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Du kannst nicht vor deiner Strafe fliehen,

denn früher oder später wirst du von deiner Vergangenheit eingeholt.




"Und was jetzt?! Sag mir, Jessie, was sollen wir tun? Sag es mir!", sagte Kyle in panischen Ton. Seine Stimme zitterte und er beugte sich weit nach vorn über das Lenkrad. "Was heißt da wir, Kyle?", antwortete seine ältere Schwester. "Ich komme nicht ins Gefängnis, sondern du, mein Lieber."

"Klappe! Halt deine verdammte Klappe! Du hast sie mit dem Stein erschlagen und bewusstlos gemacht!", fluchte er.

"Ach! Und wer hat denn bitteschön die Axt in ihren Rücken gerammt, nur um sicher zu gehen, dass sie auch wirklich tot war, hm?"

Kyle sagte nichts dazu.

"Glaub mir, Kyle, du kannst Gift drauf nehmen, dass du in den Knast kommen wirst!"

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"Jessie, ich...hast du eigentlich gar nicht gemerkt, dass ich das alles nur für dich getan habe?", schrie er laut. Jessie jedoch achtete überhaupt nicht auf ihren Bruder, sondern fuhr mit ihrer Rede fort. "Du musst es zugeben, Junge! Rückgängig können wir es jetzt auch nicht mehr machen."

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"Es muss doch eine andere Lösung geben." meinte er und stieß einen langen, verzweifelnden Seufzer aus. "Eh... Ja, die gibt es! Und zwar lautet sie so: du gestehst alles! Sag, es war alles deine Idee! Oh Mann, was weiß ich? Tisch denen einfach irgendeine Lüge auf, weil ich kann es mir nicht leisten, noch mal eingebuchtet zu werden." "Aber ich will nicht ins Gefängnis! Ich will nicht!", protestierte er. "Kyle! Jemand muss nun mal den Kopf hinhalten! Und diesmal bist du es! Du hast wenigstens keine Vorstrafe und Frischlinge wie dich, im Knast, lässt man in Ruhe, nicht solche wie mich..." Jessie brach ab.

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"Oder wir sagen einfach gar nichts."

Kyle runzelte die Stirn. "Was? Wie meinst du das?" Er war verwirrt. Was meinte seine Schwester damit?

"Damit meine ich, dass wir das einfach geheim halten. Das wird sozusagen unser kleines Geheimnis. Und..." "...Und wenn jemand die Leiche findet?", unterbrach Kyle sie. "Sie ist unter der Erde! Wir haben sie sicher vergraben. Tief unter der Erde, in einem tiefen Loch."

Er kratzte sich am Kopf und umklammerte das Lenkrad so fest, dass seine Fingerknöchel weiß hervortraten. Er schaute stur geradeaus, auf die leere, menschenleere, dunkle Straße. Der Himmel war pechschwarz geworden. Die gelb-weißen Strahlen der Scheinwerfer hüllten die Straße in ein helles Licht. Der starke Regen prasselte auf die Windschutzscheibe nieder. Es war ein rhythmisches Klopfen. Die Scheibenwischer bewegten sich schnell von links nach rechts. Hin und her.

Lange war es still im Auto, da durchbrach Kyle die unerträgliche Stille.

"Ich werde alles gestehen. Unseren Mord werde ich gestehen. Ich kehr um, wir fahren zur Polizeistation. Das war's. Ich hätte mich nie auf deinen Deal einlassen sollen. Oh Gott, wie konnte ich bloß so dumm sein?" Kyle war den Tränen nahe.

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Überrascht riss Jessie ihre Augen weit auf und starrte ihren jüngeren Bruder völlig entgeistert an. "WAS?!", rief sie empört.

Mit ihrer hohen, schrillen Stimme zuckte Kyle vor Schreck kurz zusammen.

"NEIN! Kyle! Nein! Tu das nicht! Ich habe zwei Vorstrafen wegen schweren Ladendiebstahls und Angriff auf einen Polizisten! Ich war 5 Jahre, 5 grauenhafte Jahre dort! Kyle, oh mein Gott, das kannst du mir doch nicht antun! Glaub mir, keiner wird was merken! Wir haben die Tote sicher versteckt, keiner wird sie finden! Ganz ruhig! Wir werden das gleiche Leben führen wie früher! Alles wird wieder normal! Alles wird..."

"Meine Fresse, ich kann mir einfach kein normales Leben vorstellen! Ich kann es einfach nicht, verstehst du das denn nicht, Jessie? Wie soll ich ruhig bleiben, wenn ich jeden Morgen dann mit dem Gedanken aufwache, dass ich gerade meine 15 Jahre alte Schwester getötet habe! Vielleicht tut dir das innerlich nichts, doch bei mir ist es anders! Ich fühle mich schrecklich und miserabel! Ich könnte jetzt auf der Stelle kotzen! So übel ist mir gerade! Mir tut das innerlich total weh!", fiel er ihr ins Wort.

"Kyle", brüllte Jessie wütend. "Wenn du jetzt alles verplapperst, dann ist der Deal geplatzt! Du kannst das Geld vergessen und schön einen anderen Weg finden, deine Drogen zu bezahlen, mein Freund!"

Kyle stieß einen wutentbrannten Schrei aus und da brannte ihm die Sicherung durch.

"Na und?! Das ist mir scheißegal! Ich scheiß auf dieses gottverdammte Geld! Du kannst es behalten von mir aus! Falls du das nicht gemerkt hast, aber wir haben unsere eigene Schwester umgebracht, verdammt nochmal!", brüllte er lautstark zurück.

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Jessie öffnete ihren Mund, um etwas zu erwidern, doch mit einer Handbewegung deutete er an, dass sie Ruhe geben sollte. "Nein, du sagst jetzt gar nichts! Vielleicht hattest du kein gutes Verhältnis mit Mary, aber ich schon! Ich mochte meine kleine Schwester! Sehr sogar! Was geschieht hier bloß?! Das, was ich hier gerade erlebe, kann doch alles nicht wahr sein!"

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Gib Gas

"Kyle."

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"Ich, ich breche gleich zusammen." Kyle schluchzte auf.

120

"Kyle?!"

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"Was haben wir bloß getan?! Wir sind eiskalte Mörder! Killer! Monster! Furchtbare Menschen!"

140

"Kyle!"

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Er drehte sich zu seiner Schwester. Er schrie sie zornig an: "Was ist?!"

"KYLE! SIEH AUF DIE STRASSE!"

Blitzartig blickte er auf die Strasse und drückte seinen Fuß auf die Bremse, doch es war zu spät.

Jessie stieß einen gellenden Schrei aus, als das Auto den steilen Abhang hinunter raste.



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