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Meine Schritte hallten in meinen Ohren, so laut als würde man sie noch in zehn Kilometern Entfernung hören. Ich wollte so schnell es geht hier fort. Mir war bewusst, dass ich nicht noch schneller laufen konnte, da mir die Füße schon schmerzten, wie wenn ich Tage lang am Rennen wäre, dabei sind erst zwanzig Minuten vergangen, in denen ich so schnell gerannt bin, wie ich konnte.

Schweißperlen rannen mir das Gesicht herab, doch anhalten konnte ich nicht. Nicht jetzt. Sonst würde er mich erwischen. Ich atmete schon unregelmäßig. Nur einige Meter trennten mich von meinem Ende. Nur einige Meter trennten mich von ihm. Ich weiß nicht ob es ihm Spaß bereitete, mir dabei zuzusehen wie ich um mein Leben rannte, oder ob er mich einfach nur schwächen wollte. Was auch immer er wollte, ich konnte absolut nichts dagegen unternehmen.

Er war mindestens doppelt so schnell wie ich. Jede Sekunde schien er mir näher zu kommen und jeden Moment wurde meine Angst größer. Ich wollte nicht sterben, noch nicht und schon gar nicht so.

Die Lichter der Straßenlaternen waren die einzigen Wegweiser, welche mir vielleicht noch aus diesem Albtraum helfen konnten. Er hatte Angst vor Licht. Leider brachte mir das nicht viel, denn die Lichter flackerten. Das gab ihm genau die Zeit mich einzuholen. Er ist schnell, so schnell, dass man ihn mit bloßem Augen nicht erkennen kann. Außer er will erkannt werden.

Die Sonne schien mir schon vor Tagen hinter den Bergen verschwunden zu sein, dabei waren es gerade mal vierzig Minuten, die ich in dieser Dunkelheit mit ihm verbracht habe. Ein kalter Schauer jagt meinen Rücken herunter beim bloßen Gedanken an ihn. Eigentlich hatte ich schon aufgegeben, nachdem ich ihn das erste Mal gesehen hatte. Dieses bestialische Grinsen werde ich nie wieder vergessen können, es hat sich in mein Kopf eingebrannt und sucht mich seit Jahren heim.

Das erste Mal sah ich ihn in einem Albtraum. Diese braunen Haare, welche eher Stroh glichen, rote Augen, so rot wie Blut, ein unbeschreiblich boshaftes, fieses und auch in irgendeiner Weise lüsternes Grinsen. Damals hatte er mich lediglich in meinen Träumen verletzt, doch jetzt schien ihm das nicht mehr zu genügen.

Mit letzter Kraft bog ich ab und entdeckte einen Wald, welcher sich vor mir erstreckte. Vielleicht konnte ich mich dort vor ihm verstecken, schoss es mir durch den Kopf und ich rannte weiter. Doch meine Hoffnung löste sich sogleich in Luft auf, als ich den Abgrund einige Meter vor meinen Füßen entfernt ausmachte.

Ich erschrak, stolperte und fiel hinunter, zur Erde. Ich biss meine Zähne zusammen, als ich auf dem steinharten Boden aufschlug. Vorsichtig öffnete ich meine Augen, welche ich während des Fallens panisch geschlossen hatte und sah den Abgrund nur wenige Meter vor mir entfernt. Erleichtert atmete ich aus.

Die Erleichterung hielt jedoch nicht lange an, denn ich hörte ein amüsiertes Kichern hinter meinem Rücken. Ich erstarrte und erneut lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Zitternd hob ich den Kopf und sah über meine Schulter hinweg nach hinten. Dort stand er, mit diesem unbeschreiblich bösem, fiesen und irgendwie auch lüsternen Grinsen im Gesicht. Da wusste ich, das wird mein Ende...