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Prolog:

"Halt!", brüllte ich Ole zu. Warum brüllte ich ihm zu? Er war eh schon tot. "Oh mein Gott." Ich sank im Boot auf die Knie und knetete mit beiden Händen mein Gesicht. Er darf nicht tot sein. Er ist nicht tot. Quatsch, er war schon 10 Minuten unter Wasser. Ich habe doch sein Blut gesehen. Sein Blut klebt an meinen Händen. Nein, er kann nicht tot sein. Was soll ich Mama sagen? Was soll ich tun? Hinterher springen? Das ist verdammt nochmal Selbstmord. Naja, ob noch ein Mord mehr zählt? Was wird die Polizei tun? Komme ich ins Gefängnis? Oder in die Klapse? Tränen ronnen ohne Abstand zueinander meine Wangen hinunter. Ein Wimmern in dieser aussichtslosen Situation konnte ich mir nicht verdrücken. Als die Abendsonne fast verschwunden war, kehrte ich nach Hause zurück. Meine Augen waren verheult und mein übriges Gesicht von Tränen angeschwollen. Ich erzählte Mama, dass Ole, als wir Verstecken gespielt hatten, einfach verschwunden war. Unauffindbar. Auf dem Weg nach Hause, hatte ich genug Zeit gehabt, es mir so lange zu erzählen bis ich es tatsächlich selbst glaubte. 

Bevor ich für 2 Stunden einschlief, sagte ich mir noch: Morgen werde ich ihn suchen. Ganz sicher.

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Ihre Stimmen hallten wie Echos. Sie feuerten mich an. Sie wollten, dass ich es tue. Ich wollte es nicht tun. Ich wollte nur wieder dazugehören. Ich wollte Freunde. Also ließ ich Egon machen. Er hatte nun schon zwei Runden um mich herum gedreht, mit der Mullbinde in der Hand. Mein ganzer Körper bebte. Endlich blieb Egon, nach der dritten Runde, vor mit stehen."Du darfst nicht gucken, Mark." Ich nickte. "Du darfst die Mullbinde nicht abnehmen, versprochen?" Er hielt mir seine freie Hand hin. Ich nahm sie. "Du musst 5 Kilometer Geradeausgehen, dann bist du bei der Konservenfabrik. Ich, Lea und Tobi sind immer in deiner Nähe, falls du dich verläufst. So können wir auch gucken, ob du schummelst!"   Egon wickelte den ganzen Verband um meine Augen, bis ich nichts mehr sehen konnte. Dafür roch ich den penetranten Gestank von Salm, der mir langsam und unaufhörlich in die Nase stieg. 

"Eins, Zwei, Drei, endlich bist du frei!", hörte ich die anderen rufen und Egon gab mir einen kräftigen Stoß in den Rücken. Ich stolperte nach vorn und stand orientierungslos am Waldrand. Ein leichter moosiger Geruch drang durch den Salmschleier, in meiner Nase. Ich tat einen unkoordinierten Schritt nach vorn. Beide Arme hatte ich von meinem Körper ausgestreckt. "Na los!", keiften noch ein paar meiner Mitschüler. Ich ging im Stolperschritt. Gestolpert war ich noch nicht aber das war nur eine Frage der Zeit. Ich konnte mir gut vorstellen, dass hier eine Menge Wurzeln aus der Erde ragen könnten, also war ich doppelt so vorsichtig. Hinter mir hörte ich immer noch, die Schritte von meinen drei Begleitern, die sich leise unterhielten. Mir kam es vor, als würde ich im Kreis laufen. Die Bäume lotsten mir langsam aber sicher den Weg aber mein Kopf tat schon vor Anstrengung weh. Plötzlich hörte ich keine Stimmen mehr, hinter mir. Auch keine Schritte. Waren Egon, Tobi und Lea weg? War das  ein Scherz von ihnen? Oder gehörte das überhaupt nicht, zur Mutprobe? War ich etwa abgebogen, statt weiter geradeaus zu gehen? "Leute, seid ihr noch da?", fragte ich in die Stille hinein. Ich bekam keine Antwort, von ihnen. Bloß ihr Schweigen hüllte mich ein. Mir war unwohl. Der Gedanke, dass die drei bei mir waren, hatte mich die ganze Zeit beruhigt aber das sie jetzt weg waren, ließ Ängste in mir aufkommen.

