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Wieso hast du hier drauf geklickt? Verschwinde. Das ist nicht gut für dich. Glaub mir. Verschwinde, verdammt nochmal, ich weiß, dass du noch hier bist! Wie naiv bist du eigentlich? Hau ab!

Du willst also die Wahrheit wissen? Gut. Sie steht in den nächsten Zeilen, die ich schreiben werde.

Sie steht in diesen Zeilen, die ich schreibe, meine Finger huschen über die Tastatur, meine müden, hungrigen Augen streifen die Lettern, die sich gnadenlos auf meine Netzhaut brennen. Der Bildschirm ist viel zu hell für diesen dunklen Raum, wohl eher eine Kammer, kein Lichtstrahl dringt durch die winzige, verglaste Luke die sich als Fenster schimpft, so verdreckt ist die Scheibe. Die Wände sind siffig, reiner Beton, ich frage mich wie ich hier her gekommen bin, es gibt keine Tür. Hier sind nur diese grauen Betonwände, welche mich einengen und mir die Luft zu rauben scheinen. Sie sind Blutbefleckt, der metallische Geruch beißt ein wenig in meiner Nase, aber das macht mir nichts mehr aus. Hier sind nur ein ziemlich unbequemer, kalter Holzstuhl, auf den ich meinen Hintern verfrachtet habe, mein Hintern selbst ( also ich ) und natürlich dieser Computer, welcher meine einzige Lichtquelle in dieser Kammer darstellt, gleichzeitig mein einziger Zugang zur Außenwelt, vielleicht der Grund, wieso ich hier bin, vielleicht auch nicht, er ist mein Segen und zugleich auch mein Fluch.

Ich weiß automatisch, wo die Buchstaben auf der Tastatur sind, und das ist auch gut so. Die Buchstaben sind kaum noch zu sehen, nicht weil sie verblasst sind, alt, oder die Tastatur abgenutzt, nein - die Tastatur wird von genauso viel Blut geziert wie die Wand, welche sich hinter meinem Computer erstreckt, und wieder frage ich mich, woher das Teil seinen Strom nimmt. Hier gibt es keine Steckdose, kein Kabel, gar nichts, wirklich gar nichts. Nur der Beton, der Stuhl, der Computer und meine Wenigkeit. Achja, und das viele Blut natürlich, es haftet an den Wänden, am Boden, an der Tastatur, sogar ein wenig am Bildschirm, schnell wische ich den Tropfen weg. Ich sehe auf zur Decke und frage mich, wie das Blut wohl sogar an die ziemlich hohe Decke kam. Also ich meine, ich habe ja noch nie jemanden an die Decke gepinnt - wie auch immer das gehen soll - und dort erschossen, erstochen oder auf irgendeine andere Weise blutig das Leben geraubt. Ich mache es immer blutig. Ich liebe Blut, deswegen ist es hier überall, ich liebe es. Es ist gewissermaßen... Deko.

Und dann bin da ich. Das Blut ist, wie zu erwarten, auch auf mir, ich sehe es auf meiner Kleidung, wenn ich hinab blicke. Ich sehe einen roten Fleck in der Mitte auf meinem Bauch, einer auf meiner Schulter, auf meinen Knien... und jeder Fleck erzählt eine eigene Geschichte, die Geschichte, wie mein Leben beginnt, wenn ein anderes endet, und ich kann euch zu jedem einzelnen verdammten Blutfleck die Geschichte dahinter erzählen. Alles. Bis aufs kleinste Detail. Wer es war. Warum. Wie ich es tat. Wo, diese Frage wäre wohl sinnlos, in diesem Raum ist ja... nun ja, wenn hier das Blut ist, ist es wohl logisch, dass es hier geschieht. Aber ich tue es nicht aus Wut, ich empfinde es jedes Mal als Liebe.

Und jedes Mal aufs neue, wenn ich jemanden hinter mir höre, die letzten Atemzüge an mein Ohr dringen, setze ich mich wieder zufrieden auf diesen Holzstuhl und schreibe die Geschichte nieder. Mit meinen blutbeschmierten Fingern und klopfendem Herzen schreibe ich dann Geschichte für Geschichte, Absatz für Absatz, Vers für Vers, Wort für Wort. Für euch, versteht sich.

Und ihr denkt, es wäre erfunden? Pff, solche Anfänger... es muss real sein, versteht ihr? Nur so erreicht ihr das, was ihr erreichen wollt.

Und somit ist das Blut, deren Blut nicht nur eine Dekoration, es ist eine Inspiration. Auch ihre toten, leblosen Körper. Ihre letzten Worte, ihre letzten Atemzüge sind die einzigen, die hier in dieser Räumlichkeit zu exestieren scheinen. Und nun tue ich es wieder. Die Geschichte von jemandem niederschreiben. Nun höre ich hinter mir, wie er seinen letzten Atemzug macht. Es ist Musik für meine hungrigen Ohren.

Schade, nun ist er tot. Aber das macht nichts. Sein Blut und seine Geschichte werden hier aufgeschrieben, eifrig notiert, er wird nie vergessen sein.

Also. Weißt du nun die Wahrheit hinter diesen Buchstaben, hinter diesen Zeilen, die sich in deinen Kopf eingebrannt haben? Ja? Dann ist ja gut. Also, nun habe ich dir meine Geschichte erzählt. Darf ich deine wissen? Willst du sie mir erzählen?

Willst du der Nächste sein?

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