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Vor mehreren Jahrzehnten fand in einem unbekannten Land ein besonderes Experiment statt. Dabei ging es darum, was passieren würde, wenn jeder Mensch die Wahrheit sagen würde. Wenn jeder Mensch seinen ersten, meist richtigen, Gedanken ausdrücken würde. Zur Durchführung des Experiments wurden 4 Gefangene aus einer Nervenanstalt, als Versuchsobjekte benutzt. Darunter waren ein Schizophrener, eine Masochistin, ein Sadist und ein Nekrophiler. Man verfrachtete sie alle in einen Raum unter den Einwand, ein neues Heilmittel für ihre psychischen Krankheiten gefunden zu haben. Wir spritzten ihnen das Wahrheitsserum und brachten Mikrophone an ihren Körpern an.

Ansonsten wurden sie über Überwachungskameras ausgespäht. Der Raum, in dem sie waren, hatte ungefähr die Größe eines durchschnittlichen Familien- Wohnzimmers. Die Leitung dieses Experiments hatte Professor Volker.

Erster Tag

Das aufeinander treffen ging ohne Probleme. Das mag auch daran liegen, dass keiner besonders viel sprach. Die Testobjekte beobachteten sich gegenseitig. Diese Paranoidität gegenüber deren Mitmenschen ist auf das Serum zurückzuführen, sollte aber in den nächsten Tagen verfliegen. Die Männer zeigten sich der Frau gegenüber in keiner Weise anzüglich.

Tag 2

Der Schizophrene begann heute mit den Selbstgesprächen, worauf es einen Streit zwischen ihm und dem Sadist kam. Der Sadist meinte, er solle sich lieber richtige Freunde suchen, statt sich nur mit sich sich selbst zu beschäftigen, wie ein arrogantes Arschloch. Daraufhin trat er auf den Schizophrenen ein, bis dieser blutete und am Boden lag. Wir weigerten und aber standhaft einzugreifen. Seltsamerweise hörte der Sadist kurz darauf auf und verkroch sich in eine Ecke. Den Rest des Tages war es vollkommen ruhig.

Tag 3

Heute Morgen legten wir ein totes Kaninchen in den Forschungsraum, um die Reaktion der Testobjekte zu testen. Als sie aufwachten reagierte jede Person anders. Die Masochistin versteckte sich hinter den Sadist. Der wiederum schaute lächelnd auf den Hasen. Der Schizophrene näherte sich den Hasen zuerst nur auf halbem Weg. Als der Nekrophile den Hasen bemerkte blieb er zuerst nur vollkommen versteinert stehen. Er schien den Hasen zu analysieren, um sich von seiner wirklichen Leblosigkeit zu überzeugen. Nach einigen Minuten ging er langsam auf das Tier zu. Als er vor dem Tier stand, schrie der Schizophrene ihn herüber, dass er seine Drecksgriffel von seinem Onkel lassen solle. Worauf er (trotz starker Wunden des gestrigen Vorfalls) auf den Necrophilen zu rannte und auf ihn einschlug. Den Rest des Tages saß jeder in einer Ecke des Zimmers und starrte den Toten Hasen an.

Tag 4

Als die Beobachtung heute anfing, bemerkten wir als erstes, dass der Hase nicht mehr da war. Wir erhofften uns darauf eine Antwort, aber der Rest des Tages verlief vollkommen ruhig. Obwohl "ruhig" eigentliche eine Lüge ist. Die Versuchsobjekte redeten heute viel miteinander. Sie erzählten viele Dinge. Manche Dinge konnten sie eigentlich gar nicht wissen, doch trotzdem erzählten sie über das Wetter und das es gestern kälter war als heute. Dabei hatten sie die Außenwelt seit Anfang des Experiments nicht gesehen. Das beweist, dass das Hirn eine Menge Informationen unbewusst speichert. Im Normalfall können wir auf diese Informationen nicht zurückgreifen, doch das Wahrheitsserum scheint diese Blockade zu lösen. Ich bin schon gespannt, was sich für neue Ergebnisse im Laufe der Woche ergeben...

Tag5

Heute Morgen saß der Nekrophile an dem Platz, an dem der Hase lag. Er starrte einfach nur auf dem Boden bewegte sich nicht. Als die anderen zu ihm gehen wollten um ihn anzusprechen, begann er zu schreien. Alle Testobjekte bis auf dem Schizophrenen wichen zurück. Der Schizophren erbrach sich und nahm einen scharfen Knochen (wahrscheinlich vom Toten Hasen) und Schnitt sich damit die Kehle auf. Der Nekrophile hörte auf zu schreien und begann damit, seinen Kopf gegen die Wand zu schlagen. Die Masochistin nahm derweil den Knochen und begann sich zu Ritzen und dabei lautes Stöhnen von sich zu geben. Der einzige, der sich nicht bewegte war der Sadist. Er sah sich nur das Chaos an und musste laut Lachen. An diesem Tag sind über die Hälfte der Wissenschaftler aus diesen Projekt ausgestiegen.

Tag 6

Die Testobjekte lagen heute auf dem Boden. Sie rührten sich kaum, aber bis auf den Schizophrenen scheint noch jeder zu leben. Der Sadist saß in der Ecke und flüsterte etwas vor sich hin. Ich beschloss ihn über Lautsprecher zu fragen, was er zu sagen hatte. Denn immerhin konnte er mich nicht anlügen. Als er meine Stimme hörte, schrak er auf und drehte sich unmittelbar zu der, ihm an der nächsten liegenden, Kamera. Dann schrie er laut: „ICH HABE DIE WAHRHEIT GESEHEN! ICH HABE GESEHEN WAS MIT DIESER WELT PASSIERT!" Mit diesen Worten kratze er sich die Haut auf und riss sie sich herunter. Die restlichen zwei Testobjekte begannen wieder mit der Arbeit an sich selbst.

Tag 7

Heute wurden alle Testobjekte tot aufgefunden. Der Nekrophile starb an einer Platzwunde am Kopf. Der Sadist und die Masochistin durch hohen Blutverlust und der Schizophrene durch eine Schnittwunde an seiner Halspulsader.

Das Experiment ist offiziell fehlgeschlagen. Es ist unmöglich, einen Menschen zu erstellen, der nicht lügen kann. Vielleicht war das die grausame Wahrheit, die der Sadist gemeint hatte…

Das Versuchlabor wird für eine unbestimmte Zeit vorerst geschlossen.

Aylo (Diskussion) 15:05, 3. Mai 2014 (UTC)

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