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Ich erinnere mich noch gut an den Tag, an dem ich endlich das Spiel in den Händen hielt. All meine Freunde zockten dieses Spiel im Jahre 2005, weshalb ich es auch haben wollte, allein schon, weil der Multiplayer Spaß versprach. Ich steckte das Modul in meinen DS und startete das Spiel. Alles ganz normal und ich war schon immer leicht zu begeistern gewesen. Viele Tage und Stunden spielte ich das Spiel, doch wie oft verlor man irgendwann die Lust daran, so spielte ich immer weniger, hatte alles erreicht, was man erreichen konnte. Aufgeben wollte ich mein Dorf aber nicht, weswegen ich das spielen einfach komplett aufhörte.

Kapitel 1Bearbeiten

2012 hörte ich, dass es ein neues Animal Crossing für den 3DS geben sollte. Ich freute mich tierisch darüber und mir fiel ein, dass ich den Vorgänger noch irgendwo herumfliegen hatte. Wiedermal Lust auf mein Dorf bekommen, suchte ich das Modul und steckte es in meinen DS. Es war fast 6 Jahre her, dass ich das Spiel gespielt hatte und natürlich war alles voller Unkraut und einige meiner Bewohner waren ausgezogen, das war die Quittung für das Vergessen. Als ich den Unterpunkt <Weiterspielen> auswählte, fiel mir ein, dass mein Charakter nicht gerade gesund aussah, ungewöhnlich dünn und blass, doch ich dachte nicht weiter darüber nach und weckte ihn auf.  Als ich meinen ersten Schritt nach all den Jahren machte, kam Resetti. Ich stutzte, normalerweise hatte ich immer gespeichert. Ich vermutete eine Fehlfunktion des Spiels und lies den Anschiss des NPCs über mich ergehen. Immerhin dauerte er auch nicht lange und ich konnte nun endlich mein Dorf wieder erkunden. Nostalgie pur trat in mir auf, ich erinnerte mich an all die lustigen Stunden mit Freunden und den NPCs, von denen nur noch wenige Bekannte da waren. Ich sprach den ersten an und erlebte die nächste Überraschung: Coco, das ist ein Mumienhase, erschreckte sich furchtbar, als er mich sah. Noch seltsamer war der Kommentar: "Du kommst mir so bekannt vor." Ein NPC mit einem Dejá Vu? Langsam fühlte ich mich nicht mehr wohl bei der Sache und fing an, etwas Unkraut zu stechen, als mich ein alter Bewohner sah und mir zu verstehen gab, dass er sich mit mir unterhalten wolle. Als ich ihn ansprach, ging die Framerate plötzlich herunter und alles spielte in Zeitlupe. Nur langsam kam der Text von Manfred zum Vorschein. "Es ist fast 6 Jahre her. Wo warst du all die Zeit?" so plötzlich wie der Framedrop kam, verschwand er wieder. Es standen nun 3 Auswahlmöglichkeiten auf dem Touchscreen: War auf Reisen, Hatte wichtiges zu tun und Ein plötzlicher Tod. Abermals wurde ich stutzig, blieb mir bei der letzten Antwortmöglichkeit mir doch das Herz fast stehen. Neugierig, was passieren würde, wählte ich das 3. aus. Der Bildschirm wurde schwarz, das Spiel war abgestürzt. Die Musik klang wie schiefes Flötenspiel, doch die Melodie kam mir sehr vertraut vor. Ich startete den DS und den Spiel neu, etwas genervt. Ich hatte keinen Schimmer, was das bedeuten sollte. Ich verließ mein Haus und erwartete den erbarmungslosen Resetti, der mir eine Standpauke übers Speichern hielt - doch nichts passierte. Nach diesem Schritt stoppte auch die Musik, und während ich überprüfte, ob mit meinem DS alles ok war schien es, als wäre mein Inventar geöffnet worden, sodass mein Charakter auf dem Topscreen des Handhelds zu sehen war. Verwirrt widmete ich den beiden Screens meine volle Aufmerksamkeit, doch auf der untere blieb schwarz. Ich drückte alle Tasten und Kombinationen. Versagte mir nun etwa mein treuer DS den Dienst? Gerade als ich wieder ausschalten wollte, fing die Musik an, weiterzuspielen und das Inventar schien sich zu schließen, ich konnte meinen Charakter wieder spielen. Testhalber öffnete ich nun das Menü und alles funktionierte. Abgesehen von den Goldenen Werkzeugen hatte ich auch noch ungelesene Briefe. Ich blickte auf meinen Briefkasten, neben den ich stand - auch dort hatte ich Post. Also öffnete ich den Briefkasten und entnahm die Post. Nach all den Jahren gab es wieder viel zu tun und die Motivation hatte mich gepackt. Es waren die üblichen Abschiedsbriefe, doch der von Paulina blieb mir besonders im Kopf: "Tschüss ich gehe, für immer, bevor ich geholt werde."

Kapitel 2Bearbeiten

Das war vorerst das Ende meiner Erlebnisse gewesen. Ich entrümpelte die Stadt und schaute bei Nook vorbei, was heute so im Angebot war. Auch Nook erschrak sich, als er mich sah. Ich solle doch unbedingt mal wieder etwas essen. Nachdem ich meine Vorräte an Blumen aufgestockt hatte, verließ ich den Laden und sprach einen neuen Bewohner an. Wieder erschrak er sich und fing an zu zittern. Keine Möglichkeit ihn näher kennenzulernen, versagte mir das Gespräch und war danach sichtlich niedergeschlagen. Langsam bestach mich das Gefühl, das mit dem Spiel etwas nicht stimmte, doch erst einmal wollte ich den Rat von Nook befolgen und schüttelte mir einige Früchte von den Bäumen. Tatsächlich sah mein Charakter danach etwas gesünder aus.
Die nächsten Tage kam ich nicht zum spielen, als ich dann wieder anfing, war Manfred nun auch weggezogen. Ich war etwas traurig über die Sache, freute mich aber auf den nächsten Bewohner. All die neuen wollten nichts mit mir zu tun haben, und einer nach dem anderen zog weg von mir, bis nur noch Coco, Bianca und Cube in meinem Dorf wohnten. Es wollte keiner mehr einziehen. Verwundert darüber, schaute ich im Internet nach, doch keiner verlor ein Wort darüber. Mit dem zusammengeschrumpften Dorf war es eher langweilig, doch ich bewies Ausdauer.

