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Es war die Nacht des 1. Januars und es war mein erster Tag als Krankenschwester. Es gab sofort eine ganze Menge zu tun, denn da ich in einer sehr großen Stadt mit über 200.000 Einwohnern lebte, wurden schon kurz nach 18 Uhr die ersten Verletzten in das Gebäude eingeliefert. Verbrennungen 2. bis 3. Grades, Schnitt- sowie Splitterverletzungen und alle möglichen anderen Dinge, die an Silvester passieren. Doch eine Patientin stach aus der Menge heraus.

Sie konnte weder ihren Namen noch ihr Alter nennen; die Ärzte konnten nichtmal mit ihr kommunizieren. Sie war vollkommen traumatisiert, zitterte am ganzen Körper und man spürte förmlich die Präsenz von etwas Grauenhaftem in ihrer Gegenwart. Man vermutete, dass sie überfallen worden war oder, dass ihr irgendwelche Teenager einen ganz kranken Streich gespielt hatten. Sie sprach nicht direkt zu uns, sondern stotterte nur vor sich hin.

Diese Augen - die Augen Satans!

Keiner konnte sich erklären, was der jungen Frau zugestoßen sein könnte, also brachten wir sie zunächst in eines der Zimmer, um ihr Zeit zu geben sich zu beruhigen. Sie hatte wohl einen Schock erlitten, doch die Ärzte sagten, dass ihr nichts ernsthaftes zugestoßen wäre. Lediglich ein paar Schürf- und Kratzwunden seien ihr zugefügt wurden und scheinbar war sie von einem wilden Tier angefallen wurden, denn man fand tiefe Bisswunden an Armen und Beinen.

Während ich durch die Gänge lief und darauf achtete, dass alle Patienten versorgt waren, schweifte mein Blick immer wieder zum Zimmer der jungen Frau hinüber. Ich hatte einfach ein durch und durch seltsames Gefühl bei dieser Person. Ihre Verletzungen waren nicht sonderlich ungewöhnlich, doch das was sie von sich gab erschien mir außerordentlich rätselhaft.

Es musste gegen 3 Uhr morgens gewesen sein, als ich zu ihr geschickt wurde, doch als ich ihr Zimmer betrat, lag sie nicht mehr in ihrem Bett und auch im Bad war sie unauffindbar. Ich begann nach ihr zu suchen, doch konnte ich sie nirgendwo entdecken. Schließlich hörte ich Geräusche aus dem Korridor, von welchem aus man Zutritt zu den Medikamenten erhielt. Hatte sie etwa Medikamente stehlen wollen? Ich beschloss der Sache nachzugehen und bis heute bereue ich diesen Entschluss.

Als ich langsam durch den Gang schlich vernahm ich deutlich Geräusche, die ich jedoch nicht genau zuordnen konnte. Es waren keine gewöhnlichen Laute, sondern es hörte sich an wie - ein Tier. Als ich weiterging bemerkte ich, dass die Geräusche nicht aus dem Medikamenten-Raum kamen, sondern aus jenem Raum in welchem wir die die Blutspenden aufbewahrten. Ich bekam es langsam mit der Angst zu tun? Wer oder was hatte sich Zutritt zu diesem Raum verschafft?

Als ich die Tür öffnete konnte ich zunächst nichts erkennen, doch nachdem ich einige Schritte vorwärts gemacht hatte, rutschte ich plötzlich auf dem schmierigen Boden aus und mit Entsetzen erblickte ich die riesige Lache, die sich auf diesem gebildet hatte! Nun hörte ich die Geräusche ganz deutlich und als ich meinen Kopf nach links drehte, erblickte ich die junge Frau.

Auf allen Vieren hockte sie in einer Ecke und hatte noch einen halb vollen Beutel Blut zwischen ihren Zähnen. Die fauchte mich an, wie eine Katze oder so ähnlich. Dann sprang sie plötzlich auf und rannte an mir vorbei. Diese Augen! Ihre Pupillen waren völlig verschwunden und auch von ihren Iriten war nichts mehr zu sehen. Zudem zeichnete sich ein leicht gelblicher Schimmer auf ihrer Netzhaut ab. Aber das schlimmste waren ihre Zähne - mein Gott diese Zähne. Lang und spitz waren sie, wie von einem wilden Tier, nein... nicht einmal ein Tier konnte solch grausige Reißzähne haben.

Mein Blut gefror und ich erlangte erst nach Minuten die Kontrolle über meinen Körper. Die Frau war fort und auch die Ärzte konnten mir nicht sagen wohin sie geflohen war. Mr. Matthews bot mir an, den restlichen Tag frei zu nehmen, um meine Nerven zu beruhigen. Ich war völlig durch den Wind, war verstört, verängstigt und während ich die tiefe Bisswunde an meinem rechten Arm verarztete, fiel mein Blick auf meine immer noch blutverschmierten Hände. In diesem Moment begann der Duft des Blutes sich zu intensivieren, mein Augenlicht wurde allmählich schwächer und kurz darauf wanderte meine Zunge über meine blutverschmierten Fingerspitzen.

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