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Das Slenderman-Tagebuch

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Vor einiger Zeit habe ich in einem Forum folgendes Thema entdeckt.

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TruthSeeker, 16.12.2012, 23:34

Gute Nacht an alle,

ich habe mich bei diesem Forum angemeldet weil ich mich schon seit einigen Jahren mehr oder weniger intensiv mit dem Thema paranormale Ereignisse beschäftige. Ich habe etwas mitgebracht von dem ich gerne eure Meinung gehört hätte. Das wird ein etwas längerer Post also wenn ihr vorhabt ins Bett zu gehen, lest es euch lieber morgen in Ruhe durch.

Zur Vorgeschichte: Vor ein paar Monaten drang eine Gruppe von Internetaktivisten (auf die hier nicht näher eingegangen werden soll) in das Archiv der Stuttgarter Polizei ein, um Hinweise auf verfassungswidriges und Menschenrechts verletzendes Vorgehen bei den Polizeieinsätzen bei den Demonstrationen gegen „Stuttgart 21“ zu bekommen. Die Aktivisten sichteten mehrere hundert Akten, darunter auch eine, die sich mit einem sehr merkwürdigen Fall einer vermissten Person aus dem Raum Stuttgart befasst. Eine meiner Quellen meinte wohl, es würde mich interessieren und ließ mir die Akte zukommen.

In dieser Akte befinden sich, wie üblich, Angaben zum Vermissten, ein Mann, 20 Jahre alt, Student der angewandten Gesundheitswissenschaften an der Universität Stuttgart, Berichte von beteiligten Beamten und der Spurensicherung, Zeugenaussagen und Fotos, aber dazu später mehr.

Das wohl ungewöhnlichste in dieser Akte sind jedoch die digitalisierten Seiten des Tagebuchs des Vermissten, das in seiner Wohnung, in der er allein lebte, sichergestellt wurden, denn hier beginnt es seltsam zu werden.

Ich kann die Bilder der Seiten unmöglich Online stellen, aber ich habe alle Seiten, die mir relevant erschienen (ab etwa einem Monat vor dem Verschwinden der Person), abgeschrieben und mit Fußnoten versehen, falls sich neben dem Text noch etwas Erwähnenswertes im Tagebucheintrag befindet.

Ich weiß nicht wirklich, was ich von den Einträgen halten soll, aber lest selbst:

Montag, 31.10.2011, Hallo Tagebuch,

heute war ein guter Tag. Ich hab doch schon von Janine geschrieben, dem Mädchen aus der Medizinpädagogik Vorlesung, dass ich so toll finde. Heute hat sie mich die ganze Zeit über quer durch den Saal angelächelt, ich kam kaum dazu, mir Notizen zu machen. Ich glaube ich werde sie nach dem Feiertag einmal ansprechen und fragen, ob sie mit mir einen Kaffee trinken will.

Beim Jobben war heute auch alles in Ordnung, Stress, zu wenig Personal, Gäste die einen anschnautzen weil ihr Essen nicht kommt, das übliche.

Achja, und ich bin vorhin im Internet über eine Geschichte gestolpert, wegen Halloween und so.

Die Geschichte vom „Slender man“, ich finde sie ganz interessant, aber noch interessanter finde ich, wie viele Leute tatsächlich glauben, was irgendjemand ins Internet stellt. Fast lustig, wenn man bedenkt, dass es nur 5 Minuten Recherche bei Google braucht, um herauszufinden, dass es ein Fake ist. Ich könnte es mal Armin erzählen, als Psychologiestudent kann damit vielleicht was Anfangen.

Ich gehe jetzt schlafen, bald könnte das Glück meines Lebens auf mich warten.

[Tagebucheintrag vom 01.11.2011 ist nicht relevant]

Mittwoch, 02.11.2011, Hallo Tagebuch,

sie hat ja gesagt, sie hat tatsächlich ja gesagt. Am Sonntag treffen wir uns beim Café gleich neben der Uni. Ich kann es immer noch nicht glauben. Sie hat gesagt, ich sei ihr schon lange aufgefallen, anscheinend bin ich doch nicht so unscheinbar, wie ich immer gedacht habe.

Ich hoffe es ergibt sich etwas, die Zwei-Zimmerwohnung könnte noch jemanden gebrauchen.

