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Wolfsrudel

Soziale Struktur fleischfressender Raubtiere, die dem Überleben und der Jagd dient.

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Übersicht (Teil 6)

Eins: Monster Bearbeiten

Manfred löste seine Stirn von der aufgewärmten Holzplatte seines Schreibtisches. Bestimmt hatte er Stunden in dieser Haltung verbracht. Sein Hirn war unfähig einen klaren Gedanken zu fassen und alles was sich in seinem Kopf abspielte, war das schwarze, unartikulierte Rauschen der Resignation.

Zitternd sah er durch die halb verdunkelten Fenster des Rathauses. Einzelne Strahlen der untergehenden Sonne züngelten durch die dichte Wolkendecke und verliehen dem Himmel etwas Magisches. Es war vollkommen unfassbar für ihn, dass der Vortag völlig normal begonnen hatte. Er schluckte. In den zwölf Jahren, die er Bürgermeister von St. Agatha war, gab es nur eine Entscheidung, einen Fehler, den er bereut hatte. Und dieser Fehler war im Begriff ihn einzuholen.

Bis vor ein paar Stunden, war der achtundfünfzigjährige Manfred Großvater gewesen. Bis sein Sohn zusammen mit dessen Frau das Dorf verlassen wollte. Seine Erinnerung war noch immer verschwommen, wenn er versuchte, sich die grausigen Bilder ins Gedächtnis zu rufen. Die zertrümmerten Autos, die toten Kinder, die schreienden Eltern… und die scharfen Blechteile, die Mütter und Väter benutzt hatten um ihren Nachwuchs zu ermorden. Er war sich sicher gewesen, dass er nicht wirklich gesehen hatte, wie die todbringenden Fragmente wie von selbst in der Luft schwebten und die Flüchtlinge aus dem Dorf durchbohrten… doch alle anderen hatten dasselbe berichtet.

Sein Sohn… Es gab ihn nicht mehr… Er hatte ihn aufwachsen sehen, war bei seinem Schulabschluss und seiner Hochzeit dabei, er war der größte Trost als seine Frau vor drei Jahren gestorben war. Und jetzt war er weg. Einfach so. Als wäre das Leben ein Taschenspieler, der in die Hände klatscht.

Und die Anderen? Zuerst war eine große Panik ausgebrochen. Einige waren gedankenlos aus dem Dorf gerannt, nur um von einer scheinbar unsichtbaren Macht manipuliert zu werden. Diese Leute, Manfred hatte jeden von ihnen namentlich gekannt, waren sich wie in Trance gegenseitig an die Gurgel gegangen und töteten einander ohne zu zögern. Ob irgendjemand dieses Gerangel überlebt hatte?

Niemand wusste es, denn die geschockten Zuschauer waren überhastet in die eigenen Häuser geflohen und hatten sie verrammelt. Eine allzu menschliche Reaktion. Einfach in einem sicher erscheinenden Versteck warten und hoffen, dass es vorbei geht. Nur er, der Bürgermeister, hatte sich ins Rathaus zurückgezogen. Hatte seinen Kopf auf die Tischplatte fallen lassen und versucht nicht daran zu denken, dass er versagt hatte. Versagt als Bürgermeister, versagt als Vater, versagt als Mensch.

Er hatte sein Haupt erst wieder erhoben, als er hörte, wie sich dumpfe Schritte über den Parkettboden im Flur bewegten. „Komm schon rein!“, rief er als die Schritte seine Tür erreicht hatten. Er räusperte sich mehrmals um seiner zu lange ungenutzten Stimme Klang zu verleihen. „Ich weiß, dass du es bist! Christian Reißer hatte recht!“ Langsam wurde die Klinke nach unten gedrückt.

„Hallo Manfred!“, eine boshafte Stimme erschallte im Büro. Der Mann am Schreibtisch atmete tief durch. „Maksim…“, unter Aufbringung all seiner Willenskraft schaffte er es, eine Antwort zu formulieren, ohne dass all seine Emotionen ausbrachen. „Du bist immer noch Bürgermeister! Respekt, Respekt! Sich so lange im Amt zu halten…!“, sagte der junge Mann spöttisch. Manfred ging nicht darauf ein.

„Was willst du?“, fragte er mit gekräuselten Lippen. Maksim zuckte mit den Schultern: „Sag du es mir!“ Ein kurzes Schweigen breitete sich im Raum aus. „Weißt du… mir war klar, dass du irgendwann kommen würdest“, flüsterte der Bürgermeister und spürte, wie seine Hände zitterten. „Nur hatte ich gedacht, dass du uns schlimmstenfalls mit einem Anwalt angreifen würdest und unser Dorf verklagst, während die Medien es als Kaff der Kindermörder hinstellen!“ Er hatte seinem Besucher noch immer den Rücken zugekehrt.

