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Das Balge Hotel. Ein Ort, der zu seinen besten Zeiten zahlreiche und vor allem auch reiche Kunden anlockte. Der Umsatz war gigantisch und die Familie des Hotels konnte dadurch ein wohlhabendes Leben führen. Es wäre auch dabei geblieben, wäre da nicht dieser Schatten gewesen, welcher sich über das Hotel gelegt hatte. Niemand wusste warum, aber es gab ein Zimmer, in dem die Leute unter mysteriösen Umständen ermordet worden. Die Polizei untersuchte den Fall, konnte aber keine Beweise finden. Es gab keine Einbruchsspuren an den Fenstern und an der Tür auch nicht. Es konnte also nur jemand vom Personal gewesen sein, aber auch dafür hatte die Polizei keine Beweise. Die Fälle konnten nie gelöst werden und so wurde das Zimmer für die Besucher eine gewisse Zeit gesperrt.

Nach dem ersten Mord verging ein ganzes Jahr, ehe das Personal beschloss, wieder jemanden dort übernachten zu lassen. Natürlich verschwiegen sie es den Gästen, trotzdem sprach es sich überall herum und zu dem Hotel fuhren immer weniger Gäste. Das Zimmer blieb lange Zeit unbenutzt, bis ein junger Mann beschloss, genau dort zu übernachten. Niemand konnte ihn davon überzeugen, nicht doch ein anderes Zimmer zu nehmen. Er glaubte nicht an übernatürliche Dinge und wenn jemand versuchen würde ihn zu töten, hätte er seine Waffe immer dabei.

So kam es, dass der Mann dort übernachten konnte. Die Gäste beschrieben ihn als einen sehr netten und höflichen Mann und er wurde sogar noch beim Abendessen gesehen.Als man ihn das letzte Mal sah, wünschte er allen eine gute Nacht und ging auf sein Zimmer.

Am nächsten Tag wurde er tot aufgefunden. Seine komplette untere Körperhälfte fehlte und nur sein Oberkörper war noch übrig geblieben. Seine Augen waren weit aufgerissen und in seiner Hand befand sich seine Pistole. Es wirkte so, als ob jemand seinen Körper mit einer Säge durchtrennt hätte. Viele Fragen warfen sich den Polizisten auf. Wieso hatte niemand seine Schreie gehört? Selbst als die Polizei seine Waffe untersuchte, stellte sie fest, dass er niemals einen Schuss abgefeuert hatte. Es war genauso wie beim letzten Mal. Die Polizei fand keine Spuren des Mörders.

Erst nach dem vierten Mord wurde das Hotelzimmer für immer geschlossen. Es gab jedoch einen Mann, den diese Morde nicht mehr loslassen wollten. Byran James. Er war der leitende Polizist und immer dabei gewesen, wenn es wieder einen Toten im Hotelzimmer gab. Wer war der Mörder und wie hatte er es geschafft, ihn an der Nase herumzuführen? Bisher hatte er jeden Fall lösen können, aber dieser ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. Er wollte herausfinden wer der Mörder war, indem er eine Nacht in dem Hotelzimmer verbrachte. Seine Kollegin Betty bekam das mit und bot ihm an, selbst dort zu übernachten, während er vor der Tür wartete.

Am Anfang war er nicht sehr begeistert davon, aber er stimmte ihr dann doch zu und die beiden checkten in das Hotel ein. Das Zimmer war für normale Gäste zwar immer noch gesperrt, aber für die beiden Polizisten machte das Hotel eine Ausnahme. James wusste, dass seine Partnerin besser mit ihrer Waffe umgehen konnte als er. Sie hatte schon auf viele schießen müssen, während er noch nie seine Pistole auf einen Menschen richten musste. Dazu war es nie gekommen. Außerdem konnte sie auch sehr gut kämpfen und hatte schon viele Kriminelle mit ihrem Talent zu Boden gezwungen. Wenn jemand von den beiden dort übernachten sollte, dann war es definitiv sie.

Als sie die Zimmerschlüssel bekamen, machten sie sich sofort auf in Richtung Zimmer. Schon im Flur sahen sie zu ihrer Überraschung, dass die Tür sperrangelweit offen war. Jemand war dort drin und die beiden zückten schnell ihre Waffen. Leise schlichen sie zur Tür. Geräusche kamen aus dem Raum. Schon jetzt liefen James die Schweißperlen vom Gesicht und auch seine Kollegin wurde immer nervöser. Es war leise und auch aus den anderen Räumen hörte man keinen Laut. Sein Herz schlug wie wild als James sein Zeichen gab und mit ihr im Rücken hinein ging.

