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Im Jahre 1999 kam es gehäuft zu Meldungen über seltsame Träume. Vor allem in ländlichen Gebieten, aber auch in Großstädten begannen die Leute seltsame Visionen zu haben, wenn sie des Nachts schliefen. Das erstaunliche daran war, dass sich die Berichte sehr stark ähnelten, man jedoch keine Parallele zwischen den Personen ziehen konnte. Betroffene Personen beklagten sich über wiederkehrende Alpträume, in denen sie sich in einer fremden, nicht-menschlichen Stadt befanden. Niemand konnte genau sagen, wo diese Stadt lag oder wer die grotesken Bauwerke errichtet hatte. Damals tat man es als ein psychosomatisches Phänomen ab: Massenhysterie. Ausgelöst durch die Angst, das während des Jahrtausendwechsels die Welt untergehen könnte. Danach ebbten die Fälle zwar wieder ab, doch kam es immer wieder zu den seltsamen Fällen in denen Menschen von dieser mystischen Stadt träumten.

Bis zum Jahr 2012. Als die Menschen wieder anfingen sich Gedanken über die Apokalypse zu machen, welche die Mayas vor mehreren Millennien für dieses Jahr vorhergesagt hatten, stieg die Anzahl der Berichte über Alpträume im Zusammenhang mit einer Stadt, die in ihrem Aussehen und in ihrer Beschaffenheit, nichts Menschlichem glich. Auch stiegen die Zahlen der Betroffenen stark an. Über das Internet verbreiteten sich die Gerüchte und Berichte noch mehr als in den Neunzigern und so verbreitete sich auch das Phänomen von einer bizarren Stadt zu träumen.