„So werden die Hoffnungen enttäuscht, was?“ Maksim gluckste. „Aber mach dir keine Vorwürfe…“, sein Ton war voll von falschem Verständnis. „Du bist sicherlich kein schlechter Bürgermeister! Jedes Dorf hätte so auf mich reagiert wie ihr! Und jedes andere Dorf hätte irgendwann… Naja… du siehst ja was draußen los ist… “, beim letzten Teil dieses Satzes verfiel seine Stimme in sadistische Belustigung.

Jedes Wort war eine Nadel in Manfreds Herz. Er war damals mit der Situation überfordert gewesen. Wer hätte sich auch im Angesicht übernatürlicher Bestien richtig verhalten? Er biss die Zähne zusammen. Ja, er hätte es damals verhindern können.

„Du hast meinen Sohn und meinen Enkel getötet!“, flüsterte er. „Wir haben uns damals falsch verhalten. Damals vor zehn Jahren!“, langsam hob er die Stimme: „Aber was gibt dir das Recht uns alles zu nehmen was wir lieben! Zwei Unrecht…“

„Spar dir das!“, unterbrach Maksim. „Ich habe mein Leben lang versucht, die andere Wange hinzuhalten… aber damit ist Schluss und zwar endgültig!“, langsam beschleunigte sich seine Atmung und seine Stimme begann zu beben. „Ich werde euch alles, wirklich alles, jede einzelne Demütigung und jedes Mal, bei dem ihr eure Abneigung an mir ausgelassen habt, zurückgeben! Mit Zins und Zinseszins! Und ich werde mich dafür rächen, dass dein Dorf mich töten wollte!“

Der lose Faden eines nicht zu Ende gesponnen Gedankens streifte Manfreds Hirn. Vielleicht hatte er einen Ausweg gefunden: „Das war doch überhaupt nicht das Dorf! Veit war derjenige, der dich angegriffen hat! Er hat dich mit einem Messer bedroht! Du hast sein Kind getötet, Maksim…!“ Er wurde merklich lauter. „DU BIST DER KINDERMÖRDER HIER! DU UND NIEMAND ANDERS!“ Er holte Luft und sprach in Zimmerlautstärke weiter:

„Ja, wir hatten Angst! Ja, wir waren um St. Agatha besorgt! Ja, wir haben nur untätig zugesehen, als Veit dich töten wollte und ja… ja verdammt, wir haben gehofft er würde es durchziehen!“, nun sprang der Bürgermeister auf und sah in die gebrochenen Augen des Jungen. „UND ICH WÜNSCHE MIR IMMER NOCH, ER HÄTTE ES GETAN!“, er konnte sich nicht mehr beherrschen. Während er seinen eigenen Wutschrei hörte flossen heiße Tränen über sein Gesicht. „HÄTTE ER ES GETAN, WÄRE MEIN SOHN NOCH AM LEBEN! HÄTTE ER ES GETAN, WÄRST DU KEINE GEFAHR MEHR FÜR DIE WELT, DU MONSTER!“

„Ich bin kein Monster“, entgegnete Maksim DiCato ohne die Fassung zu verlieren. „Ich bin nur das, was ihr schon immer gerne in mir gesehen habt. Aber… Ich habe echte Monster gesehen!“ Langsam zogen sich seine Mundwinkel nach oben. „Bracchernio!“, flüsterte er. Obwohl er der Ansicht gewesen war, auf alles vorbereitet zu sein, konnte der Bürgermeister nicht anders als aufzuschreien, als sich der hünenhafte, vierarmige Satyr aus dem Schatten heraus materialisierte.

„Ah, der werte Bürgermeister!“, rief der Dämon. „Es ist lange her!“ Manfred keuchte und versuchte, die Kontrolle über seine Kinnlade zurückzugewinnen. „Erinnerst du dich an ihn und die Anderen?“, fragte der Tätowierte spöttisch. „Vor zehn Jahren waren sie der Grund für all die Angst und all den Aufruhr. Sie haben euer Verständnis überstiegen, euch verängstigt, menschlich wie ihr wart, ist euch nur noch Gewalt eingefallen… Und da ihr den Dämonen nichts entgegensetzen konntet, habt ihr das Kind angegriffen. Mutig wie erwartet.“ Er lächelte freudlos.

„Weißt du, ich hasse Gesellschaftskritik“, seine Stimme klang mit einem Mal völlig unbeteiligt und sein Gesicht wurde ausdruckslos. „Erbärmliche Wichtigtuer, die sich einbilden, sie wüssten wie grausam die Gesellschaft sein kann, obwohl sie nicht die geringste Ahnung haben.“ Maksim machte eine Pause. „Aber leider muss ich sagen, dass sie manchmal richtig liegen. Wo ich auch immer hingegangen bin, tief im Innern waren die Menschen sadistisch, grausam und intolerant.“ Er nickte mit dem Kopf in Bracchernios Richtung. „Das Einzige, was die Menschen von Dämonen unterscheidet ist, dass Dämonen zu ihrer Bosheit stehen.“ Der Vierarmige lachte daraufhin leise.