Es war leider nicht der Mörder, den sie gefunden hatten, sondern nur die Putzfrau, welche sich gerade um die Bettwäsche kümmerte. Das Zimmer war relativ klein. In der Nähe der Tür gab es ein Badezimmer mit einer Toilette und einer Dusche. Im Rest des Raumes gab es nichts, außer einem Bett, einem kleinen Tisch und einem Stuhl. In einer Ecke, welche man vom Eingang nicht sehen konnte, stand noch ein großer Kleiderschrank. Wenn man sich das Zimmer so ansah, war es wirklich kein Wunder, dass der Preis dafür nicht besonders hoch war.

Vor den beiden befand sich eine alte Dame, welche gerade eine braune Decke auf das Bett legte und sie behutsam ausbreitete. Sie war so sehr mit ihrer Arbeit beschäftigt, dass sie die beiden zuerst gar nicht bemerkte. Als sie aufblickte, erschrak sie sich und verlor beinahe das Gleichgewicht. Erst als sie wusste, wer die beiden waren, beruhigte sie sich wieder.

“Es tut mir leid, aber ich habe Sie noch nicht hier erwartet”, sagte sie mit ihrer freundlichen und alten Stimme.

Die beiden Polizisten entschuldigten sich und erzählten ihr, dass sie mit jemand anderem gerechnet hätten.

Ein krächzendes Lachen kam aus ihrer Kehle, ehe sie den beiden wieder antwortete.

“Es geht um diese Morde, richtig?”, fragte sie mit zittriger Stimme. “Das habe ich mir schon gedacht. Niemand möchte freiwillig hier übernachten, seitdem diese….Dinge passiert sind.”

Bei näherer Betrachtung fiel James auf, wie alt diese Frau wirklich war. Bei ihrem Aussehen, musste diese über neunzig sein. Warum stellte das Hotel so jemanden ein, vor allem ein so erfolgreiches? Ihre Hände zitterten vom Alter und hätte man ihr ein Tablett gegeben, hätte sie es bestimmt fallen lassen. Bevor er weiter darüber nachdenken konnte, stellte Betty eine Frage, an die er bisher nicht gedacht hatte.

“Arbeiten Sie hier?”, fragte sie mit einem gespielten Lächeln.

Die alte Dame nickte.

“Ja, ich arbeite hier, seitdem es den ersten Toten gab. Sie müssen wissen, dass seitdem keiner mehr für dieses Hotel arbeiten wollte, da hatte selbst eine so alte Frau wie ich mal eine Chance.”

Das klang einleuchtend. Für diese Frau war es ein kleiner Nebenverdienst und das Personal achtete wahrscheinlich darauf, dass sie keine schweren Arbeiten bekam. Die Dame entschuldigte sich und verließ schleunigst den Raum und ließ die beiden alleine. Es war mittlerweile sehr spät geworden, also machte sich Betty bettfertig und James wartete vor der Tür, bereit hineinzustürmen, sollte sich jemand, außer ihr, in diesem Zimmer befinden.

Die beiden blieben über ihr Handy in Kontakt, so konnte James alles hören und im Notfall zur Hilfe eilen. Es vergingen Stunden und es passierte rein gar nichts. James saß auf dem Boden und sah, wie das Mondlicht durch das Fenster schien und einen Teil des Flures in ein gleißendes Licht tauchte. Seine Augen fingen an immer schwerer zu werden. Je länger sie warteten, desto schwerer wurde es für ihn, sich nicht doch dem verführerischen Schlaf hinzugeben.

“Ist bei dir draußen alles okay?”, kam es aus dem Telefon.

James schreckte auf und verfluchte sich selbst, dass er beinahe eingeschlafen wäre. Er versicherte sich, dass draußen alles in Ordnung war und fragte, ob sie drinnen etwas Auffälliges gesehen hätte.

“Nein, hier drinnen ist alles normal. Nur die Decke fühlt sich etwas merkwürdig an.”

“Warum merkwürdig?”, fragte James etwas verwirrt.

Immerhin war es bloß die Decke, welche ihr etwas Unbehagen bereitete und kein kranker Mörder, welcher sich unter dem Bett oder im Schrank versteckte. Zum Glück hatten die beiden das Zimmer gründlich durchsucht und nichts darin gefunden.

“Sie kratzt an manchen Stellen, so als ob sie kleine Nadeln hätte, aber wenn ich sie mir so genau ansehe, finde ich einfach nichts. Bestimmt bilde ich mir das alles nur ein.”

Es war kein Wunder, schließlich wurden in diesem Zimmer eine Menge Leute umgebracht. Da konnte es auch mal passieren, dass man sich einige Dinge einbildet. Leider waren die durchtrennten  Körper, welche man gefunden hatte, echt und keine Einbildung.

“Vielleicht solltest du etwas schlafen,” sagte James mit ruhiger Stimme. “Er wird diese Nacht bestimmt nicht kommen, weil er weiß, dass ich hier auf ihn warten werde.”

