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9 Monate später

Die drei Jugendlichen sitzen auf dem Rand der Skaterbahn und lassen ihre Beine über die Kante hängen, den Blick stur geradeaus in den großen Park der Stadt. Ein Kloß bildet sich in Crazies Hals, während sie sich die Mütter mit ihren Kindern ansieht, alle wirken so fröhlich, so glücklich. Die Wörter haben zwar dieselbe Bedeutung, aber glücklich hört sich so gezwungen an. Gezwungen sich tag täglich das Lachen dieser kleinen Fleischwesen anzuhören. Wie halten das Mütter nur aus? Nervt es sie nicht, dauernd in die Brust gebissen und vollgesabbert zu werden? Gefällt es ihnen von diesen Plagegeistern gequält zu werden, für sie zu sorgen, nur damit sie die Kinder im höheren Alter ignorieren und verlassen. Kinder können so undankbar sein. Sie lassen die Mutter im Altersheim zurück und erfreuen sich an ihrem Geld, als Dank dafür, dass ihnen ihre liebe Mama all die Jahre so gedient hat, wie einem Prinzen. Undankbares Gesindel. Wie wohl ihre Mutter so war, als sie noch klein war? Hatte sie Freude an Crazie? Wurde sie von ihrer Mutter überhaupt geliebt? So oder so, sie liebt ihre Mutter immer noch. Ebenso ihren Vater, wieso haben sie, sie verlassen? War es denn eine Schande, 

dass ihre Eltern sie einmal besuchen wollten? War es wirklich so schlimm? Heiße Tränen fließen Crazie über ihr Gesicht, dass sie Angst haben muss, gleich einen Stromschlag zu bekommen. Lukas will ihr seinen Arm um die Schulter legen, will sie trösten, aber Crazie steht blitzschnell auf. Sie lehnt sich an das Gelände der Skater Rampe und lässt die nervigen Tränen über ihr Gesicht auf den unter ihr liegenden Asphalt fallen. „All die Schmerzen, all das Leid das Mütter ertragen müssen, wenn sie diese Hackfleischdinger in sich haben, all das tun sie mit Freude, da sie wissen, dass dieses Ding, was sie gebären, ihr Kind ist, mit dem sie tun und machen können was sie wollen…“, Crazie blickt auf und sieht erneut in den Parkt, „Sie können ihr Kind lieben oder hassen. Sie können ihren Kindern das Schwimmen beibringen, oder sie gleich ertränken, so sparen sie sich viel Ärger und Geld.“

Mit diesen Worten springt Crazie von der Skater Rampe und wartet, bis ihr Lukas und Florian es ihr gleichtun. Lukas trägt eine graue Jacke, darunter ein schwarzes T-Shirt und eine schwarze Jeanshose, unter deren Hosenbeinen dunkelgraue Schuhe hervorstehen. Crazie ist ebenfalls normal gekleidet, ein Pullover, Jeans und weiße Schuhe. Florian dagegen wirkt um einiges anders als seine neuen Freunde, als sie aus dem SCP-Quartier geflohen sind haben sie nochmal schnell bei ihm vorbei geschaut, weil man dafür anscheinend mehr als genug Zeit gehabt hat, und haben ihn mitgenommen. Dabei wurden sie aber leicht, nur ein bisschen, von den Sicherheitskerlen gehetzt, wenn ihr versteht und hatten deswegen auch keine Zeit ordentlich zu packen, weshalb Florian nur eine zerrissene Hose von damals und einen Schlabberpullover anhat, der ihm bis zu den Knien geht und wessen Kapuze er sich tief ins Gesicht gezogen hat, damit man sein besonderes Make-Up nicht sehen kann.

