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"Lauf!", schrie die Stimme in ihrem Kopf.

Nicht stehen bleiben! Doch so sehr sich Kitty anstrengte, ihre Beine wurden immer schwächer. Hinter ihr lag die Forschungsstation „Forest Hill“, eine frühere Psychiatrie, heute ein Forschungslabor. Kitty hatte heute beim Frühapell die Chance ergriffen. Sie hatte sich einen einfachen Ausbruch gewünscht, musste aber auf ihrem Weg mindestens ein dutzend Wachmänner mit der geklauten Pistole und dem Vorrat an Munition in ihrem Rucksack erschießen. Nun rannte sie so schnell wie möglich über das dicht bewaldete Gelände. Sie hörte den Lärm hinter sich, den ihr Ausbruch verursacht hat, ihre Schritte, das Laub rascheln, das Blut in ihrem Kopf pulsieren. Immer auf den Rhythmus ihrer Schritte konzentriert, stolperte sie über den rutschigen Waldboden. Schüsse fielen, und Kitty schrie vor Angst auf. Hunde bellten hinter ihr, doch im selben Moment sah Kitty ihre einzige Hoffnung. Der Sicherheitszaun. Sie war glücklicherweise so schlau gewesen, unbemerkt den Strom für den Zaun abzuschalten, dennoch war da noch der Draht mit den kleinen Messern, der sich über den Zaun spannte. Aber es blieb keine Zeit. Kitty nahm die Pistole zwischen die Zähne und zog sich an dem Drahtzaun hoch, immer wieder blieb ihr dünne Hemd hängen. Gerade als die erste Salve Jagdhunde am Zaun ankam, kämpfte sich Kitty durch den Messerdraht, der ihr in die Haut schnitt. Ein weiter Sprung, und sie war drüben. Doch es blieb keine Zeit zum verschnaufen. Die Pistole fest mit der Hand umklammernd, rannte sie weiter, Richtung Freiheit...


Am Rand einer Kleinstadt angekommen, taumelte Kitty müde, geschunden aber überglücklich in eine alte, heruntergekommene Gartenlaube. Es stand eine zerfledderte Couch drin, auf die sie fiel und sofort einschlief. Am nächsten Morgen wachte Kitty mit den ersten Sonnenstrahlen auf. Im Glauben, ein Wachmann aus dem Labor hätte sie geweckt, sprang sie sofort auf. Doch als sie registrierte, das sie ihre erste Nacht in Freiheit verbracht hatte, lachte sie erleichtert. Kitty ließ sich in die Couch zurückfallen und verzog das Gesicht. Die Schnitte an ihrem Körper machten sich bemerkbar. Lange wollte sie sich nicht mehr hier aufhalten, also zog sie den Rucksack und die Pistole zu sich. In dem Rucksack war das wenige, was Kitty wirklich wichtig war, sowie Munition und eine Flasche Wasser. Erst jetzt bemerkte das Mädchen ihren wahnsinnigen Durst und nahm einen großen Schluck. Als sie fertig war, nahm sie ein Foto und einen Spiegel aus dem Rucksack. Glücklicherweise hatte sie im Gesicht nichts abbekommen außer einer schramme unter dem rechten Auge. Ihr Walnussbraunes Haar hing ihr ins Gesicht und traurig sah Kitty in ihre eigenen, blauen Augen. Sie sah darin ihre Familie. Sie richtete den Blick auf das Foto. Es zeigte ihre Eltern und ihre Brüder. Sie hatte zwei Brüder und war die jüngste in der Familie. Sie selbst war auf dem Foto gerade einen Monat alt, und lag in den Armen ihres jüngeren Bruders, er war damals 5. Das war vor 13 Jahren. Heute fragte sie sich, ob ihre Familie sie überhaupt wieder haben wollte. Im Alter von 1 Jahr war sie nach Forest Hill verschleppt worden, und die einzige Erinnerung war an ihre beiden Brüder, und wie ihr älterer Bruder ihr ihren Lieblingsteddy Wexid schenkte. Wexid lag jetzt schon etwas abgenutzt in dem Rucksack. Kitty fing sich wieder und steckte alles in den Rucksack, sie musste weiter ziehen. Sie stand auf, zog die knarrende Holztür auf und sah sich um. Vor ihr lag eine ruhige Kleinstadt, hinter ihr ein weitläufiges Feld. Den Rucksack setzte sie auf, die Pistole steckte sie in den Gürtel. Leise wie ein Schatten zog Kitty durch die Stadt und erntete misstrauische Blicke. Ein Mädchen mit zerfleddertem, alten Hemd, kurzer Hose und eiskaltem Blick sah man nicht oft hier in der Gegend. Vor einer Bäckerei blieb sie stehen und kramte das Foto raus. Sie ging rein und ein helles Klingeln empfing sie. Die Frau hinter der Theke sah sie missbilligend an und fragte: „Was kann ich für sie tun?“ Kitty legte das Foto auf die Theke. „Haben sie die schon mal gesehen?“ Die Frau rümpfte die Nase und knurrte: „Nein, solch komische Leute gibt es hier sicher nicht!“ Kitty' s Augen weiteten sich. „Wag es nicht, diese Leute komisch zu nennen!“

Die Frau sah sie entrüstete an und rief: „Was fällt dir eigentlich ein?! Ich glaub' s ja wohl!“ Kitty machte einen Satz über die Theke und packte die Frau. „Niemand darf meine Familie beleidigen!!“ Die Frau zappelte und schrie: „Lass sofort los du dreckige Göre!“ Doch Kitty war stark für ihr Alter und drückte die Frau zu Boden. Blitzschnell zog sie die Pistole aus dem Gürtel und drückte sie der Frau in den Mund. Die Frau verkrampfte sich und starrte Kitty an. Kitty' s Mund verzog sich zu einem Grinsen. Sie entsicherte die Waffe und zischte: „Süße Träume..“ Ein Knall, Blut spritzte. Der entstellte Kopf der Frau fiel in den Nacken und Kitty stand auf. Die Frau hatte ihr Schicksal selbst besiegelt...

Auf ihrem Weg hinterließ Kitty eine blutige Spur von Leichen, doch niemand hatte ihre Familie gesehen. Am Ende stand Kitty in einer Mietwohnung, der Besitzer lag tot in seinem Bett. Sie ging ins Bad und wischte sich das Blut aus dem Gesicht. Ihre Schramme am Auge war nun eine helle Narbe. Kitty hatte auf dem Weg Kleidung geklaut und trug nun ein Schwarzes Hemd,das in die Hose gesteckt war, eine weiße Hose und eine weiße Weste. Die Pistole steckte wie immer im Gürtel. Kitty sah in den Spiegel und flüsterte: „Ich finde euch, egal was ich dafür tun muss...“ Sie ging ins Wohnzimmer, nahm Wexid aus dem Rucksack und legte sich hin. Wexid war der einzige, den sie noch hatte. Doch bald war sie wieder bei ihrer Familie. Und das erste, was sie tun würde, ist sich für Wexid bedanken. Doch bis dahin musste weiter Leute fragen und töten. Und ehrlich gesagt, töten war gar nicht so schlecht. Mit einem leisen Kichern schlief die psychophatische Mörderin ein...

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