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Seit Tagen, nein seit Wochen schon fühle ich mich beobachtet. Jeden Abend, wenn ich in mein Zimmer sitze und das Fenster offen ist, weil es nachts im Gegensatz zu Tagsüber angenehm kühl ist, fühle ich wie mich jemand anstarrt. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass das unmöglich ist, schließlich wohne ich im zweiten Stock meines Elternhauses. Doch die Paranoia nimmt langsam überhand. Abend für Abend dieses unangenehme Gefühl, dass jemand jeden deiner Schritte beobachtet. Das macht mich wahnsinnig. Jedes Mal, wenn ich mit dem Rücken zum Fenster sitze, drehe ich mich alle zwei Minuten um und hoffe das mir keine Augen entgegen starren. Sogar wenn ich auf dem Fensterbrett sitze, um eine zu rauchen, fühle ich mich beobachtet. Ich starre dann immer angestrengt in die Dunkelheit und versuche etwas zu erkennen. Doch da ist nichts, meistens jedenfalls. Manchmal sehe ich da einen Schatten stehen. Ich habe Angst, ich mag es nicht beobachtet zu werden.

Dieses permanente starren, ich hasse es. Jedes Mal wenn ich in der Dunkelheit nach den Augen suche, die mich anstarren, schaue ich ins nichts.

Ich habe das Gefühl das mein Beobachter mich nicht mehr von der anderen Seite des Fensters anstarrt.

Er ist in meinem Zimmer. Ich habe ihn, im Augenwinkel gesehen. Doch als ich genauer hinsah, war er nicht da. Wo ist er? Ich spüre wie er mich anstarrt. Mein gesunder Menschenverstand sagt, dass da niemand ist. Wie soll dieser jemand durch das Fliegengitter vor meinem Fenster gekommen sein. Doch ich weiß das er da ist, ich weiß es einfach. Vielleicht nicht direkt hier bei mir im Zimmer, aber da ist jemand, jemand der mich anstarrt, die ganze Zeit über. Ich kann ihn nicht sehen, doch er ist da. Er starrt mich an.

Er macht mich wahnsinnig. Ich hasse es angestarrt zu werden. Dieses Gefühl soll verschwinden! Er soll verschwinden! Er soll aufhören mich, die ganze Zeit, anzustarren! Ich bin nicht Paranoid, ich weiß, dass da jemand ist. Ich will, dass es aufhört!

Ich stehe vor meinem Fenster und schaue nach draußen in die Dunkelheit. Mit einer großen und scharfen Schere zerreiße ich das Fliegengitter. Leise, fast flüsternd, zische ich: „Hör auf mich an zu starren! Hör auf! Hör auf! Hör auf!“ Ich beuge mich über das äußere Fensterbrett hinaus. Meine Augen huschen ängstlich durch die Dunkelheit. Wo ist er? Ich beuge mich noch weiter nach vorne. Wild fuchtle ich mit der Schere umher und zische, nein schreie schon fast: „Verschwinde! Verschwinde hör auf mich anzustarren!“ Plötzlich verliere ich das Gleichgewicht. Ich falle. Doch bevor ich das überhaupt realisiere, komme ich schon auf dem Boden auf. Tief bin ich nicht gefallen, doch die Schere bohrt sich in meine Kehle. Dafür ist aber dieses Gefühl weg. Es ist schön nicht mehr das Gefühl zu haben, ständig beobachtet zu werden.


Benutzer: little Mary

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