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Liam Sera wachte in einem Bett des Kinderkrankenhauses in Wisconsin auf. Er konnte nicht sehr lange geschlafen haben, dachte er sich. Oder doch? Das erste, was er wahrnahm, als er aufwachte, war, dass sein Körper sehr schwer war. Schwerer als zu dem Zeitpunkt, an dem er einschlief. Er konnte seine Füße kaum bewegen. Eigentlich konnte er sie gar nicht bewegen. Er versuchte, mit seiner großen Zehe zu wackeln, aber vergeblich. Er blinzelte und richtete seine Augen auf seine rechte Seite. Wenigstens konnte er seine Augen bewegen. Er blickte flüchtig nach draußen.

Wie lange hatte er geschlafen? Da war kein Gebäude, als er eingeschlafen war.

Liam blickte sich nach seiner Mutter um.

Sie war nicht da. Der Raum war dunkel. Er schaffte es, seinen Mund zu öffnen, was es ihm erleichterte zu atmen. Er atmete tief ein und bemerkte plötzlich eine Bewegung an seiner Seite. Als er sich dieses Mal umblickte, konnte er seinen Hals ein paar Zentimeter bewegen. Ein Fortschritt. Neben ihm stand auf einem Gestell ein computerähnliches Gerät, das seinen Herzschlag ablas. Wow, Liam dachte immer, sowas existiere nur in Filmen. Es piepte alle zwei Sekunden. Er vermutete, dass das das ein gutes Zeichen war.


Er holte nochmal tief Luft und die kleinen Leuchtzeichen auf dem Schaubild schossen mit seinem Herzflattern in die Höhe. Es war amüsant für ihn anzusehen. Im Grunde, schien es das einzige bisschen an Licht in diesem sonst so dunklen Raum zu sein. Er hörte ein Knacken gefolgt von den verräterischen Geräuschen von Schritten. Liam lächelte bei dem Gedanken seine Mutter zu sehen. Er konnte auch seine Lippen bewegen. Er wusste nicht, warum ihm das passiert war. Das letzte an was er sich erinnern konnte war...naja, gar nichts. Er konnte sich überhaupt erst gar nicht daran erinnern, warum er überhaupt im Krankenhaus war. Er musste sich wohl den Kopf gestoßen haben. Aber es war ok. Seine Mama würde bald da sein und die Dinge in Ordnung bringen.  

In seinen Augen spiegelte sich Überraschung, als statt der pummeligen Figur seiner Mutter eine schmale Gestalt in einem Schwesternoutfit hinter dem Vorhang erschien. In ihrer Hand hielt sie ein Klemmbrett und einen Stift und murmelte vor sich hin. Sie stand am Fuß von Liam’s Bett. Die Dunkelheit wandte sich um ihr Gesicht. Es war zu dunkel, um irgendwelche charakteristischen Merkmale festzustellen. Sie warf einen Blick auf Liam, murmelte etwas über die Dunkelheit und verschwand wieder hinter dem Vorhang. Liam’s Herz sank. Die einzige Gesellschaft, die er bekommen hatte, nachdem er aufgewacht war, war nun weg und die Dunkelheit nahm ihre Anwesenheit ein, als ob sie niemals dagewesen wäre.

Er drehte seinen Kopf zurück in die Richtung des Piepsers - so hatte er die Maschine genannt, die seine Werte zeigte - und war dabei noch einmal tief einzuatmen als die Dunkelheit von etwas Weißem verdrängt wurde. Nicht einmal Licht, nur Weiß. Seine Augen brannten und er bewegte sich so gut er konnte, was nur ein läppischer Ruck des Halses um einige Zentimeter war. Seine Augen blieben offen. Das Licht schmetterte ihnen entgegen, bevor Liam sie fest schloß. Da erst bemerkte er, dass seine Augen bereits geschlossen waren und dass das Licht so hell war, dass es sich sogar durch seine Lider bohrte.

Er hörte einen Schrei vom Fuß seines Bettes. Er riss die Augen auf und seine verengten Pupillen konnten die Gestalt einer Frau erkennen. Die Krankenschwester - eine schwarze Silhouette vor einem weißen Schlund - ließ ihr Klemmbrett fallen, als sie ihn entsetzlich anstarrte. Er riss seinen Kopf hoch. Die ruckartige Bewegung machte ihn benommen.

Liam wusste nicht, ob es die Bewegung war, die das verursachte, oder ob es der plötzliche Schock über den Schrei war, den die Dame von sich gab. Aber es war irgendwo um diese Zeit, als Liam ohnmächtig wurde.

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