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Ich stellte die Sonnenliege direkt unter den Kirschbaum in unserem Garten und erging mich im Nichtstun, der Schatten darunter ließ die Mittagshitze ein wenig erträglicher erscheinen. Trotzdem wünschte ich mir, die Klimaanlage im Wohnzimmer unseres Hauses hätte nicht den Geist aufgegeben, aber eine andere Möglichkeit sah ich nicht.
Man könnte nun meinen, das das Schwimmbad oder gar ein Baggersee die besseren Alternativen wären, doch war ich nie jemand, der sich wie eine Ölsardine zwischen Sonnenschirm und Handtuch wohlfühlte.
Viel lieber war ich für mich selbst, ohne Kinder, die schreiend um einen herumrannten, oder irgendwelche nervigen Pärchen, die mit Schläger und Federball bewaffnet um einen herumtänzelten.
Wieder verirrten sich einige Bienen in einer Fächerblume, die meine Mutter gepflanzt hatte. Eigentlich war eine Hälfte des Gartens nur mit Blumen gesäumt, ein Hobby von ihr. Sie hatte Blumen schon immer gemocht, die schönen Farben, der Duft und als Hobby sehr beruhigend.
Wäre nichts für mich. Dann doch lieber herumliegen und die Ruhe genießen. „Hast du meine Sonnencreme gesehen?“
Die Stimme meiner kleinen Schwester drang schwach aus dem Haus. „Verdammt noch mal. wo ist die Tube?“

Meine Schwester, laut, nervig und immer noch hier. Ich atmete einmal tief durch und machte mich darauf gefasst, dass die nächsten Minuten ihre Stille verlieren würden. Ich vernahm schon ihre nackten Füße über das Gras schlurfen.
„Nein, ich habe deine Sonnencreme nicht gesehen. Und überhaupt, wieso bist du eigentlich noch hier? Wolltest du nicht mit deinen Freundinnen ins Schwimmbad?“
Ich wartete auf eine Antwort, obwohl sie mich absurderweise gar nicht interessierte. Wahrscheinlich hatten sie sich mal wieder zerstritten, wegen eines Typen oder so, den alle drei für sich beanspruchten, natürlich.
„Ines und Amelie haben die Lust verloren, warum auch immer. Ich habe nicht nachgefragt, aber auf jeden Fall macht es alleine keinen Spaß, also bleibe ich zuhause.“
Sie kam näher.
„Ich weiß nicht, wo meine Tube geblieben ist, und dachte, ich könnte etwas von deiner abhaben.“
Das Rascheln des Grases verstummte in meiner Höhe. Ich blinzelte, da direkt über ihr die Sonne hing. Erst erkannte ich nur Schemen ihres Gesichts, doch als ich bemerkte, dass sie völlig entkleidet vor mir stand, wandte ich mich ab.
„Mensch Lana, zieh dir doch mal was über. Musst du nackt sein?“
Sie bemühte sich nicht, dies in die Tat umzusetzen; stattdessen bekam ich eine sarkastische Schattierung ihrer Stimme.
„Och, jetzt tu mal nicht so, als hättest du noch nie ein Mädchen nackt gesehen.“
In diesem Punkt musste ich ihr recht geben.
„Genehmigt“, gab ich mich geschlagen. „Aber nicht die eigene Schwester. Restanstand besitze sogar ich.“
Ich surfte gern mal auf Pornoseiten, auch auf solchen, in denen die Frauen jünger aussahen, doch deren Alter niemals die Achtzehn unterschritt. Vielleicht spielte sie darauf an?
„Wer's glaubt wird selig.“
Ich hatte meine Antwort; sie hatte wohl wieder auf meinem Laptop herumgeschnüffelt. Aber da ich nichts zu verbergen hatte, ließ mich ihre Antwort eher kalt. Ich machte mir nur Sorgen darum, dass sie es unseren Eltern erzählen könnte, da gäbe es dann einen Rüffel. Ich musste endlich mal mein Passwort ändern.

