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Jede Nacht kommt es in mein Zimmer und legt sich in mein Bett.

Sobald ich es höre, wie es langsam die Tür öffnet, verstecke ich mich. Ich höre dann wie sich langsam die Türklinke senkt und sehe wie etwas im Türrahmen steht. Ich kann hören, wie schwer es atmet. Ich kann spüren, wie seine Blicke durch den dunklen Raum streifen. Es sucht mich... Ich halte den Atem an, hoffend, dass es mich nicht bemerkt.

Ich lebte lange Zeit allein in meinem Haus, war glücklich, hatte meine Ruhe. Irgendwann begannen dann die Geräusche vor meinem Haus, vor meinen Fenstern, Türen knarzten. Und dann war ich nicht mehr allein.

Von einer Nacht zur anderen, nistete es sich in meinem Haus ein. Es legte mir seine Beute auf den Tisch und brachte alles in Unordnung. Eines Nachts kam es dann in mein Zimmer geschlichen. Es schlich sich neben mich während ich mich unter die Decke verzog. Es herrschte kurz Stille. Dann ein ohrenbetäubendes Geräusch. Ein kreischen, während es versuchte mir die Decke vom Leib zu reißen. Mir schlug mein Herz bis zum Hals. Wieso? Wieso tat es das? Wieso lies es mich nicht in Ruhe?

Ich fing an mich zu verstecken, kauerte mich in Ecken, versuchte mich von diesem abscheulichen Wesen fern zu halten. Ich konnte Nichts gegen es unternehmen. Es hielt mich gefangen. Sobald ich mich zeigte, fing es wieder an zu kreischen. Meine Ohren hielten diesem schrillen Geräusch nicht lange Stand. Es tat weh...

Eines Nachts, als ich mich zitternd im Schrank versteckte, öffnete sich wieder die Tür. Wieder ließ es seine stechenden Augen durch den Raum streifen. Es sah mich nicht. Es konnte mich nicht finden. Langsam schlurfte es zu meinem leeren Bett. Seine merkwürdigen tapsigen Füße liesen die Bodendielen bei jeder Berürung knartzen. Es kroch unter meine Bettdecke und ich konnte spüren, wie es weiterhin den Raum beobachtete, wie seine Augen jeden dunklen Fleck in dem Raum abtasteten, auf der Suche nach mir. Es wartete.

Es schnaufte tief. Was es von sich gab war fast schon ein Grollen oder ein tiefes Knurren. Seine Augen waren geschlossen. Ich wagte es... Vorsichtig drückte ich mit meinen Fingern die Schranktür auf, durch deren Schlitz ich bis dahin noch das Wesen beobachtet habe. Stille füllte den Raum.

So leise ich konnte ließ ich mich von den Klamotten des Schrankinnerns auf den Boden nieder. Die Dielen knarzten. Ich hielt wieder die Luft an, rührte mich nicht. Hatte es mich gehört? Nein, es schien zu schlafen. Langsam schlich ich auf das Bett zu. Ich hatte mich getäuscht. Es war wach.

Es hielt ebenfalls den Atem an, hoffend, dass ich es nicht hörte. In der Zeit, in der ich mich in Angst versteckte, bekam ich nichts mehr zu Essen. Lange war es her, dass ich etwas gegessen hatte... zu lange. Ich wollte nicht mehr, nicht mehr in Angst leben. Ich konnte seine Existenz nicht mehr ertragen. Ich hörte seinen Herzschlag. Er war schnell und laut, voll von Angst.

Vorsichtig kroch ich unter das Bett. Die Angst würde ein Ende finden. Ich ließ meine Krallen noch an der Bettkante entlangstreifen. Es hatte Angst.

"shhh..."

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