„Jetzt hör schon mit diesem Gelaber auf! Warum kommst du nicht einfach zur Sache?“, fragte Manfred resigniert. „Hast du nicht auch manchmal das Bedürfnis, deine Gedanken mitzuteilen?“, war die Gegenfrage. „Aber du hast recht, ich habe deine Zeit schon lange genug verschwendet!“ Seine Lippen verzerrten sich genüsslich. „Bringen wir es hinter uns!“ Er streckte den Arm aus, worauf die dolchartigen Krallen des Dämons zuckten.

„Nur zu!“, quetschte der Bürgermeister hervor. „Mach schon, töte mich! Du hast mir schon alles genommen! Mehr kannst du mir auch nicht antun!“ In Wahrheit hatte er große Angst, doch er hatte nicht vor, jetzt Schwäche zu zeigen. Wenigstens jetzt wollte er stark sein. „Stimmt, ich…“, Maksim warf seinem satanischen Diener einen flüchtigen Blick zu. „…wir haben dir bereits alles genommen, schlimmer können wir es mit einem Mord nicht machen!“ Er fletschte die Zähne zu einem hinterlistigen Grinsen. „Aber alles was VOR deinem Tod kommt… Sagen wir mal, ich kann dir durchaus noch mehr antun!“

Mit stapfenden Schritten bewegte sich Bracchernio in Manfreds Richtung. Die Gesichtszüge des Mannes entgleisten. Wie ein Maler, der Emotionen als Farben nutzt, pinselte die Gewissheit, gleich schrecklich zu leiden, ein Abbild des Entsetzens auf das Antlitz des Bürgermeisters. Maksim kratzte sich am Kinn. „Hmmm….“, er wirkte gleichzeitig nachdenklich und belustigt. „Vielleicht bin ich doch ein Monster… Passt zu meiner Spezies.“

Wieder ein diabolisches Lächeln. Und mit wachsender Genugtuung, hörte er Manfreds panisches Röcheln bevor der Dämon des Henkers sein blutiges Werk begann.

Zwei: Der Hunger der Flamme Bearbeiten

„Wie wollt Ihr weiter vorgehen, Ancora?“, fragte der vierarmige Satyr und bewegte das Blickfeld seines Knochenschädels durch die menschenleeren Straßen. Imago und Motus, der Narr und der Nebel, waren ebenfalls anwesend.

„Ich bin mir noch nicht ganz sicher“, antwortete Maksim und wog seinen Kopf auf den Schultern. „Genaugenommen schwanke ich, auf welche Art wir die Leute aus ihren Häusern jagen sollen. Sollen wir abwarten, wie Angst und Klaustrophobie sie wahnsinnig machen, wenn sie realisieren, dass sie weder ihr Dorf, noch ihren Keller verlassen können, oder…“

„Oder lösen wir eine Massenpanik aus?“, beendete der maskierte Dämon der Illusion den Satz. „Richtig!“, der Junge nickte. „Mir ist klar, wenn ich all eure Kraft auf einmal mobilisieren würde, wäre St. Agatha in zehn Minuten von der Landkarte gefegt, aber…“ Auch dieses Mal unterbrach Imago: „Aber das wäre nicht so befriedigend, nicht wahr? Es wäre fast eine Gnade, sie so schnell sterben zu lassen!“ Der Junge nickte. „Warum entscheiden, wenn beides in Eurer Macht liegt?“, ein leises Kichern entfuhr dem Harlekin.

„Lasst einen Teil des Dorfes in Panik verfallen! Lasst uns ihre Häuser zerstören, lasst sie uns durch die Straßen jagen, lasst ihre Schreie durch jeden Winkel des Dorfes gellen! Und genießt, wie die armen Seelen in ihren verriegelten Häusern erzittern, wenn sie die verzweifelten Schreie hören!“ Imagos hohe Stimme zitterte erregt. „Keine üble Idee…“, entgegnete der Junge mit hochgezogenen Augenbrauen und strich über seinen tätowierten Arm.

„Was ist mit Euren Eltern?“, warf Bracchernio ein. „Und Eurer Schwester?“ Beim letzten Wort zuckte Maksim merklich zusammen. „Die sind als letztes dran!“, sagte er, nachdem er sich gefasst hatte. Seine Stimme klang weit weniger kontrolliert, als er gehofft hatte. „Sie sollen das Dorf brennen sehen, für das sie sich entschieden haben! Mal sehen wie es ihnen gefällt, wenn sie auch ihr Ersatzkind verlieren!“, presste er zwischen den Zähnen hervor.

„Aber genug von ihnen!“, er wandte sich an Motus: „Du kannst die Häuser nicht zerstören, oder?“, fragte der Junge darauf bedacht, das Thema zu wechseln. „Nein. Ich habe keinen Einfluss auf Dinge, die direkt mit der Erde verbunden sind.“ Wie immer zeigte der Dämon der Bewegung keine Emotionen.

