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Perfekt. Sie waren alle so perfekt. Ava sah sich um, umgeben von all ihren Freunden. Freunde, die sie nie verlassen würden. Aber durch den Verlust von Beatrice musste sie nun eine neue Freundin finden. Also begab sie sich auf die Suche. Nachts war sie am liebsten unterwegs, denn in der Dunkelheit fühlte sie sich sicher. Niemand sah sie an, sah das vernarbte Gesicht.

Sie war nicht perfekt, nein. Einst war sie es, doch besessen von Schönheitschirurgie, trieb es sie immer wieder auf den Operationstisch. Durch diesen Zwang hatte ihr Geliebter auch die Nase voll von ihr und beschloss zu gehen. Aber nicht, ohne sie vorher zu entstellen. Angebunden an den weißen Küchenstuhl saß sie da, während er mit seinem Messer wieder und wieder über ihr Gesicht fuhr. Nicht tief genug, um sie wirklich zu verletzten, nur grade so tief, damit eine Narbe blieb. Er wollte ihr nicht körperlich weh tun, er wollte sie für ihr Leben lang quälen durch diese Entstellung. 

'Verdammter Psycho', dachte sie sich und folgte ihrem gewohntem Weg. Nach der Kreuzung links abbiegen, um zum Park zu gelangen. Hier würde sie eine Freundin finden, das tat sie immer. Obdachlosen war dieser Ort bekannt, sie hielten sich fern, aber manche, die aus anderen Orten kamen, um mehr Güte zu finden oder was sie sich versprachen, wussten es nicht. Sie sah ein Mädchen auf der Bank schlafen, das vielleicht um die 13 Jahre alt war. 'Diese Wirtschaft heutzutage bringt jeden in den Ruin', dachte sie sich. 

Sanft weckte sie das Kind und sprach dann, als sie sich regte, zu ihr. ''Hallo, Kleines. Hab keine Angst, ich möchte dir helfen. Wie wäre es, wenn du in meinem Bett schläfst?'' Das Kind zögerte zuerst, jedoch schienen die Temperaturen, die in den letzten Tagen stark im Minus lagen, sie in die Arme der Fremden zu treiben. ''Na komm, du holst dir doch sonst noch den Tod.'' Ava gab ihr ihre Hand, schmunzelte ein wenig und zog sie mit sich. Als sie bei ihr ankamen, ließ sie das Mädchen ein Bad nehmen und dann etwas essen. Ja, sie war ein guter Ersatz für Beatrice. Sie kann auch perfekt werden. Das Gesicht war sehr rundlich, Babyspeck hatte sie auch noch. Nichts, dass sich nicht ändern lässt. Als das Mädchen gegessen hatte, fiel sie in einen tiefen Schlaf. Das Mittel hatte gewirkt. Durch die angeblichen Psychosen, die sie nach dem Verlust ihres Freundes erlitten hätte, verschrieb ihr ihr Arzt starke Medikamente. Zopiclon, Duloxetin und Clomipramin bekam sie verschrieben, wovon sie nur die Zopiclon nutzte für ihre Freunde. Denn ihnen soll es gut gehen.  

Langsam ging sie zu dem schlafenden Mädchen und trug sie in den Keller. Sie roch nach den Rosen Shampoo aus meiner Dusche, welches ich erst neu gekauft hatte. Rose. Ein schöner Name für sie. Rose hatte lange zerzauste Haare und Speck an den Oberarmen, Bauch und Beinen. Wahrscheinlich ist sie vor kurzem erst von daheim weg gelaufen und wäre bald wieder zurück gegangen. Ava zog Rose komplett aus, um den Körper zu begutachten. Sie hatte Narben an den Beinen, wahrscheinlich wurde sie missbraucht. Ob daheim oder später auf der Straße, das wusste Ava nicht. Sie seufzte. Mit den Narben konnte sie nicht zu ihren Freunden gehören. Sie legte Rose auf den Tisch und band sie mit den Seilen fest, die auch ihr Freund für sie genutzt hatte. Es war wie ein kleines Ritual für sie geworden. Alle ihre Freunde bekamen ihr besonderes Seil, das sie nur mit ihnen teilte. ''Armes kleines Ding. Aber keine Angst.. ich helfe dir. Ich mache dich perfekt und wir werden für immer Freunde sein. Nie mehr frieren. Nie mehr Schmerz. Ist das nicht toll, Rose?'' 

Als Ava mit ihrer Arbeit begann, schlief Rose immer noch tief und fest. Das war ihr auch lieber, denn dieser Eingriff würde nicht schön werden. ''Warum musstest du auch Narben bekommen.. solche Verschwendung'', flüsterte Ava, als sie mit dem Skalpell ihrer Falte im Oberschenkel folgte. Dann löste sie die Haut von der Fettschicht ihres Körpers, alles was oberhalb der Narben war, war noch zu gebrauchen. Langsam entfernte sie die Brust, die Arme und den Rücken und zog die lose Haut über mit Stroh befüllte Säcke. Am Rücken vernähte sie die Haut, damit aus dem breiten Mädchen eine Frau mit Kurven entstand. Das Gesicht war immer das schwierigste am Eingriff, denn sie wollte es perfekt lassen und ihr Opfer war bis dorthin noch lebendig. Ab und zu ließ sie ihre Freunde noch am Leben, bis sie an Unterkühlung oder einer Infektion starben, aber dieses Mädchen hatte genug gelitten und so stach Ava ihr mit dem Messer in ihr Herz. Sie entfernte auch die Haut im Gesicht und um den Kopf herum, um auch das schließlich um einen ballförmigen Sack zu nähen. 

Als Ava ein einhalb Stunden später komplett fertig mit ihrem Prozess war, zog sie Rose wieder an und setzte sie zu ihren anderen Freunden. Als nächstes müsste sie Clara ersetzen, die Haut verweste schon und Maden fraßen sich durch die Säcke und den restlichen Körper. Ava setzte sich neben sie und nahm ihre Freundin in die Arme. ''Ich verstehe dich. Ich war auch mal perfekt. Aber alles perfekte muss einmal enden. Es tut mir leid.''