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Blut.

Es war da, das wusste ich, auch wenn meine Augen fest geschlossen waren.

Ich spürte es warm und klebrig an meinen Händen, die ich vor mein Gesicht geschlagen hatte.

Ich nahm den metallischen Geschmack und Geruch wahr.

Mein Bett hatte jegliche Wärme verloren und ich fröstelte, denn ich wusste genau was jetzt passieren würde.

Schließlich quält mich genau der selbe Albtraum nun bereits seit mindestens einer Woche täglich. Und glücklicherweise war mir klar, dass ich nur träumte. Dennoch begann mein Herz zu rasen, als ich es hörte. Ein Gurgeln, so leise, dass ich es kaum bemerkt hätte. Und dann roch ich es. So widerwärtig süßlich, übelkeiterregend.

Faulig.

Verwesend.

Ich presste die Hände fester auf mein Gesicht, krabbelte auf dem Bett zurück, bis die kalte Wand gegen meinen Rücken stieß. Ich wollte weg, aufwachen.

Und auf gar keinen Fall die Augen öffnen. Denn das Bild von dem Ding vor mir würde sich sicherlich in mein Gedächtnis brennen, wie ein Brandzeichen auf meinem Gehirn. Und verdammt, alles nur das nicht. Der Geruch reichte mir schon an Grauen.

Das Gurgeln wurde lauter.

Es klang als würde jemand versuchen zu Sprechen, der es nie gelernt hatte oder als wäre derjenige gefesselt. Gut, jetzt wachte ich normalerweise schweißgebadet auf. Ich atmete heftig, wartete sehnsüchtig darauf, schreiend in meinem Bett aufzuwachen, mich anzuziehen und einen gewöhnlichen Schultag zu verbringen. Wie die ganze letzte Woche.

Und dann spürte ich etwas an meinem Knie, ich zog es sofort an meinen Körper an.

Verdammt, hat das Ding mich angefasst?!

Was auch immer mich da berührt hatte, es war merkwürdig glitschig und feucht, wie ein Fisch oder sowas.

Es viel mir schwer, klare Gedanken zu fassen, ich schrie nur gedanklich, dass ich endlich aufwachen wollte, aber blieb äußerlich still.

Ich traute mich nicht mich zu bewegen oder zu schreien und ich hatte panische Angst vor dem Gedanken die Augen zu öffnen.

Da! Kein Gurgeln diesmal, mehr ein genuscheltes Wort, aber ich war unfähig zu hören, was genau es war.

Ich konnte mich nicht noch kleiner zusammenkauern, als ich das Rascheln meiner Bettdecke hörte, aber ich wünschte ich könnte es, denn nicht ich hatte mich bewegt und dieses Geräusch gemacht. Ich spürte, wie das Ding näher an mich herankam, konnte es noch deutlicher riechen.

Bitte, bitte bitte... ich will doch nur aufwachen! Keine Ahnung wen ich da eigentlich anflehte, vielleicht Gott, wegen mir auch Allah oder Jahwe, ich wollte doch nur, dass es endlich aufhörte!

Tränen füllten meine zusammengekniffenen Augen.

Ich spürte wieder etwas, diesmal an meinen Haaren.

Das Ding berührte sie, ganz leicht.

Ich spürte seinen Atem an meinem Hals, es musste ganz in der Nähe sein, aber ich wagte nicht, mich zu bewegen. Und dann machte es wieder ein Geräusch, aber diesmal verstand ich es.

"Sieh... mich... an."

Ein Schauer lief meinen Rücken herunter, die Stimme war kratzig, tief und merkwürdig lallend. Ich begann leise zu schluchzen und warf hektisch meinen Kopf hin und her, um ein deutliches Nein zu signalisieren.

Oh Gott, oh Gott, oh Gott... Bitte!!

"Emily...Jetzt."

Ich schluckte heftig und nahm vorsichtig meine blutigen Handflächen von meinen noch fest geschlossenen Augen. Mit einem Ruck öffnete ich sie und dann sah ich es...

Das kleine Zimmer mit den hellen Schreibtischmöbeln und den großen Fenstern, keine Spur von einem Monster. Es roch nicht nach Verwesung und Tränen der Erleichterung liefen über meine Wangen.

Ich war endlich aufgewacht!

Glücklich fuhr ich mit meinem Handrücken über mein Gesicht um die salzigen Tränen wegzuwischen, als ich die rote Flüssigkeit auf meiner Hand bemerkte. Und eine Flut des Geruches von verwesendem Fleisch mich überrollte.