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Es ist dunkel, kalt und es gewittert mit ein paar Nebelwolken. Das perfekte Wetter für einen Mor-

Nein, nein ,nein, nein! Ich will das nicht mehr! Verschwinde aus meinem Kopf! Verschwinde Ava!

"Ava? Ava? Mensch Kind, bist du noch da?!"

Ich schaute auf, meine Therapeutin schaute mir besorgt ins Gesicht. Sie war die Erste, der ich mich anvertraute und sie schickte mich hierher. Ich vertraute ihr meine Selbstmordgedanken an und nun? Klar will ich mir helfen lassen, aber ich habe nicht nur Suizidgedanken... Nein. Da ist noch sie. Nur ich kenne sie und ich hasse sie! Ihr Name ist Ava, sie ist ich, sie ist in meinem Gehirn und steuert mich ab und zu... Sie mordet...Sie bringt mich dazu, andere zu verletzen. Vorher war ich immer in meinem Haus, allein in meinem Zimmer eingeschlossen um andere nicht zu verletzen und nun bin ich in der Klinik. Ich habe Angst den Leuten hier wehzutun.

"Hallo, ich bin Herr Luniak! Du befindest dich auf der KJP3 - der Kinder- und Jugendpsychiatrie Station 3. Ich würde dich rumführen?", ein Mann mit Brille kam zu mir und lächelte mich an. Ich nickte und folgte ihm. Die Station bestand aus einem Flur, wo jeweils auf beiden Wandseiten Zimmer waren. Er führte mich zu meinem Zimmer, drinnen lag ein Mädchen mit blauen Haaren im Bett. Ich zuckte zusammen, wenigstens ein Einzelzimmer habe ich mir erhofft, wer weiß, vielleicht hätten sie ja nachts die Türen abgeschlossen, so hätte ich niemanden verletzen können. Ich bekam jetzt schon Schuldgefühle, als ich mir vorstellte wie das Mädchen voll Blut vor mir stehen würde. Herr Luniak sah mich mit einer hochgezogenen Augenbraue fragend an, fuhr aber dann fort: "Dies ist ein PSK-Zimmer. Das heißt, hier ist eine Kamera, die dich in der Nacht beobachtet. Am Tag wird jemand vor der Tür sitzen." Gott sei Dank! Dann könnten sie dem Mädchen und allen anderen noch helfen bevor sie wieder käme. Herr Luniak ging aus dem Raum und das blauhaarige Mädchen sprach mich an: "Hi, ich bin Lilly und du...?" "Ava..." "Das war Herr Luniak. Er ist sonst nicht so nett, da hast du echt Glück gehabt!" Wir redeten noch ein bisschen, wir hatten ein paar Gemeinsamkeiten. Aber ich hatte die ganze Zeit Angst, ich durfte hier keine Freunde finden! Es war zu gefährlich. In der Nacht konnte ich nicht schlafen. Ich starrte in der gleichen Reihenfolge erst auf das Mädchen, dann auf das Fenster und dann in die Kamera oben in der Ecke. Ich atmete tief ein und hoffte einschlafen zu können, doch dann...

"V-verschwinde!", flüsterte ich keuchend. "Vergiss es, meine Liebe, nun habe ich wieder das Sagen." Ava stand auf und ging raus auf den Flur. Am anderen Ende stand ein Betreuer und fragte Ava, ob sie auf Toilette müsse. Ava bejahte und wartete, bis er jemanden anrief, die zur Toiletten- und Badbegleitung kam.

