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Ich erinnere mich. Lange hatte ich mit dem Vergessen zu kämpfen. Doch nun erreichen mich meine Erinnerungen langsam wieder. Sie waren verschwunden. Doch sie kommen zurück. Mit der Zeit.


Sie haben mich eingesperrt. Sie meinten, ich sei nicht dazu imstande, ein soziales Leben zu führen. Sie sagen, ich lebe in meiner Welt. Sie sagen, ich sei wahnsinnig. Sie sagen, ich sei auch ein Mensch. Wie sie. Sie irren sich! Sie haben sich immer geirrt! Sie werden sich immer irren!

Ich sitze in einem weißen Raum. Schon lange. Aber nicht mehr lange! Ich werde ihnen beweisen, dass ich auch ein Recht habe zu leben. Hier auf ihrem kleinen, schmutzigen Planeten. Aber ich muss ihnen zu erkennen geben dass ich das kann. Sonst werden sie es nicht zulassen.

Ich werde ihnen zeigen, dass ich eine Bereicherung bin.

Ich werde ihnen zeigen, dass ich ein Geschenk bin.

Ich werde ihnen zeigen, dass ich von ihnen gebraucht werde.

Ich werde ihnen zeigen, dass ich sie erlösen kann.

Ihnen müssen ihre kleinen, blinden Augen geöffnet werden. Und ich werde das tun. Ich bin ihr Retter! Der Retter dieses kleinen Planeten. Ich werde den Planeten retten.

Ich werde hier beginnen. In diesem Haus. Hier werde ich mit meiner Rettungsaktion starten. Dieses Haus wird bald rein sein. So sauber. So befreit.

Ich höre Schritte. Ich setze mich mit meinem Rücken in Richtung Tür. Ich sitze mitten in dem weißen Raum.

Ein sogenannter „Pfleger“ schließt mit einem klackenden Geräusch die Tür auf. „Hier. Ihr Essenghhhck.“ Sein letztes Wort wird erstickt. Das Blut, das er spuckt, befleckt die weiße Wand.

„Freust du dich?“, frage ich ihn. Er starrt mich aus seinen angsterfüllten Augen an. Angsterfüllt sind sie. Und Blind! Er ist genauso blind wie alle seiner Spezies.

Blut kommt gurgelnd aus seinem verlogenen Mund geflossen. Der weiße Boden verfärbt sich rot. Eine wunderschöne Farbe. Der „Pfleger“ will scheinbar um Hilfe schreien. Er verschluckt sich an seinem Lebenselixier.

„Warum freust du dich denn nicht?“, frage ich ihn, während ich lustvoll an seiner Kehle kaue. Sie schmeckt so wundervoll. Ich reiße ihm ein großes, vor Blut tropfendes Stück Fleisch und Haut heraus. Meine langen, spitzen, scharfkantig schneidigen Fingernägel ramme ich mehrmals in seinen Hals. In seine Lebensadern. Es ist so schön, etwas gutes zu tun!

Er keucht, spuckt Blut, versucht sich vergeblich von mir zu befreien. Dummer Mensch!

Er erliegt seinen Verletzungen. Er ist befreit! Erlöst von dieser bösen Welt. Ein Gefühl der Euphorie durchströmt mich. Er ist gerettet! Ich habe ihn gerettet. Endlich konnte ich wieder retten!

Ich trinke von seinem warmen, schon leicht zähflüssigen Saft. Er fließt glitschig über den weißen Boden. Meine Zunge schleckt rau durch das rote Blut. Es schmeckt so befreiend. Ich reibe mich damit ein. Ich gieße es über meinen Kopf. So schön Warm. Das habe ich vermisst. Ich kratze an dem Homo Sapiens. Reiße immer mehr Stückchen aus ihm heraus. Das ist die größte Ehre, die ich ihm geben kann!

Andere stürmen zu mir. Sie wollen mich beruhigen. Sie übergeben sich. Sie halten sich ihre blinden Augen zu. Dumme Menschen! Wollen sie denn mein Werk nicht sehen?

Sie sind so schnell erlöst! So schnell frei! Warum wollen sie mich beruhigen? Ich war lange nicht mehr so glücklich! Ich habe schon so lange nichts mehr so gutes getan.

Doch jetzt muss ich fliehen. Sie können den Wert meines befreienden Werkes mit ihren blinden Augen nicht sehen. Ich konnte ihnen leider keine Ehre mehr erweisen.

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