Ich beschloss für mich den Verband von den Augen zu nehmen und weiter geradeaus zu laufen, um die Konservenfabrik zu erreichen. Ich sah das Gebäude schon von weitem. Als ich davor stand, hatte sich kaum etwas verändert. Das flache Dach war noch immer so grau und schattig wie früher und auch die Tür, die aussah als wäre sie aus Wellblech, schien noch die alte zu sein. Nur die ockerfarbene Fassade bröckelte, im Vergleich zu meiner frühen Kindheit, etwas ab. Bis jetzt war noch keiner da. Dabei ging die Sonne schon halb unter und ich hatte schrecklichen Durst. Die Fabrik ließ mich einen Gedanken an meinen Bruder verschwenden.

Mama war der Meinung gewesen, es wäre gut für mich wenn wir zurückkehren. Am ersten Tag der Anreise war ich runter zum See gelaufen und hatte im Schilf geprüft ob das Paddel noch da war. Es war nicht mehr dort. Nach zwei Jahren ist es wahrscheinlich weggeschwemmt worden, dachte ich. Nun bin ich 13 Jahre alt. Wie alt wäre er noch einmal? Ich glaube jetzt wäre er, 15. Ja, 15 wäre er. Ich überlegte so vor mich hin, dass ich die Schritte hinter mir, nicht vernahm. Dann traf mich etwas Hartes, am Hinterkopf und ich ging in die Knie. Mein Kopf schleuderte herum ich hatte aber keine Chance mehr, den Angreifer zu sehen, weil er mir noch zwei weitere Schläge überzog. Mit einem Stöhnen fiel ich nach vorn und verlor das Bewusstsein.

Ich erwachte mit einem nebeligen Kopf. Als ich ein paar klare Gedanken fassen konnte, setzte ich mich auf. Mein Nacken schmerzte und meine Schädeldecke pulsierte.

Erst jetzt blickte ich mich um und begriff wo ich gelandet war. Ich war in der Fensterlosen Konservenfabrik. Meine Hand streifte etwas. Ich blickte nach oben. Vor mir stand Egon mit düsterer, Ausdrucksloser Miene und verschränkten Armen. Mit einmal wurde ich von allen Seiten mit Licht bestrahlt. Ich vergrub meinen Kopf, mit einem Stöhnen, in meinem Schoß. Mir war schlecht und immer noch schwindelig. „Ausmachen.“, befahl Egons Stimme rau, den anderen. Der Befehl wurde befolgt. Er hockte sich hin und hob meinen Kopf an. „Ist dir bewusst was du getan hast und wo du bist?“ „W-Wo wat iha?“, meine Worte überschlugen sich, undeutlich. „Sein Zustand, ist noch zu schlecht. Lasst uns noch etwas mit der Verhandlung warten.“ Zustimmendes Gemurmel setzte ein. „Hast du Hunger?“ Ich schüttelte den Kopf. „Aba dourst.“, versuchte ich ihm zu sagen. „Verstehe.“ Egon kramte eine Flasche Wasser, aus seiner Tasche und hielt sie mir geöffnet hin. „D-Daanke.“ „Keine Ursache.“