Aus dem Augenwinkel nahm ich wahr, wie sie in die Hocke ging und mir immer näher kam und sagte: „Elia, ich weiß genau, dass du mich auch gerne mal so benutzen würdest wie die Mädchen auf den Bildern benutzt werden.“
Ihre Stimme klang nun süffisant als würde sie mir damit eins auswischen, dass es mich ärgern würde, die eigene Schwester nicht ins Bett zu bekommen. Was einfach nur lächerlich war.
Bevor ich irgendeine Antwort in Form einer verteidigenden Aussage geben konnte, hatte sie sich aus der Hocke erhoben und begab sich an den Fuß der Sonnenliege, direkt in mein Blickfeld.
„Na, großer Bruder, gefällt dir, was du siehst?“
Sie berührte ihren Körper und wartete irgendeine Reaktion von mir ab, doch mir wurde dies zu bunt.
„Jetzt reicht es mit dir. Hast du ein Rad ab?“
Ich schrie sie wütend an und hoffte, der Spuk sei damit zuende. Wie kam sie nur dazu, so eine Show abzuziehen? Sie stoppte erschrocken in der Bewegung und sah mich betreten an, ich dagegen war noch nicht fertig: „Ich will nichts weiter als die Ruhe im Garten genießen und habe mich hierher verzogen, um der Hitze zu entfliehen. Aber du hast nichts Besseres zu tun, als so eine Show abzuziehen? Was ist in dich gefahren?“
Ich konnte erkennen, wie sie um die Nase allmählich rot wurde und sie eine verlegene Körperhaltung annahm, sodass sie sich wohl ein großes Loch wünschte, in dem sie sich verkriechen konnte. Auf ihren grünen Augen begann ein schimmernder Film zu entstehen, der mir sagte, dass ich ihr zu aggressiv entgegengetreten war. Ich wollte schon zu einer Entschuldigung ansetzen, doch kam sie mir zuvor: „Fick dich, du Arsch!“
Sie warf mir noch den Mittelfinger in mein Gesicht, dann rannte sie wieder ins Haus. Ich blieb verwirrt zurück, da ihre Verhaltensweise schon ziemlich merkwürdig war. Es ergab keinen Sinn.
Jedoch wusste ich, dass ich ihr hinterhergehen würde, um mich zu entschuldigen. Da war sie wieder, die Ruhe, nichts mit entspannendem Dösen.

Ich stand im Türrahmen ihres Zimmers und fragte kleinlaut: „Was ist los mit dir?“
Ich wusste schon, dass ich mir nichts vorzuwerfen hatte, aber ich hatte überreagiert, sie war doch so sensibel. Ich hätte sie nicht anschreien dürfen. Sie reagierte nicht, lag immer noch da und schluchzte in ihr Kopfkissen.
„Lana, es tut mir leid, dass ich dich so angeschrien habe, es war nicht meine Absicht gewesen. Ich weiß doch, wie sensibel du bist und habe es leider vergessen.“
Schwerfällig hob sie ihr Gesicht aus dem Kissen und blickte tränenreich in meine Richtung. Ich erkannte Verzweiflung darin, vermischt mit Resignation, und darüber einen weinenden Schluckauf.
„Lass mich allein!“ brachte sie stoßweise hervor und drehte mir den Rücken zu, doch ich wollte keine Ruhe geben.
„Jetzt sag schon, du kleiner Dickkopf!“ witzelte ich und bemerkte, dass sie ebenfalls kurz lachte.
„Hör mal, es tut mir wirklich leid, dass ich dich so angefahren habe, aber du musst mir erklären, warum du dich im Garten so komisch aufgeführt hast.“
Sie rührte sich nicht.
„Nicht du bist abartig oder pervers, nein, ich bin es. Ich bin Dreck“, heulte sie die Wörter, ich verstand nicht ganz. „Hast du vielleicht herausgefunden, dass du lesbisch bist, und dich unglücklicherweise in eine deiner Freundinnen verliebt?“ Ich hielt es für unwahrscheinlich, doch versuchte ich damit die Situation aufzulockern. Wie stümperhaft, ohrfeigte ich mich.
„Ich will nicht darüber sprechen. Lass mich einfach alleine!“
Ich wollte sie nicht drängen; also beschloss ich, ihr diesen Wunsch zu erfüllen, und sagte: „Nun gut, ich lass dich allein. Wenn du mich suchst, du weißt ja, wo du mich findest.“
Sie zuckte kurz und drehte sich dann zu mir. Sie bot den Anblick eines Kindes, dem man den Lutscher weggenommen hatte und damit herumwedelte.

„Ich liebe dich.“

Im ersten Moment verstand ich nicht die Bedeutung ihrer Worte, doch während sie ihr Gesicht sinken ließ und die Tränen über ihre Wange kullerten, verstand ich nur zu gut. Sie richtete sich nun auf und nahm auf der Bettkante Platz, aber sah noch immer zu Boden; ihre Schultern hingen resignierend herab - und wieder dieser rote Schimmer um ihre Nase.

„Ich liebe dich“, wiederholte sie im Flüsterton, dabei sank sie noch tiefer in sich zusammen. Ich schwieg, konnte dieser Offenbarung nichts entgegensetzen außer Ungläubigkeit. Ja, ich konnte es nicht glauben.
„Lana, wenn das einer deiner kranken Scherze ist, finde ich den nicht mehr witzig“, drohte ich ernsthaft. Sie hatte mich mal davon überzeugen können, dass der Herd in der Küche Gas verliere. Den Rest des Tages hatte sie sich dann über mich lustig gemacht, da ich tatsächlich die Feuerwehr verständigt hatte. Der Hausarrest war ihr sicher gewesen, und vier Monate Taschengeldkürzung kamen hinzu, doch meinte sie, dass es das wert gewesen sei.