Mehr gibt es heute nicht zu berichten, außer, dass ich endlich mal dazu gekommen bin wieder etwas Minecraft zu spielen. Das Studium lässt mir wirklich nicht viel Freizeit. Ich bin ziemlich Müde heute, ich glaube ich gehe jetzt schlafen.

Donnerstag, 03.11.2011, Hallo Tagebuch,

ich habe Janine heute auf dem Campus nicht gesehen, aber wir hatten ja auch keine Vorlesung zusammen, es wäre nur schön gewesen, denn ich muss ständig an sie denken, ich glaube ich bin wirklich in sie verliebt. Das geht sogar soweit, dass mir vorhin im Restaurant ein Teller heruntergefallen ist, heißes Essen direkt auf den teuren Anzug des Gastes. Zum Glück sind wir für solche Fälle versichert, aber der Chef hat gesagt, wenn sowas noch einmal passiert schmeißt er mich raus. Der Herr nahm es eher gelassen hin, er hat mir sogar noch etwas Trinkgeld gegeben, bevor er ging.

Eine kleine Bemerkung noch, ich habe doch vor ein paar Tagen von dieser Geschichte mit dem Slender man geschrieben. heute Abend an der Bushaltestelle habe ich jemanden gesehen, der fast genau so aussah, wie der Slender man beschrieben wird, ziemlich groß und dürr, schwarzer Anzug. Noch dazu war sein Gesicht im Schatten. Er stand auf der anderen Seite der Straße bei dem Grünstreifen, keine Ahnung, was der da gemacht hat. Als ich dann in den Bus gestiegen bin, war er weg. Auf jeden Fall fand ich es lustig, dass ich sofort an die Geschichte denken musste.

Morgen ist wieder Vorlesung mit Janine, ich freu mich schon drauf.

[Tagebucheinträge vom 04.11.2011 und 05.11.2011 sind nicht relevant]


Sonntag, 06.11.2011, Hallo Tagebuch,

Verdammt! Ich hab es vermasselt! Ich habe das Date vermasselt!

Am Anfang lief es ganz super, wir haben uns unterhalten, Geschichten ausgetauscht, ich habe Erfahren, dass sie auf die Rolling Stones steht, so wie ich, aber dann musste mein Gehirn natürlich dazwischen funken. Sie saß mit dem Rücken zum Fenster und ich ihr gegenüber. Als es draußen gegen 5 Uhr dunkel wurde hab ich mir wieder eingebildet, dass dort dieser große Typ steht, in einer dunklen Seitengasse. Es muss Einbildung gewesen sein, denn er reichte mit dem Kopf bis über die Schaufenster der anderen Geschäfte. Er müsste mindestens 2,50 m groß sein.

Ich versuchte nicht darauf zu achten, aber es drängte sich mir förmlich auf. Ich konnte mich nicht mehr auf unser Gespräch konzentrieren und redete zusammenhangloses Zeug. Zum Schluss ist es Janine wohl zu dumm geworden, denn sie sagte, sie müsse jetzt gehen. Ich komme mir vor wie der letzte Vollidiot.

Naja wenigstens habe ich ihre Nummer, vielleicht kann ich es ja noch retten.

Montag, 07.11.2011, Hallo Tagebuch,

Glück gehabt, Janine hat es anscheinend doch sehr gefallen, wir schreiben schon den ganzen Abend.

Das Telefon klingelt schon wieder! Das ist jetzt schon das fünfte mal. Immer so ein komischer Scherzanruf mit unterdrückter Rufnummer. Wenn das jetzt noch einmal der selbe Idiot ist, steck ich das blöde Telefon aus, meine Freunde wissen sowieso, wie sich mich erreichen können.