Als ich nach und nach einige Schlucke von dem Leitungswasser nahm, wurde mir etwas besser zumute. „Also warum habt ihr mich im Wald, einfach allein gelassen? Und habt ihr mich bewusstlos geschlagen?“ Egon und die anderen, wechselten stumme Blicke miteinander. „Du, Mark Eder, stehst heute, vor dem Obersten Gericht.“ Die Ansprache eines blonden Mädchens, dessen Namen ich nicht kannte, klang hochmütig auch wenn ich keinen Zusammenhang ihrer Worte fand. „Möchtest du einen Verdacht äußern, weshalb es heute zu diesem Treffen kam?“ „Kein Plan.“, antwortete ich. „26. Mai 2012. Du und dein Bruder, Ole Eder, seid gemeinsam mit einem GERAUBTEN Boot gefahren. Dann war dein Bruder, am 2. Juni TOT am Ufer des Sees aufgefunden wurden. Du bist des Todes und des Raubes angeklagt. Möchtest du dich, dazu äußern?“ „Hört mal. Es war ein Unfall. Okay, das Boot haben wir wirklich geklaut aber das ich ihn getötet habe das war nicht mit Absicht…“ „Also hast du ihn, umgebracht?“, warf ein kleiner Junge, mit dem Namen Dirk, ein. „Lass mich doch, ausreden. Wir sind rausgefahren und dann wurden wir übermütig und haben mit den Paddeln gekämpft. Dabei habe ich Ole am Kopf erwischt und er ist über die Reling ins Wasser gefallen. Ich war elf und hatte damals, einen riesigen Fehler begangen. Mit kindlicher Naivität denkt man immer, der Bruder taucht auf und alles wird gut.“ „Aber er ist nicht aufgetaucht und gestorben. Du hättest dir doch, der Gefahr bewusst sein müssen. Und dann hast du zu allem Übel, hast du noch alle angelogen.“

„Es tut mir, unglaublich Leid.“, ich wusste nicht, was ich noch sagen sollte. Egon wendete sich ab und sie stellten sich alle zur Wand und flüsterten etwas. „Wir sind zu einem Urteil gekommen.“, verkündete Egon mir. „Verbindet ihn!“

Was?

Fünf Leute, auf einmal, stürtzen auf mich zu und packten mich an Schultern, Armen und Beinen. Egon entleerte sämtlichen Inhalt, seiner Tasche auf dem Boden. Sieben Mullbinden, Kreppband, Tesafilm und eine Schere kamen zum Vorschein. Ich war zu verwirrt um zu reagieren als Egon die Schere nahm und sie an meinem Arm ansetzte. Ich schrie und versuchte den betroffenen Arm wegzureißen, doch die Jungs die mich festhielten, waren zu stark für mich. Es kamen noch zwei weitere hinzu, die mich festhielten und eine Brünette, die glaube ich Alica hieß, bückte sich mit einem Messer über meinen anderen Arm. Wie auf Absprache, schnitten sie beide in mein Fleisch und durchbohrten, die weiße Alabasterhaut. Ich biss die Zähne zusammen, doch Tränen konnte ich nicht verdrücken. Es schmerzte so sehr. Das warme Blut lief meinen Arm herunter, in die Achselhöhle und tropfte auf den Boden. Ich zitterte und schrie irgendwann ,bis sie mir den Mund mit meinem eigenen T-Shirt stopften. Sie Verbanden die Wunden, am Ende, sorgfältig.

„So schlimm war es noch gar nicht, oder?“, erklang zum ersten Mal, Alicas Stimme. Ohne das ich antwortete, streifte Egon meine Hose herunter. „Man ist der dünn.“, staunten einige Mädchen die gebannt zuschauten, wie Alica und Egon mich bearbeiteten. „Ich will auch mal“, zeterte ein Junge, in Bermuda Shorts. „Nächstes Mal.“, versicherte ihm, eine kleine Blonde mit großen, grünen Augen.

Ich blickte voller Qualen, in ihre amüsierten Gesichter. Als ich bis zum Hals verbunden war, vermummten sie mein Gesicht, jedoch ohne es zu verunstalten. Meine Augen hatten sie freigelegt, so das ich noch sah, wie sie sich auf den Weg nach Hause machten. Ich war erleichtert, dass es vorbei war. Die Hälfte der Kinder, war schon weg, als Alica mir zuzwinkerte und noch wisperte: „Wir hohlen dich Morgen ab. Dann gibts noch eine zweite Runde.“ Mit einem Rumps, wurde die Tür zugezogen und alle waren draußen. Ich saß allein in der Dunkelheit und fragte mich, womit mich das selbsternannte Oberste Gericht, wohl Morgen bestrafen würde.

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Das ist meine 1. Creepypasta also seid bitte, nicht so streng mit mir ;-) ansonsten viel Spaß, beim lesen. Wenn ihr falsche Zeichensetzung korriegieren wollt, dann tut das und das gleiche gilt natürlich auch, für Rechtschreibfehler (aber bitte nichts an der Geschichte ändern). Ich wünsche ich allen, schöne Sommerferien (in Hamburg sind sie jedenfalls schon).

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