Vermutlich besteht das Phänomen schon länger, jedoch wurde es das erste Mal im Winter 1999 dokumentiert. Ein Psychologe aus Amerika legte eine Krankenakte eines jungen Mädchens an, das sich über wiederkehrende Alpträume und erheblichen Schlafmangel beklagte. Die Akte von █████ █████████ ist der am besten dokumentierte Fall dieser Zeit über die ungewöhnlichen Begebenheiten. Bei ihrem ersten Besuch habe die Fünfzehnjährige noch gesund und etwas müde ausgesehen. █████ berichtete, dass es anfangs nur normale, allenfalls etwas merkwürdige Träume waren, die sich innerhalb von ein paar Tagen in lebhafte Alpträume verwandelten. Zunächst soll es wie eine Fernsehscheibe gewesen sein, auf der viele verschiedene Farben zu sehen waren. Doch bei genauerem Hinsehen, erkannte die Patientin, dass es sich nicht um Farben, sondern um Graustufen handelte. Grau, dass von weitem dem Betrachter herrliche Farbtöne vorspielte, doch von nahem leblos und kalt aussah. So ging es einige Tage. Sie beschrieb das Gefühl, so als würde man morgens auf wachen und sich nur noch an schwärze erinnern, weil man nichts geträumt hat. Jedoch waren bei ihr diese grauen Farben. Zwei Nächte später fingen Formen an auf dem Bildschirm aufzutauchen. Keine herkömmlichen, geometrischen, ja nicht einmal menschliche Formen, sondern abstrakte, deformierte Körper, die nicht von dieser Welt zu stammen schienen. Das Mädchen erzählte, dass sie, wie Visionen aufblitzen, dann jedoch verharrten. „Als würden sie warten, bis ich sie mir eingeprägt hatte.“, zitierte der Psychologe sie in seinem Bericht. Auch sagte die Patientin dem Arzt gegenüber, dass sie die bizarren Gebilde wieder erkannte, wenn sie häufiger auftraten. Ihr wurden mehrere Formen und Körper gezeigt: Gewöhnliche wie etwa Vierecke, Prismen, Kreise und Pyramiden und Ungewöhnliche, wie Tesserakte,  Gyroide oder Fraktale. Nichts was man dem Mädchen zeigte, schien dem zu gleichen, was sie in ihren Träumen gesehen hatte. Einige Tage später tauchten dann mehrere „Formen“ in den Träumen auf und fingen an sich zusammen zu fügen. An dieser Stelle fand sich ein Vermerk des Psychologen in der Akte: „Sie █████ █████████beschrieb den Vorgang, „wie eine Verschmelzung von Spermium und Ovum“ und es war diese natürliche und gleichzeitig unnatürliche Beschreibung, die mir einen Schauer über den Rücken jagte.“ Nach acht Tagen, so schilderte es die Patientin, erkannte sie zum ersten Mal was die seltsamen Gebilde aus den diffusen Formen darstellten: Eine Stadt. Gleichzeitig seien die Träume realer, greifbarer geworden. In der neunten Nacht hätte sich die Patientin selbst in der Stadt befunden. Zwei Wochen vergingen, bis zum nächsten Termin des jungen Mädchens. In der zwischen Zeit waren noch weitere Meldungen über Alpträume im Zusammenhang mit einer „nicht-identifizierbaren“ und „nicht-menschlichen“ Stadt eingegangen. So beschrieb ein Mann aus einem der Vororte von New York, eine ähnliche Entwicklung: Graue Farbtöne, abstrakte Formen, bizarre Verschmelzung, eine Stadt in der man selbst steht. Und auch eine Frau aus der Schweiz wurde mit einer ähnlichen Krankengeschichte dokumentiert. Ab hier fingen jedoch die ersten Unterschiede an. Das Mädchen hatte sehr stark abgebaut. Dunkle Ränder und blutunterlaufene Augen, sowie zerzaustes Haar und aschfahle Haut wiesen darauf hin, dass sie seit Tagen nicht geschlafen hatte.  █████ zitterte, als sie von der Veränderung der Träume erzählte. Sie seien immer schlimmer geworden. Ähnlich dem luziden Träumen, konnte sich die Patientin frei bewegen und war sich bewusst, dass es ein Traum war. Sie beschrieb die Stadt als „organisch“ und „unförmig“. Die Gebäude waren zwar nicht überdimensioniert, dafür war die gesamte Stadt gigantisch und hätte eine unvorstellbar große Fläche besessen. Die „Häuser, wenn man sie so nennen konnte“ bestanden aus seltsamen Materialien, ähnlich Knochen, Haut oder Innereien, doch als die Patientin sie näher betrachtete, schien es nichts davon zu sein. Ein fremdartiger Baustoff, der sich allerdings „lebendig“ angefühlt haben soll. Auch diese Beschreibungen der Stadt glichen sich in allen Versionen. Jedoch wurde das Aussehen der Häuser und Gebäude immer anders charakterisiert: Pyramiden wie bei den Ägyptern, Tempel wie die der Azteken, Säulen wie in den griechischen Pantheons, Pagoden wie in China, römische, sarazenische, normannische, nordische, germanische Einflüsse. Und doch wiesen die Patienten immer darauf hin, dass es nur den Stilen ähnelte und gleichzeitig jedoch ganz anders und fremder oder sogar nicht von dieser Welt zu sein schien. Jedes Mal, wenn einer der Träumer einschlief, befand dieser sich tiefer in der Stadt und lief weiter hinein. Dem Mädchen zufolge war die Stadt immer leer und es ließ sich kein Anzeichen auf Leben finden, bis auf das seltsame Material aus denen Bauwerke gefertigt waren. Ein Mann und ein Junge hingegen behaupteten eine Silhouette zwischen den Häusern her schweifen sehen. Sie bekamen Psychopharmaka verschrieben und wurden, häufig trotz großer Angst vor den Träumen der seltsamen Stadt, nach Hause entlassen. Es vergingen weitere Wochen und auch das Jahr. Überraschender Weise schienen mit dem Jahreswechsel die Alpträume zu verschwinden. Die Patienten sagten, sie hätten keine Alpträume mehr, dass es ihnen besser ginge und sie auch wieder normal schlafen könnten. Im Falle des Mädchens vereinbarte der Psychologe noch mehrere Kontrolltermine, um auszuschließen, dass die Alpträume nur temporär verschwunden waren. Jedoch blieb die Patientin in den nächsten 24 Monaten von den verstörenden Träumen verschont und auch kein anderer Patient kehrte in dieser Zeit zurück.