Hinter den hohen Bäumen erkennt man das neue Krankenhaus. Prachtvoll in weiß gestrichen scheint es im Sonnenschein zu glänzen. Crazie beißt die Zäh

ne zusammen und betastet ihren Kopf. Seit dem Vorfall mit dem Komponisten hat sie immer wieder Angst ihre Kopfhörer würden erneut auseinanderbrechen. Auf die billigen Bandagen vom 1 Euro Shop kann man sich nicht immer verlassen, oder? So oder so, solange die beiden Kopfhörerhälften miteinander verbunden sind, kann sie atmen und leben. Verliert sie ihre Kopfhörer oder werden sie komplett zerstört, würde dies auch ihr Leben zerstören. Ihr Herz schlägt nämlich im Takt der Musik und wenn der Takt nicht mehr existiert, existiert sie auch bald nicht mehr.

Die ganzen Leute die an ihnen vorbeigehen, werfen Florian ununterbrochen seltsame Blicke zu. Er zieht seine Kapuze noch tiefer ins Gesicht und presst sich eng an Crazie und Lukas. Endlich haben sie das Krankenhaus erreicht. Mit einem besessenen Grinsen betritt Crazie das große Gebäude. Der beißende Geruch von medizinischem Zeug, dessen Name niemand aussprechen kann liegt in der Luft und lässt Crazie Tränen in die Augen schießen. Sie unterdrückt einen Würgereiz und zieht sich den Kragen ihres T-Shirts über die Nase. Luke geht voraus, vorbei an der Dame an der Rezeption, welche gerade in einem hitzigen Telefonat verwickelt ist und die drei Junggesellen gar nicht bemerkt.

Als Lukas und seine Freunde die Treppe zum Obergeschoss betreten wollen, wird Crazie plötzlich von hinten gepackt und umgedreht. Auf einmal steht sie einer 50 jährigen Dame gegenüber, welche ihr einen zornigen Blick zuwirft. „Wollt ihr euch da etwa heraufschleichen? Dort oben ist die Geburtsstätte und kein Ort für Dreckskinder wie ihr es seid!“, brüllt die Krankenschwester und zieht auch die Aufmerksamkeit der Telefonfrau auf sich. Diese macht ein erschrockenes Gesicht, als wolle sie sich damit entschuldigen, dass sie nicht aufmerksam genug war. „U-und jetzt…“, fragt Florian erschrocken. „Na Das.“, gr

inst Lukas und zieht Florian mit einer schnellen Bewegung die Kapuze vom Kopf.

Als die Krankenschwester Florians entstelltes Gesicht sieht, springt sie vor Schock einen großen Schritt zurück. Angeekelt von dem Anblick verätzten Fleisches und hervorstehenden Knochen hält sich die Krankenschwester eine Hand vor den Mund. Im nächsten Moment stoßt sie auf und ein Schwall Erbrochen quetscht sich zwischen den Fingern der Frau hindurch und tropft auf den Boden. Florian liebt das Gefühl von Angst in anderen Menschen. Wenn andere Menschen sich fürchten, verliert er all seine Angst und ist nur noch darauf aus die Furcht der anderen einzusaugen. Erwartungsvoll dreht er sich zu der anderen Frau um ihren angsterfüllten Blick zu sehen. Doch unglücklicherweise ist diese schon in Ohnmacht gefallen. „Das erklärt warum sie nur an der Rezeption arbeitet“, murmelt Florian leicht enttäuscht. Leise versucht sich die 50 jährige Schwester zu verkriechen, aber Florian hat noch lange nicht genug von ihrer Angst. „Wir lassen euch beide dann mal alleine, komm Crazie!“

Mit einem verzerrten Grinsen packt Florian die Frau am Schuh und zieht sie mit übermenschlicher Kraft zu sich zurück. Die Frau, welche schon fast in ihren eigenen Magensäften schwimmt, versucht sich zu wehren, sich wegzudrehen, weg von dieser verzerrten Fratze. Doch Florian möchte, dass sein Schauspiel bewundert wird und dreht den Kopf der Frau brutal in seine Richtung und quetscht ihre Wangen so stark zusammen, dass ihm fast ihre Augen entgegenschießen. Grinsend hebt er seine andere Hand und fährt sich mit dem Zeigefinger in seine linke Augenhöhle. Sofort z

