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Es war schon ziemlich spät an einem Sonntagabend. Reginold, von Beruf aus Wissenschaftler, war gerade dabei, seine Sachen zu packen, um sich für den nächsten Tag bereit zu machen. Er warf einen Blick auf die Wanduhr in seiner Küche. Trotzdem es erst 21:00 Uhr am Abend war, musste sich der 45-jährige Mann beeilen. Schließlich hatte er morgen früh eine junge Gruppe von Schülern zu unterrichten. Der Mann liebte seinen Job mehr als alles andere auf der Welt. Es machte ihm Spaß, junge Menschen zu bilden und zu lehren, ihnen den Weg der Wissenschaft zu zeigen und sie diesen verstehen zu lassen. Er war gerade dabei, seine mathematischen Bücher in seine Tasche zu packen, als seine Frau im Türrahmen erschien. ,,Musst du etwa schon ins Bett, Schatz?" ,,Ja, leider meine Liebe! Ich muss morgen früh raus! Aber keine Angst! Übermorgen habe ich meinen freien Tag! Morgen Abend und den Tag danach gehöre ich ganz dir!" ,,Okay, Liebling. Aber tust mir einen Gefallen? Schau mal nach Justin und Emily. Manchmal glaube ich, dass sie überhaupt nicht schlafen, sondern immer noch am Handy sitzen." ,,Geht in Ordnung Liebes!", beruhigte sie ihr Mann. Sie lächelte freundlich und verschwand wieder im Wohnzimmer. Der Mann war fertig mit dem Zusammenpacken und wollte gerade zum Schlafzimmer tappen, da fiel ihm wieder die Bitte seiner Frau ein. Also machte er kehrt und ging zum Zimmer seines Sohnes und seiner Tochter. Doch gerade, als er den Knauf der Tür umdrehen wollte, vernahm er ein Geräusch von seiner Terrasse.

Es war eine Art Klopfen, was zunehmend lauter wurde. Der ältere Wissenschaftler schaute erst mal verdutzt drein, nahm aber an, dass er sich verhört haben musste. Also fuhr er weiter fort und öffnete mit leisem Knarren die Zimmertür seines 13-jährigen Sohnes. Da hallte ein dumpfer und lauter Knall durch das Haus. Erschreckt fuhr er hoch. Was war das? Das konnte nicht seiner Fantasie entsprungen sein. Langsam drehte sich der Familienvater um. ,,Was zum Henker?",murmelte der 45-Jährige verwirrt. Er bewegte sich langsam zur Terassentür seines Hauses und fasste mit zitternden Händen an die zugezogenen Gardinen. Er holte tief Luft und schob sie beiseite - dann entfuhr ihm ein gellender Schrei des Entsetzens! Ein Kind, so ungefähr 12 oder 13 Jahre alt, stand dicht an der Terrassentür und schlug mit beiden Fäusten an die Fensterscheibe. Der Junge starrte Reginold mit leeren, zugleich hilflosen Augen an. Die Schläge glichen einem 10 Sekunden Takt. Der Junge hatte schwarze Ränder unter den Augen und kreidebleiche Haut. Er trug zerschlissene Kleidung. Seine schwarzen Haare waren völlig durchwühlt und untermalten seinen schaurigen Anblick makellos.

Reginold brauchte mehrere Sekunden um erstmal wieder runterzukommen. Denn man endeckt ja schließlich nicht alle Tage einen so ,,sonderlichen" Jungen vor seiner Terassentür. Der Junge starrte ihn an und Reginold ihn auch. Ihre Blicke kreuzten sich. Es sah danach aus, als wolle der Junge in sein Haus. Doch Reginold war sich überhaupt nicht sicher. Sollte er wirklich diesen Jungen hinein lassen? Der Junge hatte irgendwie...etwas Seltsames an sich. Der Junge begann lauter zu klopfen. Nein! Das konnte der Wissenschaftler nicht übers Herz bringen. Er schaffte es einfach nicht einen armen, warscheinlich sogar verletzten Jungen vor der Tür zu lassen. Also öffnete der Wissenschaftler die Terrassentür...

