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Nein. Du nicht.

Wieso nicht?

Du bist nicht richtig.

Was meinst du damit?

Du passt nicht, lass mich einfach in Ruhe.

Sag mir, warum du das tust.

Ich kann nicht. Nicht jetzt.


Du öffnest deine Augen. Dies sind die letzten Fetzen eines Gesprächs, das dir noch durch den Kopf ging, bevor du aufgewacht bist. Träumen ist schon etwas Seltsames. Du dringst in eine andere Welt, in der Hoffnung, das zu erreichen, was du niemals in deinem „richtigen“ Leben schaffen wirst.

Du stehst auf, schaust dich um, starrst auf dein Bett. Die Decke ist zusammengeknüllt, du musst sie über Nacht von dir weggestrampelt haben. Ist schon in Ordnung, du machst dein Bett später.

Du gehst ins Bad. Putzt dir die Zähne, duschst dich, ziehst dich an… Es ist ein ganz normaler Tag. Wie immer. Aber die Routine ist, was uns Menschen beruhigt, nicht wahr?

Du steigst das Treppengeländer herunter, grüßt die alte Dame mit den vielen Katzen, trittst aus dem Wohngebäude. Im Vorgarten stehen einige dubiose Gestalten, du schreitest schnell an Ihnen vorbei, während du sie aus dem Augenwinkel beobachtest.

Punks würden viele sie nennen, Holligans, Junkies, du findest, dass das sehr negative Bezeichnungen für diese Menschen sind. Ein Teil von dir hat Mitleid mit diesen Menschen, fragt sich, was sie an diesen Punkt in ihrem Leben gebracht hat. Ein anderer Teil will sich allerdings so schnell wie möglich von diesen Leuten entfernen und geht so unauffällig wie möglich an ihnen vorbei.

Du biegst nach rechts ab, gehst in die U-Bahn. Dort wartest du dann. Ein Mann spricht dich an, er ist wohl betrunken. Er fragt dich, ob du sein Gras kaufen willst. Du lehnst ab. Die Bahn kommt, du steigst ein. Verlässt den Mann mit dem ekelhaften alkoholisierten Mundgeruch und setzt sich auf einen Platz in der U-Bahn. Dir sitzt ein Junge mit großen Kopfhörern gegenüber. Auf den Kopfhörern war „b“ abgebildet, was bedeutet, dass der Junge wohl mehr Aufwand für seinen Ruf als für gute Qualität betreibt. Die Bahn hält, die stehenden Menschen rutschen ein wenig zur Seite, halten sich an den herunterhängenden Schlaufen fest. Eine Schar von Leuten verlässt den Wagon und neue Menschenmassen betreten ihn.

Es gibt so viele Menschen auf dieser Welt, das wird nie langweilig hier, denkst du dir und beobachtest die Neuankömmlinge.

Eine Frau ist darunter. Sie ist fast vollkommen in schwarz und weiß gekleidet. Bis auf die Lippen, die in einen verführerischen Rotton gehalten sind. Sie ist keine Professionelle, da bist du dir sicher. Sie scheint nur das Rot des Lippenstifts zu mögen. Vielleicht traf sie heute auch ihren Freund, vielleicht war sie auf der Suche nach einem, wer weiß das schon?

Ihr schwarzes Haar ist nach hinten gesteckt und sie hält sich etwas unbeholfen an der gelben Bahnstange fest. Du tippst sie an, stehst auf und deutest ihr, sich an deiner Stelle hinzusetzen. Dankend nickt sie, lächelt dich an. Mit ihren roten Lippen ähnelt ihr Lächeln das einen seltsamen Clowns, doch irgendwie hatte es etwas…

Die Bahn fährt weiter, bis zu deiner Haltestelle. Du verlässt den Waggon, steigst die Treppen hoch und betrittst die von Abgasen erfüllte ach so schöne Außenwelt. Wie immer, es war alles wie immer. Routine.

Du gehst in eins der gläsernen von Menschen gebauten Monstrositäten, die viele auch als „Hochhäuser“ bezeichnen. Betrittst die Lobby, gehst in den Aufzug. Eintönige Fahrstuhlmusik erfüllt den Raum, während sich die Zahlen auf der Leuchtanzeige steigern. Die Türen öffnen sich, du trittst heraus und schlenderst zu deinem Arbeitsplatz.

Nichts Besonderes auf dem Tisch. Du hast einen Bürojob, herausstechende Arbeitsaufträge sind eher mau. Es wäre zu kompliziert und zu langweilig, zu wiederholen, was deine Aufgaben in deinem Beruf sind. Fest steht, dass du sie mit gutem Gewissen erfüllst. Die Leute mögen dich, du lieferst Standard. Standard ist gut, es ist nicht außergewöhnlich, nett.

Warum solltest du aus deinem Leben herausstechen? Alle wollen das, schaffen es nicht und leben ihr Leben unglücklich. Das ist nicht dein Ziel. War es nie, wird es nie sein.

Du siehst auf die Uhr. Es ist 5 Uhr. Zeit, zu gehen. Du gehst zurück in den Aufzug. Deine Geschäftskollegen haben heute nicht sehr viel mit dir geredet. Vielleicht bist du Ihnen als Durchschnittsmensch nicht spannend genug, wer weiß das schon?

Du verlässt das Gebäude, fährst mit der Bahn zurück, gehst in das alte Wohnhaus, legst dich ins Bett und schläfst ein.


Was ist?

Du willst es nicht verstehen, oder?

Was meinst du?

Du passt nicht.

Ich passe nicht?

Du passt nicht.

Wow, und was soll das bedeuten?

Wach auf.

Ich soll wa-

WACH AUF.


Ich öffne die Augen, sehe an eine weiße Decke. Mein Psychiater schaut mich an.

„Sind sie jetzt wach?“

Ich nicke.

„Können wir dann mit der Therapie beginnen?“

Ich nicke.

Diversum (Diskussion) 13:50, 1. Jan. 2015 (UTC)

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