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Es war kalt in meinem Zimmer, und dennoch wagte ich es nicht, meine leise summende Heizung noch ein wenig aufzudrehen, um etwas Wärme genießen zu können. Denn ich war mir sicher, dass - wenn ich mich auch nur ein wenig wohl fühlen würde - meine Augen sofort zuklappen würden.

Welcher Lehrer zwingt denn auch seine Schüler dazu, kurz vor Weihnachten noch einen zehnseitigen Aufsatz über ein variables Thema in der Biologie zu schreiben? Man hätte meinen können, dass heute nicht Samstag, sondern Freitag der dreizehnte war. Schließlich war es spät, und ich – genau wie einer meiner Kumpel, der mir bei dieser Arbeit half - todmüde. Mein anderer Helfer hingegen war hellwach, und gab mir andauernd den nötigen Ansporn, um weiter zu machen. Ohne ihn hätte ich wahrscheinlich nicht einmal halb so viel zu Papier gebracht. Und ohne ihn würde ich schon leicht sabbernd quer über meinem Tisch liegen. Aber das ist gerade unwichtig.

Mit vor Kälte leicht steifen Fingern tippe ich die letzten Worte ein. Das Klappern der Tastatur fühlt sich an wie ein Endspurt, und somit werde ich immer schneller, bis ich endlich zum letzten Mal den Punkt setzten kann. Nun lehne ich mich erleichtert zurück. Natürlich nicht, ohne mich vorher ausgiebig zu strecken, und zu gähnen. Man sieht meinen Atem, der leise und Weihnachtlich durch den Raum tanzt. Irgendwie war ich auch stolz auf mich, so viel Mist in so kurzer Zeit niedergeschrieben zu haben, sodass es sogar noch halbwegs nach etwas klang.

„Ich schätze, das ist genug.“, murmelt er mit seiner unglaublichen Stimme. Ich sage ihm oft, dass er ein perfekter Leser wäre, doch er lacht immer nur über meinen Vorschlag, und schüttelt seinen Kopf. Die meisten Leute ignorieren sein Genie einfach, was unglaublich schade ist. Außerdem hat er ein Händchen für schöne Dekoration, weswegen bei uns im Hintergrund sogar ein leider unechtes Feuer auf dem Kamin tänzelt. Er bittet mich, die Heizung aufzudrehen, was ich sofort tue. Wie konnte ich denn auch vergessen, dass er sich in der Wärme wohler fühlt als in der Kälte? Total bescheuert.

„Jetzt fehlt nur noch die passende Überschrift.“, schnurrt er abermals, sichtlich glücklich darüber, dass es endlich wieder angenehm warm wird. Beinahe wie eine Katze, die sich einer vollkommen schutzlosen Maus auf sanft gesetzten Pfoten nährt. Das bläuliche Leuchten, welches von ihm ausgeht, während er neben mir schwebt, ist beinahe entspannend.

Ich tippe meinen Nachbarn an, dessen Augen geschlossen sind, und schüttele ihn, nachdem er nicht reagiert. Dann murre ich: „Hehj, du hast versprochen, mir dabei zu helfen!“ Doch anstatt meines unnützen Zimmergenossen, nimmt wieder mein einzig wahrer Freund das Wort an sich.

„Wie wäre es mit: Wie lange kann ein Mensch überleben, nachdem ihm sämtliche, lebenswichtige Organe entnommen wurden?“ Er klingt amüsiert.

Der Vollidiot neben mir, der sich eigentlich nur als Quelle eignete, stöhnt, und sein Kopf sackt leicht zur Seite. Ich schüttele den Kopf, während ich meinen blau leuchtenden Helden betrachtete.

„Es muss weihnachtlicher klingen!"

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