Florian

Florian. Der Typ der selbst nicht weiß, was er ist. by-insane Virus

ersetzt sich seine Fingerspitze bis auf die Knochen. Mit einer eleganten Bewegung zieht er seinen Finger wieder aus seinem Augenloch. „Keine Angst…“, sagt er zu der Schwester als er seinen mit Säure bedeckten Knochenfinger an seine Wange presst, “Ich kann mich sehr schnell regenerieren!“ ,und sich den Finger einmal vom einen Ohr zum anderen zieht. Die Säure greift sofort seine Wangen und Lippen an und ätzt sie weg. Einzelne Hautfetzten hängen noch an denStellen, an denen sich die Säure nicht ganz ausbreiten konnte. Aber das macht keinen Unterschied für ihn. Mit einem hysterischen lachen reißt er seinen nur noch aus Zähnen bestehenden Mund auf und beißt der armen Frau mit einem Mal das gesamte Gesicht vom Kopf. Erst jetzt bemerkt er die verzweifelten und angsterfüllten Schrei, die sich hinter seinem Rücken abspielen. Aufgedreht wie ein kleines Kind an Weihnachten springt er auf die Beine und rennt lachend in die Masse an Besuchern.

Das Geschrei im unteren Stock ignorierend erklimmen Crazie und Lukas den oberen Stock. Anscheinend ist hier immer ziemlich wenig los. Sie sind hier oben noch keiner anderen Menschenseele begegnet. „Weißt du wo sie ist?“, fragt Crazie leicht nervös. „Ja, sie befindet sich im Zimmer C-8, im hinteren Bereich des Stockwerkes.“, antwortet Lukas lächelnd. „Woher auch immer du das weißt…“, antwortet Crazie kurz angebunden und geht mit eiligen Schritten voraus. Je näher sie dem Zimmer ihrer Schwester kommt, desto lauter scheint ihre Musik zu werden.

Das Mädchen liegt in ihrem weißen Krankenhausbett und schläft. Sie wollte eigentlich nicht einschlafen. Doch als der Doktor ihr Zimmer verließ, war sie so müde, dass sie es nicht verhindern konnte. Jetzt schlummert sie in einem fremden Bett, ignoriert die nervigen Tritte in ihrem Inneren. Ignoriert das Gezappel des kleinen Ding in ihrem Bauch, welches nun schon seit 9 Monaten in ihr heranwächst und immer größer wird. Was, wenn es zu groß wird? Explodiert die Mutter dann? Platzt ihr der Bauch auf und das Baby liegt dann wie ein übergroßer Wackelpudding auf dem Boden? In Rot und Blut getaucht? So viel Fragen, und noch dazu so unnötig.

Plötzlich schrickt das Mädchen hoch. Sie hört leises Klavierklimpern. Sie kann es aber nicht zuordnen. Es ist auch keine richtige Melodie, welche gespielt wird. Es hört sich eher an, wie ein aggressives Schlagen auf die Tasten. Das Geräusch scheint immer näher zu kommen und löst in ihr ein Gefühl von Paranoia aus. Die Musik scheint von allen Richtungen zu kommen. Scheint sie einzuengen, hier auf dem fremden Bett auf welchem sie liegt. Sie schreit auf, als die Tür auf einmal aufgestoßen wird und eine dunkle Kreatur mit gelb leuchtenden Augen im Türrahmen steht. „Hallo Schwesterherz!“, ruft diese mit zittriger Stimme. Leise kichernd wirft sie die Tür hinter sich wieder zu und sperrt die zwei somit von der Außenwelt weg. „W-Was… Charly? Bist das Du?“, fragt das Mädchen schockiert. Blut schießt Crazie vor Wut in den Kopf, sie hat diese Abkürzung ihres Namens immer gehasst, aber ihrer Schwester war das immer egal. Sie mochte es scheinbar ihre Schwester wie einen halben Jungen zu nennen. Doch damit ist jetzt Schluss, all die Zeit, in der sie von ihrer Schwester vernachlässigt wurde, ist vorbei. Mit vor Wut glühenden Augen geht sie auf ihre Schwester zu und zieht unterwegs ein Skalpell aus einem der Becher.