Dienstag, 08.11.2011, Hallo Tagebuch,

es ist zum verrückt werden. Ich kriege immer noch diese Anrufe, diesmal auf mein Handy, ich komme gar nicht mehr dazu, mit Janine zu schreiben. Es sind jetzt bestimmt schon fünfzehn. Am Anfang bin ich noch ran gegangen aber jetzt zeigt mir das Display schon wieder neun Anrufe in Abwesenheit an. Und sie werden immer seltsamer. Die ersten 5 Sekunden ist gar nichts, dann ein Rauschen, wie wenn die Verbindung schlecht wird. Danach dann so etwas wie ein Quietschen oder Pfeifen, es hört sich fast an wie verzerrte Stimmen. Anscheinend hat einer der Technikstudenten meine Nummer raus gefunden und findet es lustig, mich die ganze Zeit mit anrufen zu nerven. Ich habe der Telekom schon eine Mail geschrieben, dass ich meine Nummer ändern möchte, aber es wird bestimmt wieder ewig dauern, bis das durch ist. Bis dahin hilft wohl nur, das Handy auf lautlos zu stellen.

Mittwoch, 09.11.2011, Hallo Tagebuch,

die Anrufe haben nicht aufgehört, ich komme gar nicht mit dem löschen hinterher. Und mit Janine zu schreiben kann ich auch vergessen, jedes mal wenn ich zu einer SMS ansetze kommt ein Anruf und unterbricht mich, blödes Smartphone Betriebssystem. Von der Telekom ist auch keine Antwort da, was aber zu erwarten war. Wenn ich irgendwann raus finde, wer hinter den Anrufen steckt...Ich bin vorhin wieder ran gegangen, was sich gestern angehört hat wie ein Quietschen ist jetzt eher wie schrilles Geschrei. Ich fühle mich irgendwie unbehaglich wenn ich daran denke.

Ich sollte jetzt schlafen gehen. Ich muss morgen die Spätschicht im Restaurant übernehmen.

Donnerstag, 10.11.2011, Hallo Tagebuch.

Ich habe unheimlich schlecht geschlafen. Ich habe einfach die Anrufe nicht aus den Kopf bekommen. Ich habe sogar zuerst Janine nicht erkannt, als sie mich heute in der Bibliothek gegrüßt hat. Sie meinte, ich sähe müde aus. Ja, so müde, dass mir heute das Tablett mit den zwei 50€ Hummern auf den Boden gefallen ist. Jetzt darf ich mich nach einem neuen Job umschauen. Und alles nur wegen so ein paar dämlichen Anrufen. Keine Ahnung, was ich mache, wenn ich raus finde wer dafür verantwortlich ist.

Freitag, 11.11.2011, Hallo Tagebuch,

was ist eigentlich los mit mir? Ich fühle mich heute schon den ganzen Tag so beobachtet, aber das ist nichts im Vergleich zu dem, was gerade eben passiert ist: Auf dem Weg von der Haltestelle nachhause habe ich den großen Kerl im Anzug wieder gesehen, aber nicht nur einmal. Als ich aus dem Bus gestiegen bin sah ich ihn aus dem Augenwinkel, es wurde neblig und ich konnte nicht viel erkennen. Das wurde mir schon unheimlich, weil es ja nicht das erste mal war. Als ich dann Richtung Wohnung ging war er immer hinter mir, entweder ganz weit hinten im Nebel oder etwas näher hinter einem Baum. Wenn ich ihn angeschaut habe hat er sich kein bisschen bewegt, und auf ihm zu gehen konnte ich nicht, weil ich immer Kopfweh bekam, außerdem hatte ich Angst. Jemand muss darauf gekommen sein, dass ich diese Geschichte gelesen habe und spielt mir jetzt ein Streich. Auch wenn ich mir nicht erklären kann, woher jemand, das wissen kann.

Mist, jetzt habe ich schon wieder Nasenbluten, das geht jetzt schon den ganzen Tag so. Ich glaube ich bleibe morgen zuhause. Arbeiten muss ich jetzt ja nicht mehr und eine wichtige Vorlesung steht auch nicht an. Ich werde wohl krank.


[Auf dem Papier der Seite sind mehrere eingetrocknete Blutflecken zu erkennen]


Samstag, 12.11.2011, Hallo Tagebuch,

[Von hier an bis zur letzten Aufzeichnung wird die Schrift zunehmend krakeliger]

ich habe kein Auge zugemacht. Mitten in der Nach klingelte das Handy, obwohl ich es doch auf lautlos geschaltet habe. Ich konnte auch nicht auflegen, das Display reagierte gar nicht. Dazu immer dieses Gefühl beobachtet zu werden. Das Licht brannte die ganze Nacht hindurch, das kann doch eigentlich nicht sein, ich bin doch kein kleines Kind mehr. Irgendwas stimmt nicht mit mir, ich habe mir einen Termin beim Arzt geben lassen. Gleich am Montag.