„Und wenn du die Häuser vorher aus der Verankerung reißen würdest, Bracchernio?“, war Maksims zweite Frage. „Das wäre eine Möglichkeit, doch ich glaube nicht, dass sie für eine Panik wie Ihr sie plant, angemessen wäre.“ Daraufhin kräuselte der Junge die Lippen. „Und was schlägst du dann vor?“

Der Dämon des Henkers ließ sich Zeit für ein kurzes Lachen, bevor er weitersprach: „Was, wenn Ihr den Menschen etwas nehmen könntet, wodurch sie sich sicher fühlen? Was, wenn Ihr etwas gegen sie verwenden könntet, dass sie seit zehntausenden von Jahren beschützt? Was wenn Ihr die Quintessenz des menschlichen Fortschritts nutzen würdet, um unerträgliche Schmerzen und grausamen Tod über sie zu bringen?“

Der Angesprochene schmunzelte. „Ich verstehe, worauf du hinaus willst…“, er sog einen lauten Luftstrom durch die Nase ein. „Naja, vielleicht ist es ja wirklich an der Zeit.“ Maksim schloss die Augen, atmete ein paar Mal tief durch und öffnete sie wieder, bereit einen deutlichen Befehl auszusprechen: „Ignis!“

Eine kreisrunde Fläche, die aus reiner Finsternis zu bestehen schien, bildete sich auf dem Boden und als würde jemand von unten dagegen schlagen, beulte sie sich aus und bildete eine kugelförmige, zeltartige Sphäre in der sich zwei rote Lichtpunkte befanden. Ein angriffslustiges Knurren zerschnitt die Luft als sich der dreidimensionale Schatten wie ein Kokon öffnete.

„Was wollt Ihr, Ancora?“, rasselnder Atem begleitete die eiskalte, mordlustige Stimme. Aschebrocken fielen von seinem schwarz-grauen Fell herab und der dampfende Speichel verursachte bei seinem Auftreffen orangene Punkte auf der Straße. Der Dämon des Feuers erinnerte an einen Wolf, doch war er viel zu groß dafür. Sein Rücken reichte bis an Maksims Schulter und seine mit Ruß befleckten Zähne hätten jeden seiner irdischen Artgenossen durch ihren bloßen Anblick in die Flucht geschlagen. In seinen glühend roten Augen blitzte die nackte Gier nach Zerstörung.

Ignis

„Wir sind angekommen, Ignis!“, flüsterte der Tätowierte. „St. Agatha liegt in unserer Hand… Es wird Zeit für deinen Auftritt!“ Maksim strich sanft über das kalte Fell des dämonischen Raubtiers. „Vor drei Jahren habe ich dir etwas versprochen! Und dieses Versprechen werde ich halten!“, er pausierte um zu lächeln. „Jede Menge Beute! Vielleicht hunderte von Opfern, die du bis auf die Knochen niederbrennen kannst! Hier kannst du all den Tod bringen, den du willst! Hier kannst du den Hunger der Flamme stillen!“

‚Der Hunger der Flamme‘… So nannte Ignis seinen gnadenlosen Blutdurst. „Ich danke Euch…“, sagte er floskelhaft. Der Wolf sprach nicht viel häufiger als Motus, doch seine Körpersprache war eindeutig: Er fletschte die Zähne, stellte die Nackenhaare auf und spannte seine Muskeln an. „Gebt mir nur ein Zeichen!“, ungeduldig erwartete er den Angriffsbefehl seines Beschwörers.

Maksim hob seinen Arm und richtete ihn auf den nächstgelegenen Häuserblock. „Atta…“, er hatte das Wort kaum halb ausgesprochen, als ein gebrülltes Fauchen der Kehle des Dämons entfuhr. Im Bruchteil einer Sekunde ging sein Fell explosionsartig in Flammen auf. Maksim wäre bei lebendigem Leib verbrannt, wenn der Wolf nicht schon zuvor gewaltige Sprünge in Richtung der Häuser gemacht hätte.

„Ancora… In Eurer Weisheit und Güte werdet Ihr doch nicht nur Ignis seinen Spaß haben lassen, oder?“, fragte Imago in einer nahezu übelkeitserregenden Unterwürfigkeit. „Schleimer!“, grinste Maksim. „Aber das werde ich natürlich nicht, tobt euch aus! Ihr alle!“, sagte er gönnerhaft und sah den schwarzen Narren, den vierarmigen Satyr und die lebende Rauchwolke nacheinander an.

„Vergesst nicht, dass auch Ihr Eure Schwierigkeiten haben werdet, Ignis unter Kontrolle zu halten, wenn er einmal in Fahrt ist!“, bemerkte Bracchernio. „Es ist vielleicht besser, wenn wir einen Blick auf ihn werfen!“ „Da magst du Recht haben!“, war die Antwort. „Geht! Ich rufe euch, wenn ich euch in meiner Nähe brauche.“

Nach diesem Befehl schwärmten die Dämonen aus. Maksim genoss die heiseren Schreie. Er sah, wie friedliebende Häuser in ein Meer aus zornigem Feuer gehüllt wurden. Er sah, wie Ignis einem Mann den Unterleib abbiss und seine Gedärme mit Flammen füllte. Er sah, wie Bracchernio Männer, Frauen und Kinder zerfetzte, sah wie Gedärme und Knochen durch die Luft flogen, sah wie das Feuer die Häuser, in denen sich jeder Dorfbewohner von klein auf sicher gefühlt hatte, in nichts als schwarzen Staub verwandelten.