Mit einem lauten Kichern springt sie dem Mädchen auf den Bauch, sodass ihrer Schwester für einen kurzen Moment die Luft wegbleibt. Neugierig legt Crazie ihr Ohr an den runden Bauch und lauscht den kleinen Tritten des Babys, welches sich in seiner Situation wohl sehr unwohl fühlen muss. Mit einem lauten Lachen hebt Crazie die Hand und will ihrer Schwester nun auch etwas stehlen, was man ein Leben lang vermisst. Doch ihre Schwester lässt dies nicht so einfach zu und hebt mit all ihrer Kraft ihr Knie und rammt es Crazie in die Magengrube. Crazie fällt vom Bett und bleibt luftschnappend am Boden liegen. Das Mädchen versucht sich zu retten, versucht zu schreien, aber Crazie ist schnell wieder auf den Beinen und blickt ihrer Schwester genau in die Augen und saugt ihre Stimme in sich auf.

Erneut springt sie auf das Bett und beginnt in den Bach ihrer stumm schreienden Schwester einzustechen, immer wieder, bis sie plötzlich auf harten Widerstand trifft. Mit einem gestörten Lachen greift sie in die Innereien ihrer Schwester und zieht ein entstelltes Baby hervor. Ein Auge zermatscht, den Mund und die Kehle aufgeschlitzt, die Nabelschnur abgerissen und die Innereien komplett zerfetzt. „Herzlichen Glückwunsch!“, schreit Crazie mit besessen hoher Stimme ihrer von Schmerzen und Trauer geplagten Schwester zu. „Es ist… nein… Es WAR ein Mensch!“ Mit diesen Worten schleudert Crazie das ehemals noch als Baby identifizierbare Ding in die Arme ihrer Schwester, welche sich bei dem Anblick ihres toten Neugeborenen übergeben muss.

Doch auch sie hält nicht mehr lange durch. Die Schnitte mit dem Skalpell sind zu tief und der Blutverlust zu groß. Ein letztes Mal blickt die junge Mutter eines Toten in die Augen ihrer kleinen Schwester, welche sie immer vernachlässigt hat. Mit Tränen in den Augen, vor Freude, da sie nun gemeinsam mit ihrem Kind an einem anderen Ort weiterleben kann und vor Trauer, da sie weiß, dass sie für das, was sie jetzt sagen wird, nur noch wenig Zeit hat. Auf ihre Schwester hinabgrinsend wartet Crazie auf die schmerzerfüllten, zerstörten Worte ihrer Schwester, doch dies streckt ihr nur die Hand entgegen und lächelt: „Es tut mir so leid Charlotte… Hoffent-lich kannst… du mir irgend-wann verzeihen…“ Mit diesen Worten greift sie sich ebenfalls ein Skalpell von dem Nebentisch und schlitzt sich die Kehle auf „Ich liebe dich… Schwesterh-„, gurgelt sie die letzten Worte bevor auch sie diese Welt verlässt. Schockiert steht Crazie immer noch über ihrer Schwester, das Grinsen ist ihr vergangen. „Nein…“, murmelt sie mit zittriger Stimme. „Du blöde Schlampe! Komm zurück und zeig mir deinen Schmerz!“, brüllt Crazie und stürzt sich mit dem Skalpelle auf die Leiche ihrer Schwester und sticht ihr immer und immer wieder ins Herz. „Komm zurück! Komm zurück! Komm zurück!“, wiederholt sie immer wieder mit Tränen in den Augen. „Glaubst du ernsthaft ich nehme deine beschissene Entschuldigung an?“, brüllt sie wutentbrannt und sticht immer tiefer in den Brustkorb ihrer Schwester, bis sie das Krankenbett erreicht. „Ja…“, beginnt sie mit trauriger Stimme „ich verzeihe dir…“

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