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Das Letzte, was man hörte

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Es war in diesen langen Wintermonaten, wie wir sie seit einigen Jahren haben. Ich weiß noch, dass wir früher selten Schnee zu Weihnachten hatten, aber mittlerweile hatte sich das geändert. Vielleicht lag das an der globalen Erwärmung oder irgendeinem anderen Humbug, den uns die Medien verkaufen wollen.

Ich glaubte an sowas nie. Eigentlich war ich schon immer so. Nicht so leichtgläubig wie andere; nicht so ängstlich. Aber es gab diesen einen Tag... Diesen einen Tag im Winter, an dem ich richtig Angst bekam.

Ich und meine Freundin Sarah machten einen Skiurlaub in den Alpen. Ich konnte zwar nie besonders gut Ski fahren, aber das warme Hotelzimmer und die Nächte mit Sarah haben so manchen Sturz und gestauchten Knöchel wieder wettgemacht.

Eines Abends an unserem Skiurlaub machten Sarah und ich einen kleinen Spaziergang durch den Schnee. Sarah führte mich fort von dem Hotel und wir liefen eine Weile hinauf: Über Hügel und kleine Abhänge. Irgendwann blieb Sarah stehen und flüsterte mir sachte lächelnd zu: "Chris..? Weißt du, warum wir hierher gekommen sind?"

"Ich hab' keine Ahnung, Süße... Ist aber schweinekalt."

"Ja, es ist kalt... Aber weißt du, von hier oben kann man die Sterne ganz toll sehen, finde ich..."

Erst jetzt sah ich nach oben in den Himmel. Er war fast weiß, obwohl es sehr spät in der Nacht war. Trotzdem leuchteten die Sterne hell wie Diamanten. Sarahs Hand glitt langsam in meine.

"Du, Chris? Ich wünschte, wir könnten für immer hier bleiben... Nur wir zwei. Und den Rest der Welt vergessen..."

Sarah war schon süß manchmal. Ich lächelte sie an und gab ihr einen Kuss auf ihre geröteten Wangen.

"Sarah... Ich liebe dich."

Sie nahm mich in den Arm und wir blieben lange so stehen. Als es zu kalt wurde, beschlossen wir aber zurück zu gehen. Wir stiegen die eingeschneite Hügellandschaft wieder hinab, doch als wir das Hotel hätten erreichen sollen, war weit und breit überhaupt nichts zu sehen. Wir wurden beide ungeduldig und leicht genervt, was vor allem an der Uhrzeit und der Kälte lag. Doch nirgendwo konnten wir das Hotel finden, als wäre es vom Erdboden verschluckt worden.

Es wurde kälter und immer kälter, wahrscheinlich zog ein Schneesturm auf.

"Liebling... Mir ist so kalt...", murmelte Sarah erschöpft. Ich wusste, sie konnte nicht mehr weitergehen. Wir setzten uns gemeinsam in den Schnee, aneinander gekuschelt. So konnten wir einander zumindest etwas Wärme spenden.

Ich versuchte ihr Mut zu machen, immerhin musste irgendwann die Sonne herauskommen. Dann würden wir wieder besser sehen können und nicht mehr so sehr frieren. "Halte durch, Süße... Nur ein paar Stunden...", flüsterte ich ihr lächelnd zu und gab ihr einen Kuss. Zusammen würden wir das schon schaffen.

Ich weiß nicht mehr, wann wir einschliefen. Doch als ich wach wurde, war Sarah nicht mehr dort. Es war noch dunkel, aber vielleicht wollte sie Holz suchen oder musste nur mal kurz auf die Toilette. Ich wartete und wartete, doch sie kam nicht wieder. Erst dann fielen mir die Fußspuren auf, die in von Schnee bedeckte Wälder führten. Wahrscheinlich war sie dorthin gegangen, um Holz zu suchen oder eben sich zu erleichtern.

Ich betrat die Wälder und rief nach ihr, doch es kam keine Antwort. Ich folgte den Spuren, doch an einem großen astlosen Baum hörten sie auf.

"Sarah?! Wo bist du?!", rief ich. Nichts. Keine Antwort. Kein Lebenszeichen.

Dann sah ich es. An dem Stamm, war ein Zettel befestigt. War das eine Nachricht von ihr? Ich begann zu lesen.

"DREH DICH NICHT UM." Nur diese vier Worte. Die Schrift war unordentlich und verschmiert. Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte, aber dieses unwohle Gefühl in meiner Magengegend... Etwas stimmte hier nicht.

Ich sah den Zettel eine Weile an und die Angst wurde größer. Doch das konnte nur ein schlechter Witz sein. Ich drehte mich langsam um und da sah ich es. Nein, ich sah ihn. Ich sah ihn. Ich sah ihn an. Diese große Gestalt ohne Gesicht. Ohne Gesicht... Ohne Gesicht.

Langsam trat er näher. Immer näher, immer näher, immer näher, immer näher, immer näher. Ich schloss die Augen, doch nichts geschah. Auch nach Minuten nicht.

Ich öffnete sie wieder und die Gestalt war weg.

Das letzte, was ich hörte, war die Stimme hinter mir: "DREH DICH NICHT UM."


Die Sonne ging auf. Ich war verschwunden.

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Schwarzwind (Diskussion) 01:06, 23. Mai 2013 (UTC)

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