Wieder einmal beglückte ihn eine kochende Euphorie, die langsam von seinem Bauch zu seinem Herzen kroch. Er spürte, wie ihn jede Sekunde ein kleines Stückchen Freiheit in die Arme schloss. Wie schrecklich es doch am Anfang gewesen war… Doch jetzt konnte er sich nichts Schöneres vorstellen, als mitanzusehen, wie brennendes Blut die Straßen füllte.

Während Imago Familien dazu brachte, ihre Lieben zu ermorden und Motus bröckelnde Betonfragmente verwendete, Köpfe und Eingeweide zu zermalmen, begann Maksim über scheinbare Belanglosigkeiten nachzudenken. Er hatte sich oft gefragt, warum Ignis ausgerechnet die Gestalt eines Wolfes hatte. Sicherlich war Feuer ein Raubtier, aber das war nicht der einzige Grund. Sie alle waren Raubtiere! Ignis war eine Allegorie für die Gruppe von Wesen, die sich um Ancora Daemonium geschart hatte.

Maksim DiCato sah zufrieden mit an, wie die brennende Bestie einen Strahl aus Feuer über ein junges Ehepaar fließen ließ. Ja! Sie waren ein Rudel, er und die Dämonen! Ein Wolfsrudel, bereit den Hunger der Flamme zu stillen.


Drei: Unliebsame Augen Bearbeiten

„Zugegeben, es war eine kluge Idee von dir, ihn auf diese Weise dazu zu bringen, Ignis zu rufen!“, sagte Imago halb anerkennend. Der weiße Nebel der Illusion war schimmernd und trüb zugleich. Unsichtbar für Menschen doch gut zu erkennen für die finstere Ausgeburt, die ihn kreiert hatte, umgab er ganz St. Agatha. Verheerend für jeden, der mit ihm in Kontakt kam, denn derjenige wäre sofort in albtraumhaften Visionen gefangen, dem Dämon im Narrengewand ausgeliefert.

Zusammen mit Bracchernio, Motus und dem brennenden Wolf stand der Harlekin in einer Ruine am Dorfrand. Zwei der vier Wände lagen in Trümmern und die zusätzlichen Stockwerke sowie das Dach schienen in ihre kleinsten Einzelteile verstreut worden zu sein.

An den Wänden klebten die Eingeweide einer einst glücklichen Familie und um das Gebäude herum lagen die dekonstruierten Überreste brennender Kadaver. Wer das Pech hatte, noch nicht tot zu sein, zuckte gequält, während die Flammen das letzte bisschen Leben aus seinem Körper fraßen. Der Brand um die Wesen herum bewies, dass selbst Ziegelsteine nicht auf Dauer feuerfest waren.

„Bleibt nur zu hoffen…“, fuhr Imago fort, „dass das widerliche Balg uns nicht ruft, bis wir fertig sind!“ Er warf seinen Silberstab in einer kunstvollen Bewegung in die Luft, sah der Rotation zu und fing ihn wieder auf. „Du bist ein elender Heuchler, Narr!“, knurrte Ignis. „Das stimmt zwar, aber er hat nicht ganz Unrecht!“, warf der vierarmige Satyr ein und ließ seinen Blick durch die Runde schweifen. „Er darf nichts mitkriegen! Beeilen wir uns!“

Die todbringenden Wesenheiten stellten sich im zerstörten Haus auf und bildeten einen Kreis, während sie in die Mitte des einstigen Raumes blickten. „Sicher, dass das hier der geeignetste Ort ist?“, fragte der maskierte Illusionist. „Jeder Ort, der nahe am Dorfrand liegt, ist geeignet“, war die Antwort.

In stiller Übereinkunft streckten Bracchernio und Imago ihre Hände aus, Ignis spannte seinen Körper an und richtete seine Schnauze geradeaus. Motus begnügte sich damit, seine drei Augen und seine roten Lichtzähne aufleuchten zu lassen. Einige Sekunden lang geschah gar nichts. Dann schlug der Boden im Mittelpunkt ihres satanischen Kreises winzige Wellen. Massiver Stein verhielt sich wie eine Wasseroberfläche, auf der ein kleiner Tropfen aufgekommen war.

Die Dämonen befanden sich in einer Phase absoluter Konzentration. Langsam wuchs ein langer, schwarz glänzender Stachel aus dem Boden. Es war kein substanzloser Schatten wie bei ihrer Beschwörung sondern ein plastisches Stück Materie. Das Gebilde spross kerzengerade in die Höhe, bis es sogar den vierarmigen Satyr überragte, währenddessen bildeten sich verästelte, von Dornen übersähte Auswüchse aus der langen, dünnen und spitzen Säule. Zum Schluss war ein stacheliges, unentwirrbares Geflecht entstanden. Es wirkte wie eine Tanne aus Rosendornen.