Draußen scheint die Sonne, vielleicht kann ich jetzt ja etwas schlafen.


Sonntag, 13.11.2011, Hallo Tagebuch,


höchste Zeit, dass ich zum Arzt komme. Ich habe die ganze Nacht durch Schritte gehört, über meinem Schlafzimmer, obwohl dort niemand wohnt, und dann in meiner Wohnung. Und ein Schaben an meiner Zimmertür. Das ist unmöglich, ich habe abgeschlossen. Ich habe vorhin nachgeschaut, das Schloss war abgesperrt, die Türkette und der Riegel waren eingerastet, die Fenster waren zu und ich wohne im 6. Stock. Es gibt keinen Weg wie jemand in meine Wohnung und wieder raus gekommen sein kann. Man kann Fenster nicht von außen Schließen oder Türketten von außen einlegen. Außerdem fehlt nichts, es waren also keine Einbrecher.

Janine hat mir geschrieben und mich gefragt was los ist, ich konnte sogar antworten, ich sagte es ginge mir gut. Da bin ich mir nicht so sicher, ich glaube ich werde langsam verrückt.


Montag, 14.11.2011, Hallo Tagebuch,


der Arzt hat nichts gefunden. Er meinte es wäre wohl übermäßiger Stress. Das Studium ist natürlich hart, aber so starke körperliche Reaktionen in so kurzer Zeit? Naja, irgendetwas muss es ja sein. Und die Anrufe und der große Mann tragen bestimmt auch dazu bei.

Der Doktor hat mir eine Überweisung für einen Psychiater geschrieben, aber der hat bis Neujahr keine Termine mehr frei. Wenigstens habe ich Schlaftabletten bekommen. Ich spüre schon wie sie wirken, eine Nacht voll Schlaf wird mir gut tun.


[Der nächste Eintrag findet noch am selben Tag statt, in extrem zittriger Schrift]


Oh mein Gott! Es war da! Es war bei mir im Zimmer! Es ist jetzt kurz vor Mitternacht während ich das hier schreibe.

Ich habe schlecht geschlafen und furchtbare Albträume und bin hochgeschreckt. Und da war es. Ich schreibe ES weil es unmöglich ein Mensch gewesen sein kann. Es war groß, musste sich unter meiner Zimmerdecke ducken und stand direkt über mir. Die Arme gingen fast bis zum Boden. Es ist einfach nicht möglich, dass Sehnen Knochen und Muskeln in so dünnen Gliedmaßen, einen so großen Körper stützen können. Noch dazu in so einer Körperhaltung und ich muss es wissen, ich studiere die Scheiße ja. Aber das Schlimmste, es hatte kein Gesicht! Es sah wirklich genau so aus wie auf den Zeichnungen im Internet. Ich konnte nicht lang in diese leere schauen Ich schloss die Augen, und als sich wieder öffnete war es immer noch da. Ich konnte mich auch nicht bewegen. Das ging etwa eine halbe Stunde so, dann war es plötzlich weg als ich die Augen öffnete.

Meine Nase hat wieder geblutet, meine ganze Bettdecke ist rot. Ich werde nie wieder schlafen können.


Dienstag, 15.11.2011, Hallo Tagebuch,


ich war wieder beim Arzt, er sagt mir, dass die Schlaftabletten in manchen Fällen Halluzinationen auslösen können. Und im Zusammenhang mit einer Schlafparalyse sei es durchaus möglich, dass so etwas vorkommen könne. Die Uni ist wohl doch belastender, als ich gedacht habe, und ich hätte diese blöde Geschichte nicht lesen sollen. Ich werde die Tabletten auf jeden Fall nicht weiter nehmen, lieber schlafe ich gar nicht, bevor ich solche Bilder sehe. Wenigstens weiß ich jetzt, dass es nicht echt war. Ich muss ein ziemlicher Idiot gewesen sein, aber es war so real.


