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Alle lachten, als sich der Inhalt von Lisas Schultasche im Gang verteilte. Alle bis auf Lisa selbst, die mit Tränen in den Augen begann, ihre Sachen wieder einzusammeln.

Es war nicht das erste Mal, dass sie das machten. Immer wieder kippten sie ihre Schultasche aus, bewarfen sie mit Papierkügelchen und machten sich über sie lustig. Sie selbst wusste nicht genau warum sie das machten, aber sie gab sich die Schuld dafür.

Eigentlich war sie ein durchschnittliches Mädchen, dass sich nicht von den anderen abhob. Aber sie war schüchtern... sehr schüchtern. Freunde hatte sie keine und sie weinte sich oft in den schlaf, weil sie sich von allen gehasst fühlte. In die Schule wollte sie auch nicht mehr gehen, weil sie es nicht mehr aushielt, von allen als "Sündenbock" abgestempelt zu werden.

Ihre Eltern arbeiteten den ganzen Tag und waren nie zu hause. Lisa sah sie selten und war immer alleine im Haus, desshalb hatte sie keinen, mit dem sie über ihre Probleme reden konnte. Um zu dem Vertrauenslehrer zu gehen war sie zu schüchtern und Familie hatte sie sonst nicht in der Stadt.

Als sie ihre Schulsachen wieder eingeräumt hatte, ging sie ins Klassenzimmer. Sie setzte sich in die hinterste Ecke und hoffte, dass sie für den Rest des Tages nicht mehr angesprochen wird. Im Unterricht passte sie eh nie auf und zeichnete stattdessen Comics.

Sie liebte es, Comicfiguren zu zeichnen, weil sie dann in ihrer eigenen Welt ist. Zu hause zeichnete sie fast ausschlielich und hatte immer Malsachen dabei. Freunde, mit denen sie sch treffen könnte hatte sie nicht und mitlerweile war ihr das egal. Ihre Comicfiguren waren ihre Freunde und sie dachte sich zu jeder Figur eine Geschichte aus.

"Lisa? LISA!" schrie ihr Lehrer und Lisa schreckte hoch. "Kannst du wiederholen, was ich gerade gesagt habe?" "N-nein." Gab Lisa kleinlaut zu. "Wir sprechen uns nach der Stunde." Sagte er, ehe er sich wieder seinen Gleichungen zuwante. Ein paar streckten ihr die Zunge raus und schnitten Grimassen. Lisa guckte wieder auf ihr Blatt und versuchte ihre Klassenkameraden auszublenden.

Als es dann endlich klingelte packten alle zusammen, während Lisa auf ihrem Stul sitzen blieb und wartete. Nachdem auch die Letzten den Raum verlassen hatten stand sie auf und ging zu ihrem Lehrer ans Pult. "Sie wollten mich sprechen?""Ja, setz dich." Bot Herr Anderson ihr an und sie setzte sich. "Deine schulischen Leistungen haben erheblich nachgelassen, Lisa. Ich merke, dass du dich immer weiter in deine Welt abschweifst und andere vernachlässigen." Erklärte er ihr. "Wenn es so weiter geht, wirst du die 6 Klasse wohl nicht schaffen. Also streng dich mehr an sonst bleibst du sitzen.""J-ja ab-" "Kein aber! Ich will, dass du dich anstrengst und was tust. Ich habe dich jetzt auf dem Radar, also lehn dich nicht entspannt zurück!" fuhr er sie an. "Du darfst jetzt gehen... schönes Wochenende." Lisa verließ ohne ein Wort zu sagen den Raum. 'Er merkt noch nicht einmal, dass mit mir etwas nicht stimmt und schnauzt mich einfach an, ohne den Grund zu kennen, warum ich mich so verhalte. Das ist so unfair!' Dachte sie und bemerkte nicht, dass ihr jemand folgte, biss sie an die Mauer geschleudert wurde. Sie keuchte überrascht auf und sah ihren Verfolger an, der sich als Nick entpupte.

Nick war in der selben Klasse wie sie und verprügelte oft schwächere, wenn diese kein Geld oder Essen für ihn dabei hatten.

"W-was willst du N-nick?" Fragte Lisa ängstlich. "Ich möchte Geld." Sagte er schroff und nahm ihr das Portmonee weg. Er nahm alles, was drinne war und guckte sich ihren Ausweis an. "Du bist so hässlich!" Sagte er und lachte, während Lisa anfing zu weinen. "Hab ich dich zum weinen gebracht du kleine Heulsuse?" Fragte er frech, lachte laut los und ging endlich. Lisa nahm ihr Portmonee und ihren Ausweis und ging jetzt schneller nach hause. 'Alle sind so gemein!' Schrie sie in Gedanken.