„Ist es das…?“, flüsterte der Maskierte mit einem untypischen, ehrfürchtigen Unterton. „Ist das ein…?“ „Ein Licarment!“, sagte Motus, wie üblich völlig trocken. Einige Sekunden herrschte erschöpftes Schweigen. Imago spürte, dass diese Beschwörung an seinen Energiereserven gezerrt hatte. Nun begriff er auch, wieso es mindestens vier Dämonen brauchte um dem Licarment einen Zugang in diese Welt zu gewähren. Wie viel Kraft hätte es ihn wohl gekostet, wenn sie nur zu dritt gewesen wären? Vermutlich hätte er die Barriere um das Dorf nicht aufrechterhalten können.

„Was jetzt…?“, fragte Ignis nach einer Weile. „Was jetzt?“, wiederholte Bracchernio mit steigender Intonation. „Wir brauchen noch vier weitere Licarmente. Und wie gesagt, er darf nichts davon mitkriegen“ „Schon gut!“, warf der Illusionist ein und hob demonstrativ seinen Stab. „Ich sorge schon dafür….“ „Nein!“, unterbrach der Satyr entschieden. Imago drehte überrascht den Kopf. „Wie, nein?“, er klang überrumpelt, doch Bracchernio hatte seine Antwort schon begonnen: „Er ist nicht so dumm, wie du denkst, Imago! Er würde merken, wenn du ihn hypnotisierst! Wir werden es auf eine simple, aber effektive Art erledigen. Motus…!“ Das hochaufragende Wesen wandte sich an die schwarze Wolke und der lebende Rauch verstand.

Langsam entfernten sich die Dämonen vom Dornenbaum, den sie ‚Licarment‘ nannten. Gleichzeitig türmten sich die Steinbrocken des zerstörten Hauses wie von Zauberhand wieder auf und verdeckten das geheimnisvolle Geflecht so vor unliebsamen Augen.


Vier: Fluss aus Kausalität Bearbeiten

Der junge Mann rannte wie ein Besessener. Was er gerade eben gesehen hatte ließ ihn an den Grundfesten seines Verstandes zweifeln. Dank seiner langen Beine und Körperstatur, er war fast zwei Meter groß, gelang es ihm größtmögliche Schritte zu machen. Soeben waren mindestens fünf Häuserblocks niedergebrannt worden. Viele Leute die er kannte, Leute denen er häufig begegnete waren bei lebendigem Leibe verbrannt.

Zu seinem Glück gelang es dem schmerzhaften Ziehen in seinen Oberschenkeln teilweise, diese schrecklichen Gedanken zu verdrängen. Das Schlimmste dabei war, dass er um ein Haar selbst von diesem Inferno verschlungen worden wäre. Trotz seiner Körpergröße war er gut darin, sich unbemerkt anzuschleichen und so hatte er heimlich nach einem Ausgang aus dem Dorf gesucht. Jeder der bisher versucht hatte es zu verlassen, schien verrückt geworden zu sein.

Er jedoch glaubte, einen sicheren Weg gefunden zu haben. Eigentlich hätte er es sofort weitergeben müssen, doch als er sein Handy benutzen wollte, hatte er nicht das geringste Anzeichen von irgendeinem Netz. Während er durch die Straßen rannte, sah er die Explosion und den darauffolgenden Großbrand… Und ihm war bewusst, dass er sich kaum außerhalb seiner Reichweite befand.

Kopfschüttelnd beschleunigte er seine Schritte… Diese Gedanken durften ihn nicht abhalten! Er musste ein ganz bestimmtes Haus in St. Agatha erreichen, denn in diesem Haus verließ man sich auf ihn. Hektisch bog er um die Ecke eines Blocks und so konnte er nicht mehr reagieren, bevor er mit einer anderen Person zusammenstieß. Beide stolperten und prallten hart auf den Asphalt. „Sorry, tut mir echt leid!“, sagte der junge Mann und rappelte sich langsam wieder auf. „Hab aber auch nicht damit gerechnet, dass sonst noch jemand auf der Straße rumrennt!“, seine Stimme war hektisch und ruhelos. „Außerdem… whoa!“

Bisher hatte er dem anderen Jungen, mit dem er zusammengestoßen war, nicht ins Gesicht gesehen. Nun stolperte er beim Versuch aufzustehen ein weiteres Mal. Maksim DiCato grinste boshaft, während er sich aufrichtete und sein Gegenüber anblickte. „Sieh an, sieh an!“ Er zog die Augenbrauen hoch. „Silas Marx, richtig?“ Seine Stimme klang beinahe erfreut… als würde er einen alten Freund treffen, dennoch ließ sich der kalte Hass von seinen Augen ablesen.