Es wurden Thesen aufgestellt, worin diese intensiven Alpträume ihren Ursprung hatten, aber man konnte nie eindeutige Belege finden. Die vorläufige Erklärung für die Alpträume war eine Massenhysterie die durch die kursierenden Weltuntergangstheorien heraufbeschworen worden war. Natürlich war dies keine Erklärung für die Ähnlichkeiten, aber es klang plausibel. Ein paar Jahre später fanden sich einige Forenbeiträge auf Esoterik- und Verschwörungswebsites. So mutmaßte ein User in einem italienischen Forum für Paranormales: „Es könnte sich um vermehrte Aktivitäten von Nachtmahren handeln.“ Ein russischer Internetaktivist hingegen behauptete: „[…] Es handelt sich um Folgen, der Verstrahlung, verursacht von Tschernobyl. Unsere Regierung kontrolliert uns mit dieser Strahlung.“ Nach und nach verschwand das Thema „Alptraumstadt-Phänomen“ (wie es umgangssprachlich genannt wurde) aus den Medien.

Bis vor vier Jahren erneut Meldungen über unheimliche Träume auf der ganzen Welt eingingen.  Ungefähr einen Monat vor dem 21.12.2012, dem Tag an dem laut dem Maya Kalender die Welt untergehen sollte, berichteten viele Patienten von Psychologen oder psychiatrischen Einrichtungen von Alpträumen. Wieder schienen die Alpträume nach demselben Schema abzulaufen: Merkwürdige Farben, abstruse Formen, diffuse Verschmelzungen und dann die bizarre, unheilvolle Stadt. Zunächst schien es so, als wäre es eine ganz neue Welle von Alpträumen, wieder ausgelöst durch die Hysterie eines potentiellen Weltuntergangs. Doch nach ein paar Wochen meldeten sich bekannte Patienten. Alle hatten offenbar eines gemeinsam: einen unglaublichen physischen und psychischen Verfall. Selbst bei Schlafstörungen hätten sie nach 21 Tagen nicht so ein Erscheinungsbild haben können. Viel eher schien es als litten sie bereits ihr ganzes Leben an schweren Psychosen. Fast alle schienen völlig verwahrlost und kaum noch bei Verstand. Und auch ihre Träume schienen um ein Vielfaches schlimmer geworden zu sein. Alle berichteten, dass die Alptraumstadt wie aus dem nichts wieder erschienen sei. Wieder glichen sich die Berichte stark und waren doch komplett unterschiedlich. Nun gab es einige Betroffene die erzählten, die Stadt bestünde aus einem ganzen Stück, so als hätte ein Bildhauer den ganzen Gebäudekomplex aus einem gigantischen Felsen gemeißelt. Andere wiederum beschrieben, dass es so wirkte als wäre jedes Haus, jeder Turm, jedes Bauwerk ein einzelnes Stück und das sie alle über Jahrtausende hinweg dazu gekommen waren. Ebenso wirkte es immer noch so als wären die Alptraumstadt keinem bestimmten Baustil zu zuordnen oder als wären viele bekannte Baustile vertreten oder sogar zu einem Universellen vereint worden. Erst während dieser zweiten Welle wurden drei außergewöhnliche Dinge verzeichnet. Zunächst gab es ein übereinstimmendes Ereignis: Am 21.12 berichteten alle Patienten, die schon im Jahr 1999 von der Alptraumstadt geträumt hatten, dass sie das Zentrum erreicht hatten. Keiner konnte begründen, wieso er meinte, dass der Ort die Mitte der Stadt gewesen sein soll. „Es war so ein Gefühl“ war die gängige Antwort. Des Weiteren sagten sie, sie hätten eine Glocke gehört, die Meter hoch über ihren Köpfen schwebte. Auch ihr konnte man keinen Stil zu weisen, allerdings soll sie sehr groß gewesen sein. Sie musste einen Radius von mehreren Hundert Metern gehabt haben. Der Ton der von ihr ausging, so berichteten die Betroffenen, soll nicht wie ein Ton geklungen haben. Er war schrill, dumpf, donnernd und auf eine erschreckende Art leise. Es war unmöglich, dass eine geradezu gigantische Glocke, keinen Ohren betäubenden donnernden Ton von sich gab. Es gab zwei weitere Eigenschaften der Träume die sich von Person zu Person unterschieden: Eine paar wenige, meist relativ junge Besucher der Alptraumstadt berichteten, dass nach dem Ertönen der Glocke jede Nacht etwas um die Häuser strich. Sie sahen es nie, da es sich wohl sehr schnell zwischen den Gassen und meistens hinter ihrem Rücken bewegte. Alles was sie hörten waren leichte, aber präzise schnelle Schritte oder sogar das umher huschen. Ältere Patienten hingegen berichteten, dass ab dem Glockenereignis die Stadt an sich verändert schien. Die Wände aus dem organischen Material schienen jetzt zu leben. Manchmal wollen sie sogar eine Art Puls, einen Energiefluss oder so etwas wie einen Lebenshauch, der durch die Masse zog, gefühlt haben. Allerdings hatten diese beiden Begebenheiten denselben Effekt: Die Opfer des Alptraumstadtphänomens hatten Todesangst vor dem Schlafen.