Langsam wanderte der Junge in sein Haus. In der Mitte des Esszimmers blieb er stehen und drehte sich zu dem Mann um. Der Junge starrte ihn wieder an. ,,Sag, bist du okay, mein Junge?", fragte Reginold besorgt. So einen Jungen wie diesen hatte er noch nie gesehen. Der Junge antwortete nicht. ,,Gehts dir gut?" Reginold bekam wieder keine Antwort. ,,Was ist denn los? Warum standest du vor meiner Tür?" Keine Antwort. ,,Ohje! Der arme Junge!", dachte sich Reginold. Er musste unter Schock stehen. Egal was mit dem Jungen geschehen war, es musste sehr schlimm gewesen sein. ,,Also. Fangen wir mal von vorne an. Wie heißt du?" Keine Antwort. ,,Okay...Ähm..." Plötzlich fing der Junge an zu zittern. ,,Was ist denn los?" Der Junge stoppte nicht mit dem Zittern. Nein. Im Gegenteil. Es wurde schlimmer. ,,Ich-Ich-Ich glaube, ich rufe besser den Notarzt!" Der Junge zitterte nicht mehr, nun rüttelte sein Körper schon richtig. Der Wissenschaftler griff zum Telefon und tippte die Nummer 112 in die Tastatur ein. Der Junge bekam rötliche Augen. ,,Ja, hallo? Spreche ich mit dem Notarzt?" Dem Jungen lief so langsam aber sicher Schaum aus dem Mund. ,,Ja! Ich habe hier einen Jungen, dem es sicherlich nicht gut geht! Er schäumt aus dem Mund! Beeilen Sie sich!" Auf einmal hob der Junge seinen Kopf. Der Schaum tröpfelte ihm am Mund herunter und landete auf Reginolds schönem Teppich. So etwas Abscheuliches und Scheußliches hatte Reginold noch nie in seinem Leben gesehen.

Auf einmal kroch irgendetwas aus dem Mund des Jungen. ,,Was zum...", stammelte Reginold und ließ den Hörer sinken. Plötzlich, wie ein gezielter Pfeil, krabbelten Insekten, Käfer, unglaublich viele in jeder Form, Größe, und Farbe aus dem Mund des Jungen! ,,HEILIGE SCHEISSE!!!", brüllte Reginold. Die Viecher kramten sich aus seinem Mund und krabbelten an seinen Beinen herunter. Reginold hielt sich die Hand vor den Mund. ,,Reginold...Schatz?...Ist alles in Ordnung...?", gähnte seine Frau, während sie aus dem Wohnzimmer kam, hielt jedoch inne, als sie den Jungen auch erblickte. ,,Oh Mein Gott...AHHHHHH!!" Die Käfer begannen, dem Jungen aus Ohren und Nase zu krabbeln. Er bewegte sich immer ruckartiger. Als ob er richtig unter diesem Phänomen leiden müsste. ,,WAS STIMMT DENN HIER NICHT?!", kreischte die Frau mit purer Angst. ,,Mom...Dad...Was ist denn hier los?"...", fragte Justin, sein Sohn, schläfrig, während er aus seinem Zimmer schlich. Doch da drehte sich das unbekannte Kind zu ihm um - Und plötzlich platzten seine Augen, und auch hier krabbelten ebenfalls Käfer heraus. ,,WHAT THE FUCK?!", schreckte dieser auf. Die Reaktion seiner Schwester wirkte jedoch anders auf diesen Anblick. Wie erstarrt fixierte sie das Geschehnis. Nun begann die Haut des Junges langsam zu Boden zu sinken. Wie ein einfaches Laken. Es schien, dass alle Käfer aus dem Jungen herausgekommen waren, und die ,,Hülle" des Jungen leer zu Boden fiel. Langsam fingen die Käfer an sich auf die Erwachsenen zu zu bewegen. ,,REGINOLD! WAS GEHT HIER VOR?!" Reginold schluckte. Er war wie erstarrt. In all seinen Jahren als Professor der Biologie war ihm noch nie etwas so Grauenerregendes vor Augen gekommen. Und während alle wie gebannt auf die Käfer blickten, griff die Frau langsam zu einem Besen, der in der Ecke stand...