Silas‘ Atmung wurde flach und unregelmäßig. „Es stimmt wirklich!“, murmelte er vor sich hin. „Du…!“ „Ja ich!“, schnitt Maksim ihm das Wort ab. „Ist lange her, nicht wahr? Seit wir uns alle das letzte Mal gesehen haben, meine ich! Bist du immer noch so eng mit Julian Steehl befreundet?“, die Stimme des Tätowierten vermittelte nach und nach tiefe Abscheu. Er dachte daran, wie Julian und seine zwei Freunde ihm das Leben als Kind zur Hölle gemacht hatten und biss die Zähne zusammen.

„Ja…“, war die knappe Antwort, die lediglich mit einem „Dachte ich mir…!“, kommentiert wurde.

Der großgewachsene junge Mann zitterte. Ihm gingen ähnliche Erinnerungen durch den Kopf. Silas hatte schon immer einen Hang zum schwarzen Humor gehabt und noch bis vor einer Woche Witze darüber gemacht, dass vor zehn Jahren ein Mordversuch stattfand. Er erschauderte… hätte er sich damals anders verhalten, hätte er dann Leben retten können?

„Maksim hör zu… Wir waren Kinder! Wir wussten nicht, was wir anrichten! Wir konnten uns ganz einfach nicht vorstellen, wie du gelitten hast!“ Diese Aussage entsprach sogar der Wahrheit. Im Augenblick schämte sich Silas sogar fast für seinen Humor. „Du hast einen Häuserblock in Brand gesteckt, du hast Menschen getötet, die sich wahrscheinlich nicht einmal daran erinnern können, was passiert ist! Du hast Eltern, Kinder, Geschwister und Freunde getötet! Du hast genug Leid verursacht! Lass jetzt wenigstens…!“

Der Dämonenkönig gebot ihm mit einer Handbewegung still zu sein. „Spar dir das, Silas“, flüsterte er in verheißungsvollem Tonfall. „Sag mir einfach, wo ich Julian finde!“ Dies waren die Worte, die Silas gefürchtet hatte. „Nein!“, flüsterte er. „Nein, vergiss es!“

Maksim zuckte daraufhin nur mit den Schultern. „Ich finde es sowieso raus! Also sag schon, dann ist auch alles schnell vorbei!“ Der Angesprochene schluckte. Es kam ihm seltsam vor… Eigentlich konnte er sich nicht vorstellen, dass dieser schmächtige Junge mit dem seltsamen Tattoo ihm etwas tun könnte. Zumal er schon damals wehrlos war. Andererseits hatte er all das Chaos angerichtet! Aber er durfte jetzt nicht klein bei geben! Man verließ sich auf ihn!

„Und wenn du das ganze Dorf niederbrennst, am Schluss landest du ja doch wieder mit der Nase im Gras, wie damals!“, rief er als Antwort. „Wie du willst!“, der Andere seufzte. „Bracchernio, Motus, Imago, Ignis!“, er sprach die vier Namen fast monoton aus.

Silas‘ Augen weiteten sich und er begann panisch zu zittern, als die vier Dämonen aus dem Nichts erschienen und sich um ihn herum verteilten. Sein Mund öffnete sich zu einem stummen Schrei. Während er sich gehetzt umsah, wurde seinem Hinterkopf bewusst, dass er mindestens zwei der vier Bestien schon einmal wahrgenommen hatte.

Der vierarmige Satyr mit dem Skelettschädel musste derselbe sein, dessen Schatten damals vor der brennenden Schule stand. Und der Wolf musste das Feuer bei dem vor zehn Jahren drei Schüler starben erst ausgelöst haben. Ein rettender Gedanke, ein letzter Strohhalm kam ihm in den Sinn:

„Warum willst du dich an uns rächen, Maksim?“, er schrie um seiner Panik Luft zu machen. „Diese… Dinger waren doch überhaupt der Grund, wieso du all das durchmachen musstest! Diese Klischees auf Beinen haben dich gequält und exzentrisch gemacht! Sie sind der Grund, warum alle dich so gefürchtet und gehasst haben! Der Grund warum deine Eltern dich weggegeben haben! Mit ihnen hat alles angefangen!“

Der Tätowierte fletschte die Zähne in blankem Hass. Einige dieser Aussagen hatten ihre Wirkung nicht verfehlt. Andere wiederum schon: „Es gibt keinen absoluten Anfang auf dieser Welt, Silas!“, er legte die Stirn in Falten. „Das Leben ist ein endloser Fluss aus Kausalität, jedes noch so kleine Ereignis der Vergangenheit formte die Gegenwart, wie wir sie kennen! Es klingt kitschig aber es stimmt: Jede Entscheidung, jede meiner Entscheidungen, jede eurer Entscheidungen was mich betrifft und jede Entscheidung der Dämonen in meine Richtung, hat mich zu dem gemacht was ich bin!“, er machte eine Pause.