Es war auch in dieser Zeit, als die Stadt das erste Todesopfer forderte. Das junge Mädchen, das 1999 zum ersten Mal von den grausamen Träumen berichtete, beging Suizid. Die Alpträume und die Angst waren zu einer zu gewaltigen psychischen Belastung geworden.  █████ █████████ schnitt sich die Pulsschlag adern auf und verstarb an Blutverlust. In einem Abschiedsbrief wiederholte sie immer wieder ein Wort, dass keinen bekannten Sinn hatte: Lykrsx. Man sah sich gezwungen zu handeln. In Folge des Selbstmords wurden alle Betroffenen in Psychiatrien eingewiesen und zusätzlich stark mit Medikamenten behandelt. Um weitere Ausbrüche zu verhindern, versuchte man jegliche Nachrichten über das Alptraumstadt Phänomen oder über bevorstehende Weltuntergänge zu zensieren.

Doch auch in den folgenden Jahren trat das Phänomen immer wieder auf. Manchmal waren die Ausbrüche stärker, manchmal waren es nur wenige Betroffene. Jedoch waren auch immer vorherige Patienten betroffen und somit wurden die Todesfälle auch häufiger. Im letzten Jahr sollte im September ein Meteorit auf die Erde fallen und so das Ende allen Lebens besiegeln. Im August behauptete ein Mann, ██████ ██████, aus Südafrika in seinen Träumen eine groteske Stadt mit seltsamen Bewohnern zu sehen. Sie seien dämonisch und nicht von dieser Welt, berichtete er. Eine neue Hypothese wurde aufgestellt: Es handele sich um eine extraterrestrische Stadt von außerirdischem Leben. Während der Welle im Jahr 2015 gab es nun zum ersten Mal Todesfälle von erst Betroffenen.

Bis heute weiß niemand, woher diese Alpträume kommen, wodurch sie ausgelöst werden oder was es mit der Stadt auf sich hat. Eine Therapie mit Psychopharmaka hat nur selten geholfen.

Mis4nthr0py666 (Diskussion) 19:56, 16. Jan. 2016 (UTC)

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