Mittwoch, 16.11.2011, Hallo Tagebuch,


ich habe es wieder gesehen, draußen, am hellichten Tag. Es war nur ganz kurz zu sehen, aber es war es, kein zweifel. Es stand wieder in einer Seitengasse und starrte mich an, ohne Augen!

Dieses Gesicht! Kein Gesicht. Diesmal habe ich es ganz deutlich gesehen. Dann kam die Straßenbahn und als sie vorbei war, war es weg. Mein Gott dieses Gesicht. Ich sehe es, wenn ich die Augen schließe, es verfolgt mich. Das Wesen verfolgt mich. Ich weiß es. Ich habe keine Tabletten genommen, es kann keine Halluzination gewesen sein. Es war zwar nur ganz kurz da, aber ich weiß es einfach. Es hat mich gerufen. Fast wollte ich dort hingehen, wo es war. Ich gehe nicht mehr aus dem Haus, morgen muss ich noch mal einkaufen, aber das wars dann. Ich werde heute Nacht wieder nicht schlafen, ich habe mir mein Campingmesser neben das Bett gelegt. Soll es nur kommen.


Donnerstag, 17.11.2011, Hallo Tagebuch

[Der Tag und „Hallo Tagebuch“ sind falsch geschrieben, allgemein weisen die nächsten Einträge eine hohe Anzahl an Rechtschreibfehlern auf, die ich hier aber zum besseren Verständnis verbessert habe]

Es war wieder hier. Ich kam gerade vom Einkaufen und es stand in der Küche, es starrte mich wieder an. Mehr noch es ertastete mich, ich spürte die Berührungen in meinem Kopf auch wenn es sich selbst nicht bewegt hat. Ich habe mit Mühe die Tür zu geschlagen und das Telefon wieder eingesteckt um die Polizei zu Rufen, ich sagte, ich hätte einen Einbrecher in meiner Wohnung, was hätte ich auch sonst sagen sollen? Ich bin die ganze Zeit mit meinem Messer vor der Küchentür gestanden. Am Anfang war ein schweres Stapfen von drinnen zu hören. Langsam und heftig. Lauter als es sich mit dieser Körpermasse anhören durfte, das selbe Stampfen wie vor einigen Nächten. Als die Polizei klingelte hat es aufgehört und als die Beamten dann in meine Küche gegangen sind war sie leer. Und wieder war es Weg, einfach so, als hätte es sich in Luft aufgelöst. Die Fenster waren zu. Natürlich haben mich die Polizisten angeschaut als ob ich verrückt wäre. Sie haben mich nach einer Beschreibung gefragt und ich habe mir irgendetwas ausgedacht. Was auch sonst? Ein unnatürlich großes Wesen in einem schwarzen Anzug und ohne Gesicht? Dann hätten sie mich gleich eingeliefert. Aber dort würde es mich auch finden, es findet mich überall, ich fühle es. Hier bin ich am sichersten, hier habe ich den Heimvorteil.


Freitag, 18.11.2011, Hallo Tagebuch,


heute ist gar nichts passiert, ich bin den ganzen Tag mit meinem Messer auf dem Bett gesessen und gewartet und gewartet. Ich konnte nichts essen, ich habe nur in die Stille gelauscht. Diese Stille. Ich habe jetzt alles Lichter an und alle Türen offen. Wenn es da ist sehe ich es.

Immer wieder leuchtet das Handy auf, der Akku müsste längst leer sein. 543 entgangene Anrufe.


Samstag. 19.11.2011, Hallo Tagebuch,


heute war es wieder nicht da, aber ich weiß, dass es kommen wird. Ich habe Vorkehrungen getroffen, alle Fenster sind dicht und die Wohnungstür verbarrikadiert. Hier kommt jetzt nichts mehr rein und niemand mehr raus. Ich denke ich kann es riskieren etwas zu schlafen, ich bin so müde. So müde.


[Das war der letzte klare Eintrag, aber die Aufzeichnungen hören nicht auf. Auf den folgenden Seiten befinden sich gekritzelte Zeichnungen, von einem großen Mann mit langen Armen und Beinen und ohne Gesicht. Darum herum verteilt immer wieder die selben Wörter und Satzfetzen. „ES IST HIER“, „KEINE AUGEN“ „ES SIEHT MICHT ES FÜHLT MICH“. Besonders zu bemerken ist eine Zeichnung, in der die große Gestalt Hand in Hand mit einer kleineren steht, die kleinere Gestalt hat ein Gesicht. Es folgt ein letzter Eintrag, den ich nun so originalgetreu wie möglich wiedergeben werde.]


