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Sonntagabend. Das Wochenende lag in seinen letzten Zügen. Ich hatte alle Aufgaben abgearbeitet. Eigentlich wollte ich im Internet noch ein bisschen surfen, aber der Strom war weg. Einfach weg. Natürlich funktionierten die Lampen auch nicht, doch  wir befanden uns bereits im Dezember und so war es um diese Zeit bereits dunkel geworden. Mein Vater hatte in jedem Zimmer eine Kerze aufgestellt, damit man sich wenigstens noch orientieren konnte.

Aber was konnte ich jetzt machen? Plötzlich kam ich auf eine Idee: Warum nicht auf den Dachboden unseres Hauses gehen und sich dort umsehen. Ich war eigentlich viel zu ängstlich für solche Aktionen, aber es war wie ein Fluch, wie eine unsichtbare Hand, die mich dorthin zog. Ich war wie besessen von dieser Idee, dass ich nicht einmal die Kraft hatte, mich gegen den Zwang zu wehren. Ich bewaffnete mich mit einer Kerze und ging langsam die alte, bereits morsche Holztreppe hinauf, die länger schon nicht mehr benutzt worden sein konnte, da sie bedrohlich quietschte. Meine Eltern hatten mir immer gesagt, ich solle mich vom Dachboden fernhalten. Ich vermute, ihnen kam dieser Ort auch nicht so friedlich vor. Langsam beschlich mich die Angst, etwas Schreckliches dort oben zu finden. Ich wollte umkehren, doch meine Neugier trieb mich Schritt um Schritt immer weiter hinauf. Meine letzte Hoffnung, wieder umzukehren und diese ganze Geschichte zu vergessen bestand darin, dass die Tür abgeschlossen sein würde. Doch wie es das Schicksal so will, war sie es nicht. Zudem war ein Sturm aufgezogen, der nun unser Haus erreicht hatte. Ich kam mir wie in einem Horrorfilm vor.

Langsam öffnete ich die Tür, die Augen weit aufgerissen und bereit, jederzeit so schnell wie möglich zu laufen. Im Raum selbst war alles ruhig, doch der Sturm gewann immer mehr an Stärke. Mittlerweile hatte er solch eine Kraft, dass er die Wände erbeben ließ. Ich begann den Raum systematisch auszuleuchten, doch mit einer einzigen Kerze dauerte das etwas. Weiterhin lagen überall Bücher, Müllsäcke voll mit altem Zeugs und sogar Möbel herum. Der Zwang, irgendetwas hier oben finden zu wollen, hielt immer noch an und ich zuckte bei jedem Geräusch zusammen. Das mit Abstand Auffälligste hier war ein alter Schrank, der hinten in der Ecke stand. Er war geschätzt doppelt so groß wie ich. Bei näherem Hinsehen fiel sofort die rote Farbe auf, die in schmalen Streifen im Bereich der Griffe über die Türen geschmiert war. Schlagartig schoss mir ein, dass die Streifen keine Farben sein könnten, sondern Blut! Langsam öffnete ich die Tür. Mir blieb der Atem stehen. Es fühlte sich an, als ob mein Herz für einen Moment stehen blieb. Abgetrennte Gliedmaßen lagen fein gestapelt da. Direkt daneben Behälter voll mit Blut. Im oberen Regal konnte ich eine blutverschmierte Axt erkennen. Und eine kleine Kiste. In ihr befanden sich lauter Ausweise. Da sie keinem von uns gehörten, ging ich davon aus, dass sie den Opfern gehörten, deren Überreste sich noch in diesem Schrank befanden. Aber wer war dafür verantwortlich?

Mir liefen dicke Tränen über die Wange, als mir klar wurde, dass das nur meine Eltern getan haben konnten. Ein lauter Knall ließ mich zusammenzucken. Jemand hatte die Tür aufgeschlagen und wollte mit mir jetzt dasselbe machen wie mit den anderen in diesem Schrank. Schnell drehte ich mich um, um zu sehen, wer den Raum betreten hatte. Es war mein Vater mit einem riesigen Messer bewaffnet, das ebenfalls Blutspuren trug. Er schleppte den Körper meiner Mutter ins Zimmer, den er auf brutalste Weise zugerichtet hatte. Arme, Beine, Organe und die Augen waren entfernt worden. Ihr Mund stand weit offen, als ob sie erschrocken gewesen war, als er sie überfallen hatte. Mein Vater lächelte mich an und sagte:" Tja, mein Sohn, wir haben dich immer gewarnt. Jetzt bist du an der Reihe." Sein Lächeln verwandelte sich in ein hämisches Lachen. Langsam kam er auf mich zu und nahm mich in die Reihe der Leute auf, die er getötet und kannibalisch zerstückelt hatte.

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