Sie nutzte die Chance und ging zur Küche, die vergessen wurde abzuschließen, und nahm sich ein Messer. Klar waren alle stumpf und untauglich um jemanden zu ermorden. Deshalb griff sie zu den Koch- und Backutensilien, ein spitzes Messer und viele spitze Schäler funkelten nur so vor sich hin. Ava nahm sich das spitzeste Messer was sie fand und begutachtete es. "Hey, was machst du da!?", der Mann von gerade eben stand an der Tür und schaute Ava ernst an. Ava fing an zu kichern und starrte zu ihm rüber. Ihre Pupillen bestanden nur noch aus der Iris und ihre Augen waren weit aufgerissen, dass dem Betreuer ein Schauer über den Rücken lief. Er bekam Angst und wich zur Seite, doch Ava rannte auf ihn zu und rammte das Messer in seinen Brustkorb. Immer und immer wieder stach sie auf ihn ein und lachte geisteskrank. Dasselbe tat sie auch mit der Frau, die zur Toilettenbegleitung kam. Als Ava fertig war, steckte sie sich das Messer ein und ging zu Bett. "Das sollte für heute genügen. Hehe", lachte Ava bevor ich ich wurde. "Ich hasse dich!", sagte ich und fing an zu weinen.

Am nächsten Tag taten die Betreuer vom Frühdienst als sei nie etwas passiert, doch man konnte ihnen die Angst und Anspannung ansehen. Ich ging auf den Flur um mir etwas auszuleihen, da bemerkte ich einen Blutfleck auf dem Boden, der übersehen wurde. Ein Kribbeln umfasste mich und ich bekam Lust etwas zu tun. "Nein!", ermahnte ich mich "Du darfst sie nicht frei lassen! Sie ist nicht ich!" Der Tag wurde nicht besser für mich. Ich ging alles und jedem aus dem Weg, da sie immer mehr hervortrat. Ich kicherte andauernd, bekam diese Schmerzen, Lust jemandem was anzutun, und die Betreuer machten mich auf meine aufgerissenen Augen aufmerksam. Ich schlief nächtelang nicht, Augenringe bildeten sich ab und ich wurde blass wie ein Stück Papier. Die Betreuer fragten mich, ob ich vielleicht Schlaftabletten haben wolle, doch das verneinte ich bloß. Am Abend, ca. 23:00 Uhr, kam ein Betreuer in mein Zimmer: "Entschuldigung für die Störung, doch da ich gesehen habe, dass ihr noch wach seid, wollte ich kurz was sagen: Ava, du hast keine PSK mehr. Tut mir leid, dass ich vergaß dir das zu sagen. Pack deine Sachen. Wir bringen dich in dein neues Zimmer!" Und schon war er wieder fort. Ich schaute ängstlich zur Tür, mir fehlte der Atem. "Ava?", Lilly schaute mich besorgt an "Seit ein paar Tagen bist du so...anders. ich frage mich nur ob das wirklich du bist...", fuhr sie fort. Ich senkte meinen Kopf: "Ob das wirklich ich bin? Wer ist Ava? Wieso ist sie bei mir?" Mir wurde auf einmal alles klar und Tränen stiegen hoch. Ich vergrub mich in meinen grauen Pulli, in der Bauchtasche wollte ich meine Hände reingraben bis ich einen Schnitt in meine Hand spürte und meine Hand raus zog. Blut tropfte von meiner Hand hinunter, das Messer womit ich beide Betreuer getötet habe, war immer noch in meinem Pulli. Ich betrachtete das Blut und stellte mir wieder die Frage: Wer ist Ava? Nun war ich mir hunderprozentig sicher und ich fing an zu kichern, ich hielt mir die Hände vor mein Gesicht: "Hihi...Wieso ist mir das nicht früher aufgefallen? Hihi...Wie blöd ich doch war. Hihihi..." Lilly schaute mich verstört an, ich stand auf und ging zu ihr. Nach 10 Sekunden lag sie voller Blut in ihrem Bett. Ich ging Zimmer für Zimmer durch. Die Betreuer sahen meine tote Zimmerpartnerin und rannten zu mir, doch ich war stärker als sie, viel stärker als ich es mir selbst je zugetraut hätte. Es war als hätte ich eine neue Stärke bekommen. Ich schnappte mir einen Schlüssel und flüchtete nach draußen.

Es gewitterte, war kalt und neblig wie am ersten Tag, als ich hier ankam. Ich verschhwand im Nebel, so wie mein altes Ich, denn ich fand endlich die Antwort auf meine quälende Frage: Wer ist Ava? Ich bin Ava!

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