Dintag 29.11.vember 2011, Hallo Buch,


Der schlanke Mann [8x]

Der schlanke Mann du entkommst ihm nicht, er sieht dich auch ohne Gesicht.

Der schlanke Mann, er nimmt dich mit, er zieht dich nach mit festem Schritt.

Der schlanke Mann, er ist bei mir, er ruft mich ständig weg von hier.

Der schlanke Mann, ich geh mit ihm, er führt mich gut ich traue ihm.

Der Schlanke Mann [43x]


[Damit endet das Tagebuch (oder zumindest war nicht mehr in der Akte). Der letzte Eintrag ist mit etwas geschrieben, dass aussieht wie Blut auch wenn es komisch ist, dass es so keine anderen Bluttropfen gibt. Der Eintrag ist quer über zwei Seiten geschrieben.]


Darüber, was in der Zeit zwischen dem 19. und 29. November passiert ist, kann nur gemutmaßt werden, aber ich hoffe ihr wisst jetzt, was ich meine. Hier hören die Seltsamkeiten jedoch nicht auf. Es könnte alles das Werk eines Verrückten sein, aber es gibt noch andere Dinge in der Akte, die einen stutzig werden lassen.

Hier ein Auszug aus dem Bericht eines der Beamten, die sich nach der Vermisstmeldung mithilfe eines Schlüsseldienstes am 30. November Zugang zur Wohnung verschafft haben.


[…] Kollege Meyer und Ich betraten die Wohnung und durchsuchten sie sorgfältig. Die gesuchte Person war nicht vorzufinden, aber ich habe keine Zweifel, dass es sich um eine psychisch sehr schwer gestörte Person handelt. Vor der Tür war ein schwerer Schrank gestellt, den wir erst um schieben mussten. Alle Fenster waren bedeckt und es war dunkel.[...]


Der Zustand der Wohnung wird durch die Fotos der Spurensicherung dokumentiert. Ich kann, wie bereits erwähnt, keine Bilder Online stellen, aber ich versuche sie so gut wie möglich zu beschreiben. Es folgt die Beschreibung der zwei Bilder, die meiner Meinung nach am interessantesten sind.


*Bild 1*


Ein Bild vom Wohnungsflur. Die Lampe ist geplatzt und die Scherben liegen auf dem Boden verteilt. Teile der Tapete sind von der Wand gerissen. Zu sehen ist auch die aufgebrochene Tür mit dem umgekippten Schrank. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass der Schlüssel noch im Schloss der Wohnungstür steckt.


*Bild 2*


Ein Bild vom Schlafzimmer des Vermissten und hier wird es nun wirklich unheimlich. Die Lampe ist (wie auf jedem der zweiunddreißig Fotos) kaputt. Die Fenster sind mit den Fetzen der Tapete oder mit zerrissenen Kleidungsstücken verhängt. Auf dem Boden liegen dutzende blutige Taschentücher herum. Die Wände sind mit ähnlichen Zeichnungen bekritzelt, wie die letzten Seiten des Tagebuchs. Das Messer des Mannes liegt immer noch unberührt auf dem Nachttisch.


Alle Fenster waren ähnlich versiegelt, die Tür war verschlossen und der Schlüssel steckte. Es gibt keine Möglichkeit wie die Person die Wohnung hätte verlassen können. Der Bericht der Spurensicherung kommt zu dem gleichen Schluss.


[…]Es gibt keinerlei Hinweise auf das Verbleiben der Person. Es gibt auch keine Hinweise auf ein gewaltsames Eindringen oder Ausbrechen. Wir haben ein Foto der Person an alle Dienstellen weitergeben.[...]


Vor der Tür des Wohnkomplexes gibt es eine Überwachungskamera. Die letzten Aufnahmen von dem Vermissten wurden am 17.11.2011 gemacht. Sie zeigen die Person, wie sie mit Einkaufstüten das Gebäude betritt. Ein Verlassen der Wohnanlage wird nirgends Aufgezeichnet. Durch die Polizisten, die dem Notruf des Vermissten am selben Tag folgten, ist verbürgt, dass der Mann nach diesen Aufnahmen auch wirklich in der Wohnung war.