,,NEHMT DAS, IHR VIECHER!", brüllte sie auf einmal, während sie mit dem Besen auf die Käfer einschlug. Doch dies erwies sich als schwerer Fehler. Denn die Käfer wirkten nicht sonderlich beeindruckt. Nein. Im Gegenteil: Sie krabbelten am Besenstiel hoch. Noch bevor die Frau reagieren konnte, erschienen die ersten Käfer auf ihrer Hand - und bissen ordentlich zu. Sie versuchte zu schreien, doch die Käfer krochen in Scharen an ihrem Körper hoch und jeder biss sich an ihrer Haut fest. Binnen weniger Sekunden war sie von einem Teppich von Käfern überdeckt. ,,HILFEEEEE! HILFEEEEEE!" Wie wild schlug sie um sich, doch sie bekam die Käfer nicht ab. ,,MOLLY!!!", brüllte Reginold. Er versuchte, die Käfer von ihr abzubekommen, jedoch ohne Aussicht auf Erfolg. Auf einmal rutschte sie aus und verschwand in der Käfermenge. Nun griffen die Käfer auch seine Kinder an. Seine Tochter wurde einfach im Stehen angefallen und bei lebendigem Leibe gefressen - und Reginold konnte nichts tun. Das Mädchen kreischte und schlug wild um sich. Doch es war aussichtlos...

Wie ein Stein sackte sie leblos in die Käfermenge. ,,Emily...!", schluchzte Reginold mit Tränen in den Augen. Auch seinem Sohn schien es nicht besser zu gehen. ,,Warte, Dad! Ich komme zu dir!" ,,NEIN, JUSTIN! BLEIB DA!" Doch sein Gebrüll ging in dem Summen der Käfer unter. Und da versuchte sein Sohn auch schon, zu ihm zu hüpfen - ohne Erfolg! Die Käfermenge riss ihn zu Boden und er war binnen Sekunden unter einer Decke von Insekten begraben. Er hatte noch nicht mal mehr Zeit zum Schreien. Reginold war zu verängstigt um zu trauern. Er musste überleben! Wenigstens er! Zum Wohle seiner Familie. Er griff zu einem Herd mit erhitztem Wasser. Seine Frau kochte dies immer, da die Familie neben diesem Problem auch Kakerlaken als Schädlinge hatte. Das Wasser wirkte immer. Also nahm er prompt das Wasser und schüttete es auf die Käfer - Und tatsächlich: Die Käfer starben ab! Er lächelte zufrieden. ,,Ja! JA! Sterbt, ihr Scheusale! STERBT!" Doch leider war Reginold zu siegessicher! Denn plötzlich machten die Käfer einen großen Bogen um den Strahl des kochenden Wassers - und griffen nun von den Seiten an. 3 Käfer schafften es tatsächlich auf sein Bein. Aus Angst warf Reginold den Topf durch die Fensterscheibe, sodass sie zerbarst. Er versuchte mit Erfolg aus dem kaputten Fenster zu flüchten. Dabei schnitt er sich an einer Scherbe. Er blutete, aber musste weiterlaufen. Und während er durch seinen Garten hastete, verfolgte ihn die Käfermenge auf Schritt und Tritt. Reginold hatte nur ein Ziel: Den Fluss! Zum Glück wohnten sie nahe an einem Fluss. Er müsste theoretisch also nur in diesen springen, dann würde er gerettet sein!...

Doch es war hoffnungslos. Den Käfern zu entkommen war im Vergeich so, als wolle ein Mann einem Tsunami entkommen. Durch Laufen. Doch er musste überleben! Für seine Familie! Der Schwarm aber erwischte ihn leider viel zu früh. Der Schwarm erwischte ihn, fraß ihn und ließ nichts mehr von ihm zurück. Fertig und gesättigt zog sich der Schwarm wieder zurück. Er flüchtete zurück ins Haus...Und zurück in die leere Hauthülle des Jungen. Nun richtete sich der Junge auf. Erneut voll mit Leben. Er schaute mit leeren Augen auf die Überreste der Familie. Der Junge machte nichts. Rein gar nichts. Er bewegte sich nicht. Er zog keine Grimassen. Er schaute einfach. Danach verließ er das Haus...Auf der Suche nach neuen Opfern...

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