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Instinkt Bearbeiten

Ich wohne mit meinen Eltern in einem großen Haus, direkt am Wald. Ich bin oft bis spät in die Nacht wach und sehe dann noch unten im Wohnzimmer alleine fern, oder sitze in unserem Wintergarten, schaue aus dem Fenster und denke nach. Eines Nachts, als meine Eltern, wie immer, schon relativ früh ins Bett gegangen sind, stand ich mit meiner Katze in der Küche. Draußen war es schon stockfinster und grade mal alle halbe Stunde fuhr ein Bus vorbei. Ansonsten war es still und draußen leuchtete nur eine Laterne in das Küchenfenster. Ich hatte vor, da ich am nächsten Tag erst später in die Schule musste, lange wach zu bleiben und Minecraft zu zocken. Da durfte natürlich nicht der berühmte Löffel Nutella fehlen, den man genüsslich vor dem PC ableckte. Ich nahm also einen großen Esslöffel und schaufelte mir eine großzügige Portion Nutella aus dem Glas. Als ich den Löffel so in der Hand hielt, bekam ich schon ein schlechtes Gewissen. Ich ging also in unser Wohnzimmer, um mir aus der Obstschale, die auf einem Tisch stand, einen Apfel zu holen. Meine schwarze Katze folgte mir, da sie sich etwas zu essen von mir erhoffte. Als ich mit dem Apfel in der Hand wieder zurück zur Tür ging, trabte sie mir freudig schnurrend hinterher, da ich ja in die Küche gehen und ihr etwas geben könnte.

Ich war schon fast aus dem Wohnzimmer hinaus und wollte schon das Licht wieder ausmachen, als sie plötzlich stehen blieb. Sie drehte sich um und starrte ins Nichts. Ich stockte und rief ihren Namen. Keine Reaktion. Ich ging zurück und sah, dass sie mit großen gelben Kulleraugen einen Punkt irgendwo hinter mir fixierte. Ich drehte mich erschrocken um, konnte aber nichts erkennen. Wir waren allein. Meine Katze wurde unruhiger. Sie ging zwei, drei Schritte wieder ins Wohnzimmer, duckte sich und schlug nervös mit dem Schwanz und spitzte die Ohren. So ein Verhalten hatte ich von meiner Katze noch nie beobachtet. Ich versuchte ihrem Blick zu folgen und bemerkte, dass sie die ganze Zeit die Wand, an der der Tisch mit der Obstschale stand, anstarrte. Ich versuchte irgendetwas zu erkennen, was ihre Aufmerksamkeit so dermaßen auf sich zog.

Auf einmal konnte ich einen Schatten an der Wand erkennen. Er musste von einem der Stühle kommen, die an dem Tisch standen, aber der Schatten an der Wand hatte nicht die vorm einer Stuhllehne. Er war dicklich, rund und sah eher aus wie ein Schmutzfleck. Dieses dunkle etwas war nicht mitten an der Wand, sondern erstreckte sich vom Fußboden nach oben. Das erste, was mir einfiel war, dass er aussah, wie ein ziemlich kleines Männchen oder ein Kleinkind. Meine Katze starrte diesen Schatten, der die Form eines menschenähnlichen Wesens hatte immer noch mit großen Augen an. Ich bekam es mit der Angst zu tun und rief ihren Namen. Sie reagierte nicht und schlug immer noch mit dem Schwanz.

Ich wurde langsam immer panischer und wollte nur noch weg. Ich überlegte, einfach das Licht auszumachen, das Wohzimmer zu verlassen und hoch in mein Zimmer zu rennen, als meine Katze sich plötzlich wieder zu mir umdrehte, sehr zügig auf mich zukam, durch die offene Tür hinter mir und direkt die Treppen hinauf lief. Ich knallte den Lichtschalter aus, rannte meiner Katze hinterher und schloss mich in meinem Zimmer ein.

Jetzt sitze ich in meinem Zimmer. Mit dem Löffel Nutella und dem Apfel in den Händen. Meine Katze neben mir. Es ist still. Bis auf das Schnarchen meiner Eltern im Nebenzimmer und den Schritten, die auf der knarzenden Treppe zu hören sind.

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