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Als sie zuhause ankam schmiss sie ihren Rucksack in die Ecke und setzte sich an ihren Tisch, den sie zum zeichnen nutzte. Sie begann zu malen und zeichnete einen Jungen mit hellblauem T-Shirt und einer grauen Hose. Er hatte ein Blatt Papier in der Hand und lächelte. In der anderen Hand hielt er einen Stift. Sie guckte ihre Zeichnung an und schrieb dann "Comic Boy" daneben. Wie bei jeder Zeichnung fotografierte sie diese und begann sich eine Geschichte für ihn zu überlegen. Er sollte ihr bester Freund sein und sie beschützen vor Nick und den anderen. Er würde sich für sie einsetzen und alle beseitigen, die sie ärgern.

Sie wollte immer einen besten Freund haben und nun hatte sie einen. Er würde sie nicht auslachen, sondern verstehen.

Mitlerweile war es schon dunkel und sie entschloss sich schlafen zu gehen, obwohl Wochenende war. Sie kuschelte sich in ihre Decke und schloss die Augen.

Kurz bevor sie ganz eischlief hörte sie eine Stimme die sagte:" Keine Angst Lisa. Ich bin dein bester Freund und werde nicht zulassen, dass dir jemand weh tut." Dann schlief sie ganz ein.

Am nächsten morgen wollte sie sich nochmal ihre Zeichnung angucken, aber das Blatt, wo eigentlich Comic Boy drauf ein sollte war leer. 'Komisch, ich meine es hier liegen gelassen zu haben' Dachte sie und suchte alles nach ihrer Zeichnung ab. Nachdem sie aber nicht fündig wurde, entschloss sie sich zu frühstücken.

Nach zwei Tagen war die Zeichnung immer noch nicht aufgetaucht und sie hatte es schon aufgegeben danach zu suchen. Als sie den Fernseher anmachte liefen gerade die Nachrichten.

"Die Polizei bittet um Hilfe. Der 12 jährige Nick Fischer wird seit zwei Tagen vermisst. In seinem Zimmer war nur ein Blatt zu finden, auf dem eine Comic ähnliche Figur drauf gemalt war, die nach angaben der Eltern Nick darstellt, wie er schreit. Auf dem Blatt steht in rot geschrieben: "You're trapped" Zur selben Zeit verschwand auch Mike Anderson, der als Lehrer an einer Schule hier in der Nähe tätig war. Seine Frau fand ein Blatt, auf dem wieder eine Comic ähnliche Figur draufgemalt ist, die ,nach angaben seiner Frau, Herr Anderson dastellt. Wieder ist mit einem roten Stift "You're trapped" draufgeschrieben. Wer Angaben zum jetzigen Aufenthaltsort machen kann, soll sich umgehend bei der Polizei in Detroit melden." Lisa schaltete den Fernseher ab. Sie war geschockt. Das kann kein Zufall sein.

Lisa hörte Schritte. Sie kamen aus ihrem Zimmer und sie hörte, wie jemand die Treppe runter ging. Sie blieb wie angewurzelt stehen. Sie konnte sich nicht bewegen. Die Schritte waren genau hinter ihr. Sie schluckte und drehte sich um. Als sie sah Was oder viel mehr Wer da stand schrie sie. Es war Comic Boy. Die Zeichnung, die sie gemacht hat. Er war jetzt einen Kopf größer als sie und hatte das Blatt Papier und einen Stift in der Hand... genau wie auf der Zeichnung. "Hallo Lisa." Erklang seine Stimme freundlich. "W-warst du das?" fragte sie mit zitternder Stimme. "Ja, ich habe sie beseitigt,so wie du es wolltest. Wir sind Freunde Lisa." "SIND WIR NICHT! DU BIST EIN MONSTER!" Schrie sie und das Lächeln verschwand aus dem Gesicht der Comic Figur. "Wir sind keine Freunde?" Fragte er mit einer Stimme, die Lisa Gänsehaut bereitete. "NEIN UND JETZT VERSCHWINDE!" Schrie sie. "Ich werde nicht verschwinden... aber du." Sagte er wieder und grinste. Er nahm seinen Stift und begann mit diesem auf das Blatt Papier in seiner Comic-Hand zu malen. Lisa fühlte sich komisch. Sie blickte an sie runter und schrie. Sie löste sich langsam auf, je mehr er malte. Dann war sie verschwunden. Sie war nicht mehr, als eine Zeichnung auf einem Blatt. Er legte das Blatt auf den Tisch und flüsterte: "You're trapped, Lisa." Dann ging er. Lisa hatte Angst. Sie konnte sich nicht bewegen, oder sprechen. Sie versuchte zu schreien, aber es kam kein Ton über ihre Lippen. Sie konnte alles hören... aber niemand hörte sie.

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