Die Akte enthält noch zwei weitere erwähnenswerte Dokumente. Das erste ist ein Gutachten des zuständigen Kriminalpsychologen


[…]Es ist mir in meiner langen Dienstzeit noch nie untergekommen, dass eine stabile, vormals nie auffällige Person in diesem Alter so schnell einen so raschen geistigen Verfall erlebt. Die Paranoia, die körperlichen Stressreaktionen, die Zeichnungen und das Verhalten. Es ist höchst ungewöhnlich, wenn nicht sogar unmöglich. Es muss sich um eine bisher unbekannte neurologische Krankheit handeln.[...]


Das zweite Dokument ist die Mitschrift der Befragung von Janine B., mit der sich der Verschwundene zuvor getroffen hatte.


Verhörleiter: Gut Frau B., wann haben Sie den Vermissten das letzte mal gesehen?

Frau B.: Das war am 10. ein Donnerstag glaube ich.

Verhörleiter: Ist Ihnen zu dem Zeitpunkt etwas an der Herrn *geschwärzt* aufgefallen?

Frau B.: Ja, er sah so müde aus, aber er sagte, es ginge ihm gut.

Verhörleiter: Hatten Sie vorher regelmäßig Kontakt zum Vermissten?

Frau B.: Nicht lange, er hat mich einmal zum Kaffee trinken eingeladen, er war so nett, aber

auch da hat er sich schon irgendwie seltsam verhalten. Wir hatten dann noch Kontakt

per SMS aber irgendwann hat er dann auch nicht mehr geantwortet.

Verhörleiter: Danke, Frau B., wir haben, was wir brauchen.

Frau B: Schon?

Verhörleiter: Was Sie sagen deckt sich mit den anderen Informationen, die wir haben.

Frau B: Es ist so eine furchtbare Sache. Werden Sie ihn finden?

Verhörleiter: Wir geben uns Mühe.



Zum Schluss noch eine letzte Bemerkung: Das Handy des Vermissten wurde ebenfalls sicher gestellt. Es zeigte zu diesem Zeitpunkt 1141 Anrufe in Abwesenheit an, zwölf davon waren von Janine B.. Laut einer Netzanalyse der Telekom wurden im Netzwerk nur zwölf Anrufe verzeichnet, eben jene von Frau B., der Rest hat nach Aussagen des Unternehmens nie stattgefunden. Es gab also insgesamt 1129 Anrufe, die es nicht eigentlich geben dürfte (die Anrufe, die der Verschwundene nach eigenen Angaben gelöscht hat, nicht mitgerechnet). Das Datum des letzten Eintrages des Vermissten ist der 29. 11. oder 11.29. nach der amerikanischen Datumsangabe. Das kann natürlich purer Zufall sein und ich bin mir bewusst, dass es nichts weiter ist als Spekulation, trotzdem geht mir diese Tatsache nicht mehr aus dem Kopf und ich fand, dass es notwendig war, zumindest auf sie hinzuweisen.


Die Akte war unter dem Aktenzeichen für „Ungelöst“ im Archiv gespeichert. Die Person gilt weiterhin als vermisst. Es sind auf keine weiteren Spuren oder Hinweise auf ihren Verbleib aufgetaucht.

Jetzt, wo ihr die Geschichte kennt würde mich interessieren, was ihr davon haltet. Mir ist so etwas in meiner ganzen Zeit meiner paranormalen Recherchen nie untergekommen.

Wenn ihr mehr Details aus der Akte haben wollt könnt ihr mich über PM anschreiben. Ich habe hier nur das nötigste Zusammengefasst, aber der Post ist so schon lang genug.


Ich bin gespannt auf eure Antworten,


MFG und gute Nacht.

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Ich habe mich ebenfalls bei diesem Forum angemeldet und wollte dem Autor eine PM schicken, doch sein Konto war bereits gelöscht, auch war dieser Eintrag nirgens mehr zu finden.

Zum Glück habe ich das alles noch vorher kopieren können.







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