Sie schüttelte den Kopf und sah mich nun doch an.
„Ich liebe dich, Elias, und jeder Versuch, meine Gefühle zu dir zu unterdrücken, macht es nur noch schlimmer. Ich habe es versucht, aber...“
Ihre Stimme zerbrach, sie weinte so heftig, dass ich Angst hatte, dass sie keine Luft mehr bekam. Ich, ich stand noch immer nur da, fand mein Gehirn einfach nicht, da es konsterniert in meinem Kopf lag.
Augenblicklich setzte sich mein Körper in Bewegung, ohne dass besagtes Gehirn seinen leeren Beitrag dazu leistete, und nahm neben ihr auf der Kante Platz.
„Sag doch bitte was; starr mich nicht so an, als wäre ich Abschaum!“ sagte sie atemlos, während ich meinen Arm um ihre Schulter legte. Sie sah mich beschämt an. „Du bist kein Abschaum, das weißt du schon selbst, aber das ich diese Liebe nicht erwidern kann, weißt du hoffentlich auch.“
Sie zuckte zusammen.

Ich bemühte mich erneut, aber Lana hatte etwas dagegen, denn ihre Lippen lagen auf meinen, reflexartig wollte ich sie von mir stoßen, doch hielt mich eine unbekannte Macht davon ab.
„So weich, sie sind so weich“, dachte ich. „Sie sind so weich.“
Ich zerfiel in ihren Gesten und tauchte besinnlich dort ein, wo sie am intimsten waren, wenn man vom Geschlechtsakt absah. Willig ließ ich ihre Zunge von mir Besitz ergreifen, die mir ihren süßen Speichel näher brachte, und ich wollte mehr, viel mehr.
„Bitte, lass mich dich spüren!“ hauchte sie wimmernd in mein Ohr, nachdem wir uns voneinander gelöst hatten. Sie zitterte am ganzen Körper, aber nicht vor Kälte, wie man vermuten würde, sondern vor Erregung, die ihr sogar ins Gesicht geschrieben stand. Auch an mir hatte dieser Kuss Spuren hinterlassen, was sie mit einem Lächeln bekundete. Sie berührte meine Wange, einer warmen Sommerbrise ähnlich, die dir die Liebe versprach, die du immer gesucht hast, aber, wie es immer geschah, brutal entrissen wurde. Mit uns beiden schlägt diese ihre Wogen, und ich sehe es in ihrem tiefen Grün, dass sie sich mir hingeben wollte.
Ich betrachtete sie. Sie war so zart und unschuldig, dass es wehtat. Ich berührte ihre kleinen Brüste, ließ meine Finger über die weichen Erhebungen schweben, was sie sichtlich genoss. Zitterndes Stöhnen entfuhr ihren Mund; ich sah, wie sich die Härchen in ihrem Nacken aufstellten und dieses erregte Schaudern bis hinunter zu den Fußspitzen reichte.
Sachte ließ sie sich auf ihrem Bett nieder und spreizte leicht die Beine, sodass ich einen Blick auf ihre unberührte Bucht erhaschen konnte - intime Einblicke, die mir den Atem raubten. In einer Trance gefangen, die Liebe versprach, entledigte ich mich meiner Kleidung und konnte auch meine Erregung nun nicht mehr verleugnen.

Begehren 2 - Leere Version1

Ein Schritt auf sie zu. Sie sah mich erwartungsvoll an. Die geheimnisvolle Bucht war nun keine mehr, da sich nun das Meer öffnete - und unter mir die Untiefen der verbotenen Liebe. Ich beugte mich über sie, unsere Gesichter ganz nah beieinander. In ihrem Gesicht erleuchtete die Vorfreude auf das, was sie sich gewünscht hatte, ihre Augen strahlten voller Glanz.
„Elias", säuselte sie erwartungsvoll. „Ich möchte, dass du dich nicht zurückhältst, auch wenn ich unter heftigsten Schmerz leide, dann stoß bitte noch härter zu!"
In meinem Kopf entstand ein Bild meiner Schwester, die sich vor liebender Pein krümmte, doch ich immer wieder zustieß, bis sie in sich selbst verging.
„Und du bist dir sicher, das nur ich dir diese Liebe geben kann?“
Sie hob ihr Gesicht zu meinem Ohr und flüsterte mit verzerrter Stimme: „Du musst endlich aufwachen, du perverses Dreckschwein.“

Autor: Bloody_ Tears_ 666

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