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Ein Verletzter Bearbeiten

Ich sitze am Fenster meines Apartments und sehe den Regentropen zu, wie sie an der Scheibe abperlen. Es ist irgendwie entspannend. In meiner Hand ein Weinglas gefüllt mit Blut, es ist ganz frisch. Heute Mittag habe ich seinen Träger erstochen, einen ekelhaft geizigen Bonzen. In der anderen Hand ein Buch, Elysion. Ein gutes Buch! Ich hab heute den ganzen Tag für meine Prüfung gelernt und erst um halb 8 zu Abend gegessen. Grade habe ich mein Geschirr gespült und gönne mir jetzt eine Pause. Morgen bringe ich die Organe von dem Typen weg. Ich verkaufe sie wie immer an Willy. Willy ist ein Organhändler im kriminellen Untergrund, wir im kriminellen Untergrund nennen und SAPO (staatlich anerkannte Psycho - Organisation). Eigentlich eher als Witz, da viele der Mitglieder mindestens einmal in der Klapse waren. Die meisten sind irre Killer, Psychopathen oder wurden einfach von der Gesellschaft ausgestoßen. Man unterstützt sich gegenseitig, wo man kann, auch wenn ich die meisten dort nur verachte. Kinderschänder, Nazis, Sexisten, Vergewaltiger und solche Leute halt. Plötzlich klingelt mein Handy. Ich ziehe es aus der Hosentasche, Styx, mein Bruder, ruft an. Eigentlich heißt er Markus, so wie ich eigentlich Lina heiße. Aber mit unseren alten Leben haben wir auch die Namen abgelegt. Jetzt sind wir Styx und Blood. Ich drücke auf „annehmen“. Styx fängt sofort an zu labern: „Blood, ich weiß, es ist grade ´ne komische Zeit. Für dich Mittag oder so. 8 Uhr abends halt. Aber komm sofort zu meiner Wohnung, die SAPO wollte den Dings, diesen einen Mörder - Spacko aus der Klapse holen, da ist noch ein anderer Typ mit raus gekommen. Meinten, der könnte dich interessieren. Der ist außerdem verletzt und braucht einen sauberen Platz.“ „Bin sofort da!“ sage ich und lege auf. Ich springe auf, renne aus der Wohnungstür und greife noch schnell meine Jacke. Vor dem Haus sprinte ich los, nach 10 Minuten bin ich bei einem verlassenen Hotel. Durch einen alten Lüftungsschacht komme ich in den Keller, Styx seine „Wohnung“! Alles ist so schmuddelig und verdreckt wie immer. Der Boden ist bedeckt mit alten Pizzaschachteln und Porno- Heften. Auf der Matratze, die Styx Bett nennt, liegt ein junger Mann. Seine schulterlangen braunen Haare sind schweißnass und auf seiner Schulter sieht man ein Einschussloch. Ich gehe zu ihm und wische mit einem Lappen die Schweißperlen von seiner Stirn. Seine Augen sind geschlossen und man merkt nur am frostigen Zittern seiner Körpers, dass er lebt. Plötzlich tritt mein Bruder aus dem Schatten: „ Die Kugel ist draußen, Muskeln wurden auch keine getroffen. Kannst du ihn mit zu dir nehmen?“ Ich nicke.

Kennenlernen Bearbeiten

Styx hilft mir, ihn unauffällig in meine Wohnung zu tragen. Dann schicke ich ihn um den jungen Mann zu baden. Währenddessen wasche ich seine Sachen und trockne sie. Mir ist es egal, dass Styx mich etwas in die Hausfrauenrolle drängt. Nachdem Styx den Typen angezogen und in mein Bett gelegt hat, geht er wieder. Ich bleibe allein mit dem bewusstlosen Fremden. Die ganze Nacht wacht er nicht auf. Alle 3 Stunden wechsele ich den Verband an seiner Schulter. In den frühen Morgenstunden flattern seine Augenlider, er wacht auf. Er öffnet seine Augen und setzt sich im Bett auf. „Wo bin ich?“ fragt er und hält sich dem Kopf. Ich setze mich aufs Bett : „ In Sicherheit! Wer bist du?“ „ Ich bin, ach ich bin... ist nicht so wichtig.“ „Doch! Irgendwie muss ich dich doch nennen!“ „Dann nenn mich bitte Darling.“ „Darling?“ Er nickt. „Hinter dem Namen steckt doch sicher eine Geschichte.“ sage ich neugierig. „Ja, leider. So hat mich mein Freund immer genannt. Vor einer Weile hab ich Schluss gemacht und er ist ausgerastet. Hat mir Schläger auf den Hals gehetzt. Die haben das mit meinem Auge gemacht.“ Sein rechtes Auge sieht ganz normal aus, aber das linke ist einfach nur ein verkraterter schwarzer Ball. Darling erzählt weiter: „ Dann bin ich durchgedreht, hab meinen Ex erstochen, in seinen letzten Worten hat er mich Darling genannt. Ich hab immer weiter getötet und den Leichen „Darling“ in die Brust geritzt.“ Ich sehe ihn betroffen an: „Tut mir leid.“ „Kannst du ja nichts für. Wie heißt du eigentlich?“ „Blood“. Ich mag diesen Darling irgendwie. „Bock zu zocken?“ frage ich. „Kommt drauf an, was“ „Ich hab CoD, Assassins Creed , GTA...“ „Oh Mann, ich hab ewig kein Assassins Creed mehr gespielt.“ „Dann lass ´ne Runde Black Flag spielen.“ „Klar“ Ich helfe ihm ins Wohnzimmer und schmeiße die Playstation an. „Ein Glas Blut?“ frage ich höflich. „Nee danke. Ach davon hast du den Namen Blood“ sagt Darling und lächelt zum ersten Mal.

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