich habe keine Ahnung, warum genau ich sie gefragt habe. Wie ich schon sagen wollte: Ich kriege Visionen, wenn ich Zeug anfasse, das Leuten gehört. Sobald meine Fingerkuppe gegen ihren Schlüssel stieß, sah ich sie in einem Hotel mit Mitch Sandowski. Unserem Manager. Relativ leicht bekleidet, oder besser ausgedrückt: nackt. Kein schöner Anblick.

„Ja, ich fühl mich nicht so gut.“, behauptet Paula, während sie ihre Lippen spitzte, und sich ausgehend in dem soeben hervorgekramten Puderdosenspiegel betrachtete. „Migräne.“


Die wirst du erst danach haben, dachte ich stumm, und drücke ihr die Schlüssel in die Hand, bevor ich mehr sehen konnte, als ich wollte. Keine Urteile. Ist doch ohnehin sinnlos. Egal wie oft ich es versuche, ich kann die Zukunft ohnehin nicht ändern.

Deswegen wende ich mich wieder einer nervös wirkenden, kleinen und etwas moppeligen Frau zu, deren Blick die ganze Zeit eifersüchtig zu Paula rutscht.

Biep.

„Das sind dann 14,38 Euro.“

„Geht das auf den Familienrabatt?“, fragt sie mit zitternder Stimme, während sie mir ihre Karte zeigte.

„Oh, Entschuldigung, ich habe es nicht bemerkt.“ Der Rabatt war blitzschnell abgezogen. Sie legte mir jeden einzelnen Cent penibel genau in die Handfläche. Dann wirbelte sie herum, und wollte durch die Türen eilen, welche sich gerade wieder hinter meiner inkompetenten Kollegin schlossen.

„Äh Miss! Ihr Einkauf?!“, rufe ich hinterher. Sofort macht sie Halt, nur um dann mit einem entschuldigendem und schiefem Lächeln zurück zu eilen.

„Oh Gott, ich vergesse das nächste Mal vielleicht sogar meinen eigenen Kopf.“, murmelt sie.

Ich versuche mich nicht zu übergeben, als sie das Wort „Kopf“ in den Mund nimmt. Irgendwie kann ich mir ein Lächeln aufzwingen, als ich ihr den Hammer, der nun ja ihr gehört, überreiche. Keine Urteile.



„Bis bald, Mrs. Sandowski.”



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