Betty stimmte ihm gähnend zu und es dauerte nicht lange, da hörte er auch schon ihr regelmäßiges und ruhiges Atmen am Telefon. Sie war wohl genauso müde wie er und daher direkt eingeschlafen. Dieses Glück hatte er nicht, da er die ganze Nacht aufbleiben wollte. Würde seiner Kollegin etwas passieren, würde er sich das niemals verzeihen.

Plötzlich hörte er ein Geräusch aus dem anderen Ende der Leitung. Es war nicht Bettys ruhiges Atmen, sondern etwas anderes. Es klang wie ein tiefes Röcheln und Knurren. Als wäre ein Tier in ihrem Zimmer, welches sich ihrem Bett näherte. Einen Moment lang dachte James, dass sie vielleicht schnarchen würde, aber als er auf einmal einen lauten Schrei von ihr vernahm, wusste er, dass sie nicht allein war.

Schnell sprang er auf und rannte auf die Tür zu. Seine Hand legte sich auf die Türklinke, doch die Tür war verschlossen. Die Schreie wurden immer intensiver und James wurde immer panischer. Im Inneren hörte er wieder dieses unmenschliche Knurren und wie jemand die ganze Zeit gegen das Bett klopfte.

“Betty?!”, rief er, während er an der Tür verzweifelte. “Was passiert da drinnen?”

Es kam keine Antwort, also zögerte er nicht länger und versuchte die Tür aufzutreten. Das Holz splitterte mit einem lauten Knall und er stürmte hinein, bereit auf alles gefasst zu sein. Was er allerdings auf dem Bett sah, war der reinste Albtraum für ihn. Ein widerlicher Gestank von Blut stach in seine Nase und seine Augen würden niemals dieses Bild vergessen, welches sich seit diesem Tag in sein Hirn gebrannt hatte. Betty lag dort, blutüberströmt und mit fehlendem Unterkörper. Das Entsetzen stand ihr ins Gesicht geschrieben, als könnte sie es noch nicht fassen tot zu sein.

Es dauerte eine Weile bis sich James wieder beruhigt hatte und erst jetzt fiel ihm auf, dass etwas nicht stimmte. Es fehlte nicht nur ihr ganzer Unterkörper, sondern auch die Decke, in der sie geschlafen hatte. Sie konnte doch nicht einfach verschwunden sein, schließlich hatte er doch vor der Tür gewartet. Nachdem er den Notruf und seine Kollegen gerufen hatte, durchsuchte er wieder das ganze Zimmer, doch von ihr gab es keine Spur.

Wieder wurde gegen den unbekannten Mörder ermittelt, doch die Polizei fand keinerlei Hinweise. Zuerst hatte man James in Verdacht. Zwar hatten die Überwachungskameras alles im Flur aufgezeichnet, doch hätte er sie auch schon vorher umbringen können. Die Tatwaffe wurde nie gefunden, dennoch wusste James, dass es schlecht für ihn aussah. Schließlich war er der einzige, welcher sich zur Tatzeit bei ihr befand.

Während der Ermittlungen wurde auch das Personal befragt, nachdem James seine Aussage gemacht hatte. Was sich dabei herausstellte, raubte ihm fast den Atem. Die verschwundene Decke gab es in diesem Hotel nicht, da in jedem Zimmer blaue verwendet wurden. Es gab keine braune Decke und auch die alte Dame hat nie in diesem Hotel gearbeitet. Selbst auf den Kameras war sie nicht zu sehen, so als hätte es sie nie gegeben.

Die Schlinge zog sich immer enger um James Hals und selbiger wurde immer nervöser. Er sagte, dass er nach Hause gehen und das, was geschehen war, erst mal verarbeiten wollte. Die anderen stimmten ihm zu, überwachten aber sein Haus, da seine Unschuld noch immer nicht bewiesen war.

Zu Hause angekommen legte sich James auf sein Bett, aber der Schlaf wollte nicht kommen. Immer und immer wieder hatte er Betty vor Augen, wie sie dort lag, in zwei Hälften gerissen. Er kuschelte sich in seine Decke und versuchte diese Bilder zu vergessen, aber es gelang ihm einfach nicht. Hatte er sich diese alte Dame bloß eingebildet und wenn ja, warum hatte auch Betty sie gesehen? Er war so sehr mit seinen Gedanken beschäftigt, dass er nicht die kleinen und messerscharfen Klingen auf seiner Haut spürte. Erst als er wieder dasselbe unmenschliche Knurren hörte, wurde ihm bewusst, dass nicht nur Betty, sondern auch er den Tod auf sich liegen hatte. Das war nicht seine Decke. Sie waren niemals allein gewesen.

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