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Scarecrow

Vorweg, ich habe versucht die Geschichte von meinem Opa so gut wie möglich wiederzugeben.

Ich besuche regelmäßig zusammen mit meinen Eltern meinen Großeltern. Sie wohnen auf dem Land ca. 1 Stunde von uns weg, auf einem kleinem Bauernhof.  Zwar habe ich sie als Kind dort immer gerne besucht, aber in den letzten Jahren wurde dies mehr und mehr naja, zu einem „Anstandsbesuch“.

Also ich war wieder einmal bei meinen Großeltern in der Stube. Sie unterhielten sich rege mit meinen Eltern, während ich auf dem Sofa nur am gähnen war und mich zu Tode langweilte. Mein Opa stand damals mit einem Mal auf „Komm mal mit, ich zeig dir was“. Meine Oma beschäftigte weiter meine Eltern, während mein Opa und ich die große Holztreppe in den ersten Stock nahmen. Er steuerte direkt auf sein altes Arbeitszimmer zu. Opa ließ sich mit einem seufzten in seine Sessel fallen und holte etwas aus der Schublade von demSchreibtisch. Es war ein kleines Notizbuch, das völlig vergilbt und bekritzelt war. Vorne stand drauf „Car-de Notiz“. Es war sein altes Notizbuch, wie er mir im Nachhinein erzählte.

Opa blätterte etwas, bis er auf einer Seite mit einem Foto stehen blieb. Es war ein altes  vergilbtes Foto, mit einer Notiz von einem Datum. In dicken Schwarzen Buchstaben war dort zu sehen 29.Jul 1950. Ich kann mich noch genau an das Foto erinnern. Es zeigte ein Teil eines Maisfeldes, in der besten Blühte. Was doch das wichtigste an diesem Foto war, schien die Vogelscheuche zu sein, die inmitten der Pflanzen an ihrem Kreuz hing. Opa fing an zu erzählen.

„Was du dort siehst, ist eine alte Legende. Die Vogelscheuche soll um 1400 Kinder und Erwachsene entführt haben, bis die Bauern ihr regelmäßig Menschenopfer brachten, meist waren es Zigeuner oder Vogelfreie, im Gegenzug, waren ihre Felder immer fruchtbar, sogar im Winter“ Er hob mahnend seinen Zeigefinger und lächelte.

Ich schaute meinen Opa fragend an.

„Dann kam die Kirche und vorüber war dieser Hokus Pokus. So stieg damals wieder die Opfer zahl, die dann wieder im Feld gefunden wurden. Das soll Jahre so gegangen sein, bis die Gegend verlassen wurde…..“

„Aber das Dorf hier ist doch auch schon älter“ entgegnete ich meinem Opa.

„Ja, aber die ersten Menschen kamen wieder um 1800 hier her und bestellten die Felder. Die alte Vogelscheuche soll damals einfach aufgetaucht sein und sogar nachdem durch der 2.Weltkrieg hier viele Felder durch ein Feuer verbrannt hatte, stand sie immer noch auf diesen Felder.“ Mein Opa schaute auf das Foto “Ich habe es damals als Erinnerung an diese Legende gemacht“

Er klappte das Buch zu und legte es zurück in die Schublade. „Ich gehe wieder runter und helfe deiner Mutter beim Abendbrot, du kannst dich gerne noch umschauen.“ Er stand auf und ging wieder die Treppe runter. Von meiner Neugier gepackt öffnete ich die Schublade und holte das Buch heraus. Unter dem Buch lagen mehrere Papiere, ich holte sie heraus. Es waren nur Zeitungsausschnitte. Hier sind nur ein paar:

Eine Mutter (42) und ihr autistischer Sohn (22) sind tot in einem Acker gefunden worden. Ein Fußgänger entdeckte das Auto der Frau in einem Maisfeld. Die Todesursache ist noch unklar.

Die seit Donnerstag, 1. September, vermisste 14-Jährige wurde nach intensiven Suchmaßnahmen tot gefunden. Neben der veranlassten Öffentlichkeitsfahndung wurden von der zuständigen Polizei im Landkreis umfangreiche Suchmaßnahmen eingeleitet. Daran beteiligte sich neben einem Polizeihubschrauber und Polizeihunden auch eine zusätzlich angeforderte Rettungshundestaffel.

Die großangelegte Suchaktion der Polizei führte am späten Freitagnachmittag, 2.September zu einem raurigen Ergebnis. Das vermisste Mädchen wurde kurz nach der Stadtgrenze tot in einem Maisfeld unter einer Hochspannungsleitung gefunden. Die Ermittlungen der Kripo gaben keinerlei Hinweise auf die Todesursache heraus.

Die Rentnerin war am 24. Mai tot in einem Kornfeld aufgefunden worden.

Spaziergänger hatten die 67-jährige Frau in dem Kornfeld tot aufgefunden. Die Obduktion ergab, das die Frau von einer scharfen Klinge getötet wurde. Sie trug ihre Kleidung, jedoch fehlten die Schuhe. Zuletzt gesehen wurde die Frau auf einem Fest. Sie hatte gesagt, sie wolle alleine nach Hause gehen. Danach verliert sich ihre Spur.

Dies sind nur ein paar der Zeitungsausschnitte, die sich unter dem Notiz Heft befanden. Das was mich damals am meisten erschreckt hatte, waren das Datum und die Orte. Das älteste war von 1960 direkt in der nähe und das neueste am 1.September , ungefähr 50km weiter weg. Es schien so, als würden sich die Morde immer weiter ausbreiten. Sogar jetzt noch wo ich die Geschichte schreibe glaube ich das.

Als ich dann mit meinen Eltern nach Hause fuhr, bogen wir auf einem Feldweg ein, um zur Straße zu kommen. Dieser führte direkt an den Feldern vorbei.

Und genau da habe ich sie dann das erste Mal gesehen. Sie stand inmitten des Mais an ihrem Holzkreuz. Es war genau die Vogelscheuche von dem Foto. Sie müsste also schon seit über 600 Jahren dort hängen. Dann lief alles nur noch in Zeitlupe an mir vorbei. Ich schaute nach unten auf den Boden und mein Herz stockte. Dort lagen 2 Kinderschuhe, direkt neben dem Feld.

Das Mädchen (6), das seit dem 15.10 vermisst wurde, wurde gestern Abend von einem älteren Ehepaar tot in einem Maisfeld aufgefunden. Laut offiziellem Polizeibericht, gab es Anzeichen auf ein Gewaltverbrechen. Die Fahndung nach dem Täter ist bereits in vollem Gange.

Ich bin danach nie wieder zu meinen Großeltern gefahren und selbst heute traue ich mich nicht mehr in die nähe eines Maisfeldes. Auch wenn diese Geschichte wie ein Märchen klingt, sie ist wahr, genau so wie dieses da, irgendwo draußen Monster im Feld

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