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Ich weiß nicht mehr, wie alt ich genau war, zwischen sieben bis acht Jahren würde ich sagen, also 2002-2003.

Es war einer dieser gewöhnlichen Abende. Ich, mein Bruder (vier Jahre älter als ich) und meine Mutter saßen zusammen auf unserem alten Ledersofa und schauten fern. Wir mussten am nächsten Tag nicht in die Schule, weil Freitag war.

Na ja, das ist auch nebensächlich, worauf es ankommt, passiert nun: Ich lag ganz friedlich in den Armen meiner Mutter, bis mein Bruder mit einer seiner TOLLEN Ideen herüberkam: „Lasst uns die Goonies gucken.“ Meine Mum war nicht begeistert, sie wusste, dass der Film ab 12 war, doch was sollte sie auch großartig gegen unser Gequengel tun? Nach einer kurzen Diskussion saßen wir alle da und schauten die Goonies. Es war ein unglaublich guter Film: Die Schatzkarte, die Höhlen, einfach - atemberaubend ...Bis auf eine Kleinigkeit: Ihr werdet mich für albern halten, aber wer von euch kennt Sloth? Der dritte der Brüder, so erinnere ich mich zumindest.

Er hat mir Angst gemacht, mehr als Angst. Jedes Mal, wenn ich ihn sah, habe ich angefangen zu schluchzen.

Nun gut, heute weiß ich natürlich, dass man keinen Menschen nach seinem Aussehen beurteilen darf, aber sagt das mal einem Siebenjährigen, da hat man nun mal Angst aus Unwissenheit, weil man etwas nicht kennt. Weiter geht`s: Meine Mutter brachte mich zu Bett und schaltete mir mein Abendlicht an. Alles super. Es war ruhig, schön behaglich warm, doch der Horror begann, als ich einschlief.

Es war das Grauenvollste, das man mir hätte antun können. Ich war mit meinen Eltern einkaufen in diesem Traum. Weit, weit weg von Zuhause. Ich rannte durch die Gänge und sah das ganze Spielzeug. Ich war überglücklich.

Ich schnappte mir ein paar Spielsachen, denn meine Eltern sagten mir, ich könnte mir etwas aussuchen, doch als ich alles abgesucht hatte, kam mir eine erschreckende Erkenntnis: Keiner da...

Ich verließ den Laden und suchte alle Parkplätze ab, doch nach vielen Stunden konnte ich das Auto meiner Eltern nicht entdecken. Es war mittlerweile Nacht. Alles, was ich hatte, waren ein paar Straßenlaternen, die mir etwas Licht spendeten. Keine Autos, kein offener Laden, keine anderen Gebäude. Man kam sich wie an einer Raststelle in Amerika um 3:30 Uhr morgens vor, sage ich euch.

Ich beschloss, selbst nach Hause zu finden. Ich lief und lief eine ganze Ewigkeit lang. Ich kam an verschiedene Städte meiner Kindheit, verrückt zusammengewürfelt aus meiner Erinnerung: Bad-Homburg, Wiesbaden, Weißkirchen, ohne jedoch je einen anderen Menschen getroffen zu haben. 

Doch dann, eines Tages, hielt ein schwarzes Auto nicht weit von mir. Ich rannte natürlich hin, wenn man tagelang keine Menschenseele sieht, ist einem alles recht.

FEHLER, ganz schwerer FEHLER, muss ich sagen. Was für liebe Menschen das doch waren - sie haben mich ins Auto gezerrt, düster angeblickt und festgehalten. Wir fuhren eine Ewigkeit lang, nachdem ich jedoch den Ort erblickte, wo ich wohnte, reichte es mir endgültig. Ich zerrte am Steuer und das Auto knallte gegen eine Mauer.

Im Normalfall wäre ich wohl tot gewesen. Ich nenne es "kindliche Fantasie in meinen Träumen". Ich rannte also zu meinem Haus.

Ich schluckte schwer. Es mussten Tage vergangen sein, dass ich zuletzt ein Haus betreten hatte,

Bis zu diesem Zeitpunkt bin ich immer nur gelaufen und gelaufen, doch als ich die Tür öffnete, bekam ich fast einen Schock. Die ganze Wohnung war verwüstet! Ich ging ins Wohnzimmer und fand das Ledersofa zerfetzt vor, danach ging ich in mein Zimmer ...Komplett leer. Ich fragte mich in diesem Moment, ob sie mich absichtlich vergessen hatten. Ich war in Panik und rannte zum Zimmer meiner Eltern und stieß die Tür auf.

Was ich dort sah, ließ mein Herz so ruckartig in sich zusammenkrampfen, dass ich das Gefühl hatte, man hätte es mir mit bloßer Hand zerdrückt. Da stand sie, meine Mutter, doch gleichzeitig war sie es irgendwie nicht.

Ihr Kopf war ganz lang gezogen und schief geformt wie bei Sloth. Sie ging mit langen Schritten auf mich zu. „Hallo Mario!“, umarmte sie mich fröhlich, bis ihre langen Krallen sich von hinten in meine Wirbelsäule bohrten. Ich schrie, ich schrie um Hilfe. Das war nicht meine Mutter, das konnte sie einfach nicht sein...

Sloth

Sloth aus "Die Goonies"

expergiscereBearbeiten

Ich schrecke auf. Schweißüberströmt schaue ich mich um. Alles noch da... Mein Zimmer ist da! Ich höre Schritte meine Mutter. Sie kommt ins Zimmer und umarmt mich. „Was ist los, Liebling? Schlecht geträumt?“, ich war überglücklich.

Ich hatte keine Belastungen durch den Traum und werde sie wahrscheinlich auch nie haben. Ich lebe ein normales und glückliches Leben mit einer Ausnahme... ich habe meine Fähigkeit, mich an Träume zu erinnern, nachdem ich aufgewacht bin, verloren. Egal wie sehr ich mich anstrenge, ich kann mich einfach nicht mehr erinnern, seit der Goonie Geschichte...


Schluss:Bearbeiten

So, das war  "Caught in a dream". Ich hoffe es hat euch gefallen, wenn es das hat oder nicht, dürft ihr mir gerne sagen warum. Über ein Feedback würde ich mich freuen. Euer Legasthenie Depp  ;).

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