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Es tat so weh. Ich spürte, wie die frischen Nähte an meinem Bauch rissen. Ich verzog mein Gesicht, worauf sich auch die Nähte im Gesicht gefährlich dehnten. Trotz der unerträglichen, körperlichen Schmerzen kämpfte ich gegen meine Instinkte an. Ich darf mich nicht ausruhen, nicht nachdem ich so weit gekommen war. Diese körperlichen Schmerzen waren schlimm, jedoch nicht annähernd so grausam wie meine seelischen. Sie hatte ihn einen Dämon genannt. Jeff ist doch mein Bruder. Galle bahnte sich den Weg nach oben und ich erbrach mich geräuschvoll. Die dumpfen Bilder schlichen sich heimtückisch in meinen Kopf. Ich wollte sie nicht sehen, nicht wahrhaben.

„Nein, Jeff würde mir doch nie wehtun.“ Ich lachte nervös.

„Es war bestimmt nur ein Versehen, er war verstört und nicht er selbst. Das meint er nicht so, ganz bestimmt!“ Allmählich glaubte ich meinen Worten und das schlechte Gefühl verschwand.

„Vielleicht denkt er, ich mag ihn nicht mehr, aber wenn er mich so sieht. Wir nehmen uns nicht viel!“ Aber das würde nicht ausreichen. Ich brauchte ein Geschenk. Eines, dass ihn zu verstehen gibt, wie sehr ich ihn anbetete, kein billiges Computerspiel oder Socken.

„Töte sie alle!“ Mittlerweile hatte ich mich an die Stimme in meinem Kopf gewöhnt.

„Ok, gute Idee!“ Ich kicherte. Wenn ich Jeffs Feinde umbrachte, alle die gegen ihn waren, würde er mich beachten. Wir würden wieder eine Familie werden, nur wir zwei! Ich griff nach dem Skalpell, das ich mitgehen lassen hab und zog es aus meiner Hosentasche.

„Let´s go!“ Ich weiß nicht, wie viele es waren, bei dreihundert hatte ich aufgehört zu zählen. Da gab es sooo viele. Miss Gilburg, die grantige Oma von nebenan, die immer gemeckert hatte, wenn wir zu laut waren, Mr. Lennort, der ihn andauernd nachsitzen ließ, das Mädchen, das ihn einen Freak nannte. So viele….

„He, wenn du denkst, du könntest mich übertreffen…“

„Jeff!“ Ich lief meinen Bruder freudig in die Arme.

„Schau mal, mein Gesicht. Jetzt bin ich auch einer von den Besonderen.“ Ich fuhr mir mit den Fingern über die Narbe.

„Dämlicher Spast!“ Ich spürte einen leichten Stich im Herzen, der aber gleich wieder verschwand. Armer Jeff.

„Du musst keine Angst haben. Sieh doch. Das alles habe ich nur für dich getan!“

„Für mich.“ Jeffs Stimme verriet keine Emotionen. Es herrschte absolute Stille. Langsam breitete er seine Arme aus und ging auf mich zu. Diese ganzen Morde, mein Werk hatten sein Ziel nicht verfehlt. Tränen rannen mir über mein entstelltes Gesicht und ließen die Kluft meiner Wunden auflodern, wie höllisches Feuer.

„Ich wusste, dass du mich liebst….Jeff, mein Bruder mei-“ Der Schmerz kam unerwartet und viel zu schnell. Perplex starrte ich an mir hinunter. Da steckte ein Messer. Nein, das konnte nicht wahr sein.

„J-Jeff…“ Lautes Lachen durchbrach das Schweigen.

„Dummer Junge, geh einfach schlafen!“ Zitternd sank ich zu Boden. Ein Schwall Blut floss aus meinem Mund. Mir wurde schlecht und ich warf mich auf den Rücken. Dort stand er, über mich gebeugt, sich vor Lachen den Bauch haltend. Ein Lächeln trat auf meine Lippen. Das letzte, was ich sehen würde, wäre mein großer Bruder. Er war so lieb. Ich wusste es, er konnte mich nicht hassen! Er tat dies nur für mich. Kein anderer könnte es je verstehen.

„Danke, dass du gekommen bist. Ich hatte Angst, alleine zu sterben.“

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