„Und die Dämonen haben sich dafür entschieden, mir zu helfen… Und darum trifft meine Rache einzig und alleine euch!“ Er streckte die Hand aus und gab seinen finsteren Dienern den Befehl, anzugreifen.

„Warte…!“, keuchte Silas, doch es war zu spät. Er schrie gequält auf, als Bracchernio seine Beine zerfetzte, als Ignis seine feurigen Zähne in sein Fleisch rammte und er mitansehen musste, wie seine Nervenbahnen in Brand gesteckt wurden. Maksim wollte keine Antwort mehr, denn er würde seinen ehemaligen Peiniger auch so finden, wie sein Opfer gesagt hatte. Er wollte Silas Marx einfach nur tot sehen, sehen wie sich sein Gesicht vor seinem Ableben verzerrte.

Dieser Junge hatte schon früher oft Dinge gesagt, die ein damals achtjähriges Kind verletzt hatten. Doch in den letzten Minuten seines Lebens hatte er etwas von sich gegeben, das ein emotionales Bullseye für Maksim DiCato darstellte.

In einer letzten Verzweiflungstat nahm Silas sein Handy aus der Tasche und warf es nach Maksims Kopf. Dieser wich jedoch mit einem halb überraschten, halb herablassenden Lachen aus. Und so genoss der Beschwörer, als er zusah, wie jemand, der ihm als Kind das Leben schwer gemacht hatte, zur Beute seines todbringenden Wolfsrudels wurde.


Fünf: Fieber Bearbeiten

„Wie geht es ihr?“, fragte er, als sie die Treppe hinunter kam. Seine ausgeprägte Armmuskulatur war bereits angespannt, seit er sich mit ihr zusammen in diesem Haus verbarrikadiert hatte. Er hatte blonde Haare, blaue Augen und ein für seine 18 Jahre sehr erwachsen und männlich wirkendes Gesicht.

„Das Fieber ist gestiegen!“, seine Freundin biss sich auf die Lippe und versuchte, die Tränen zu unterdrücken. Eine Weile betrachtete er sie von oben bis unten. Ihr Körper schaffte es immer wieder, ihn abzulenken und selbst jetzt fiel es ihm schwer, seinen Blick von ihren Brüsten zu lösen. „Es wird jeden Tag schlimmer! Alle Medizin, die wir hier haben, bringt nichts! Wir müssen sie in ein Krankenhaus bringen, sonst… sonst wird sie…!“

Nun konnte sie sich nicht mehr beherrschen und fing an zu weinen. Er stand auf, brachte sie mit sanfter Gewalt dazu, sich auf die Couch zu setzen und nahm sie in die Arme. „Ganz ruhig!“, flüsterte er und strich sanft über ihre blonden Locken. „Wir werden einen Weg aus dem Dorf finden, versprochen!“ „Ist… ist Silas schon zurück?“, schluchzte sie, worauf ihr Freund den Kopf schüttelte. „Nein, aber er wird sicher bald zurück sein, mit einem Weg hier raus!“

Ihm war unbegreiflich, wieso jeder, der das Dorf verlassen wollte, Wahnvorstellungen zu erleiden schien, doch es musste einfach einen anderen Weg geben! Es musste!

„Aber was…?“, ihre brüchige Stimme versagte beim ersten Versuch. „Was wenn es wirklich… wenn es wirklich Ma…“ Er unterbrach sie indem er einen Finger auf ihre Lippen legte. „Auch das werden wir schaffen! Wir schaffen alles! Einen Weg hier raus, Hilfe holen und sie ins Krankenhaus bringen!“

Sie schmiegte sich enger an ihn. In diesem Augenblick war ihr Vertrauen in ihn grenzenlos. Ja! Ja, sie würden es schaffen! Bevor ihre Eltern vor mittlerweile zwei Wochen weggefahren waren, hatten sie ihr die Verantwortung für sich selbst und für ihre kleine Schwester übertragen und diese Verantwortung würde sie erfüllen. Gerade weil ihre Schwester schwer krank war.

In ihrem Kopf flammte eine unliebsame Erinnerung auf. Vor zehn Jahren hatte sie ein Gespräch ihrer Eltern auf derselben Couch belauscht. Und so etwas Schreckliches ins Rollen gebracht. Sie schüttelte den Kopf und klammerte sich an ihren Freund, als könne er sie vor allen unangenehmen Gedanken schützen.

„Ich liebe dich, Julian!“, sagte sie und küsste ihn mit aller Kraft, die sie noch hatte. Er erwiderte den Kuss und strich ihr über die Wange. „Ich liebe dich auch, Marielle!“

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Übersicht (Teil 6)


Mit dem sechsten Teil dürfte mehr als die Hälfte der Geschichte erzählt sein :)

Wieder einmal eine kleine Entschuldigung: Dieses Kapitel dient (wie man sieht) in erster Linie dem Aufbauen der Handlung, ich hoffe ihr habt es dennoch (mehr oder weniger^^) gerne gelesen und fandet es nicht langweilig :)

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