Kapitel 3Bearbeiten

Ein halbes Jahr, nachdem ich wieder angefangen hatte zu spielen, fing Coco an, unheimlich zu werden. Immer wieder machte sie so merkwürdige Andeutungen etwa, dass ich vermutlich schon vor Jahren hier gewesen sein müsste, was ja stimmte, und dass <er> warten würde. Zwei Tage nach diesen Aussagen, waren Cube und Bianca einfach verschwunden. Kein Abschiedsbrief oder so. Ich fühlte mich unwohl und sprach Coco an. <Er> habe nun auch die letzten zu sich genommen, die, die ihm trotzten. In den Auswahlmöglichkeiten konnte ich nun endlich nachfragen, wer er ist. Locker sagte der NPC: "Na, Er, der Tod." Ein kalter Schauder lief mir über den Rücken. Lag es an der Auswahlmöglichkeit, die ich beim Gespräch mit Manfred ausgewählt hatte? Ich schaltete den DS aus und startete das Spiel neu. Mir reichte es, Schluss mit dem Unsinn! Ich wählte Dorf löschen aus und der Bildschirm wurde schwarz. Mit weißer Schrift stand auf dem Topscreen nun geschrieben: "Damit kannst du mir nicht entkommen." Unten hatte ich die Antworten Ja und Nein zur Auswahl. Ich wählte Nein an und das Spiel startete neu. Immer noch war ich bei meinem alten Dorf. Coco gab mir den Hinweis: "Geh zum Tor." Ich drückte A und das Spiel startete von selbst, ich war wieder an der Stelle, wo ich einfach ausgeschalten hatte. Coco rührte sich nicht und war nicht ansprechbar. Ich lief zum Stadttor, die beiden Hunde waren jedoch nicht da, das Tor war geöffnet. Ich ging hinein und scheinbar hatte sich das Spiel wiedermal aufgehängt, beide Bildschirme wurden weiß und die Musik war unangenehm kratzig. Gerade als ich resetten wollte, knallte meine Zimmertüre laut zu. Ich zuckte erschrocken zusammen. Langsam erschienen schwarze Pixel auf dem Topscreen, gebannt blickte ich darauf. "Vermisst du jemanden?" fragte die Schrift. Es gab keine Antwortmöglichkeiten, deshalb sagte ich einfach laut "Ja." Das Spiel schien mich verstanden zu haben. "Keine Sorge, bald wirst du sie wieder sehen." Ich schluckte und rote Pixel tauchten nun auf dem Touchscreen auf, bis es aussah wie ein Blutfleck. Ich berührte mit dem Stift den Fleck und die Bildschirme fingen rhythmisch an zu flackern, dabei spielte die merkwürdig vertraute, grausame Melodie.
Als ich wieder aufwachte, lag ich im Krankenhaus. Ein Mann im weißen Kittel saß an meinem Bett. Er war nicht älter als 30, ein gepflegter Dreitagebart. Aber er war kein Arzt. Er lächelte mich an und deutete auf meinen roten DS lite. "Eine wunderbare Welt, die Videospiele. Als ich jung war, konnte man mich auch nie davon wegbekommen." Ich schwieg und starrte ihn an. "In dem Spiel kam der Tod vor." antwortete ich zerstreut. "Wo kommt er denn nicht vor." er lächelte weiter. "Er ist überall." Ich lächelte müde und versuchte mich aufzurichten. Es fühlte sich an als lägen Tonnen von Steinen auf mir. Mit zitternder Hand griff ich nach dem DS und bemerkte, dass er angeschaltet war. Ich öffnete ihn und in den roten Blutfleck stand geschrieben: "Glück gehabt." Verwirrt blickte ich den Mann neben mir an, dessen Lächeln nun mehr ein boshaftes Grinsen war. Er stand auf und verließ den Raum. Ich drückte A und das Spiel startete neu. Alles schien beim alten. Doch anstatt der fröhlichen Melodie von Animal Crossing lief nun eine Trauermusik. Ich wählte meinen Charakter aus und spielte weiter. Eine Durchsage vom Rathaus ertönte: "Liebe Bürger, der Fluch wurde vorerst gebrochen."

Letztes KapitelBearbeiten

Das Spiel ging normal weiter, es zogen wieder mehrere neue Bewohner zu. Coco jedoch verhielt sich weiter so merkwürdig mir gegenüber. <Er> warte nur auf den richtigen Moment. Ich hatte keine Lust mehr und nach meiner Entlassung - man hatte nichts an mir feststellen können - spielte ich nicht mehr, bis kurz vor dem Release des neuen Animal Crossings New Leaf. Ich traute mich nun, es nochmal zu versuchen, in einem neuen Dorf, mit neuen Bewohnern und einem neuen Haus. Die Einleitung versprach mir aber keinen Neuanfang. "Ich bin immer da und nächstes Mal erwische ich auch dich." sprach der Kapp'n.

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Pene Creeps (Diskussion) 01:06, 17. Mär. 2014 (UTC)

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