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Das Tagebuch aus 1956

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Damals arbeitete ich als Hausmeister in einem Hotel. Das Hotel war nicht gerade das Beste. Damit meine ich, es war der blanke Horror. Die Fenster waren undicht und quietschten, die alte Blümchentapete pellte sich mitsamt des Schimmels von den Wänden. Man konnte die Türen nicht abschließen, so dass immer das Risiko bestand, dass ein Einbrecher hereinkam, das ehemals schöne Parkett war aufgequollen sodass alle Möbel mehr oder weniger schief standen.

An einem normalen Arbeitstag fand ich beim Bodenwischen ein verstaubtes Tagebuch auf dem Boden. Erst wollte ich es in den Mülleimer werfen, doch ich war zu neugierig. Als ich den Staub von dem Buch abwischte, war der Titel "Florians Tagebuch - 1956" zu erkennen. Als ich zu Hause war, öffnete ich das Tagebuch und fing sofort an zu lesen. "Mann, der Junge hat wohl viele Abenteuer erlebt!", dachte ich, als ich begann mir die Seiten einzeln durchzulesen. Die folgenden Auszüge sind die letzten aus seinem Tagebuch. Es wurde zunehmend komischer, Seite für Seite.


13.04.1956

"Liebes Tagebuch, ich weiß, du wirst es kaum glauben, aber ich habe das Gefühl, die ganze Zeit von jemandem verfolgt zu werden. Ich kann ihn nicht beschreiben, ich weiß nur, dass er groß ist.".

An der schnörkeligen Schrift und an ein paar Rechtschreibfehlern auf den vorhergehenden Seiten hatte ich schließen können dass der Besitzer des Tagebuchs, Florian, noch ein Kind gewesen sein musste. Es klang merkwürdig, irgendwie pervers, was Florian hier beschrieb. Fröstelnd blätterte ich um.

16.04.1956

Liebes Tagebuch, ich glaube, ich kriege langsam Albträume! Dieser Mann beobachtete mich sogar nachts, wenn ich schlafe! Ich habe es meinen Eltern erzählt, aber sie meinten, ich hätte eine blühende Fantasie."

Ich bekam Angst. Das ging mich nichts an. Ich sollte mich nicht in Geschichten Fremder einmischen. Florian war eine mir unbekannte Person. "Überhaupt,", dachte ich, "es wird sich hier um einen Irrtum handeln. Einen markaberen Scherz um Leute wie mir Angst zu machen, um sie von der Arbeit abzuhalten. Aber nicht mit mir!" Ich schloss das Buch und verstaute es in einem alten Geheimfach in meinem Schrank. Früher Hatte ich dort nur ein paar Magazine und wenige Bonbons aufbewahrt, doch nun hatte ich das Gefühl das Geheimfach berge endlich, nach all den Jahren, ein echtes Geheimnis. Ein Mysterium.  Dennoch beschloss ich das Tagebuch nicht weiter zu lesen.

Eines Nachts, in der der Wind besonders gegen die Fenster peitschte, um mir erneut den Schlaf zu rauben, kramte ich das Buch wieder hervor. Was sollte schon passieren. Ich schlug die Stelle auf an der ich zuletzt stehen geblieben war und las den Text um ihn mir erneut ins Gedächtnis zu rufen. Ich blätterte um. Die nächste Seite verursachte Gänsehaut auf meinen Armen. Die Schrift war verschmiert, hastig geschrieben und die Seite voller Tintenkleckse. Doch das Schriftbild war nichts gegen den Inhalt der sich mir auf der Seite darbot.

21.04.1956

"Liebes Tagebuch, es ist vorbei, er ist hier, in meinem Zimmer ! Er ist groß, hat 6 Arme und hat kein Gesicht!"

Ich konnte nicht fassen, was ich da las. Schnell schlug ich das Buch zu und legte es beiseite. Dann kramte ich meinen alten Laptop hervor, um nach den Stichworten "sechsarmiges, großes Wesen ohne Gesicht" zu suchen. Ich erwartete beinah schon, es würde kein Suchergebniss dafür geben. Doch das Internet ist groß, es gab viele Suchergebnisse. Ich ging auf eine Seite. "Slender Man, ein sechsarmiges Lebewesen ohne Gesicht, so die Legenden. Man sagt ihm nach, dass es Kindern auflauere und sie schließlich entführe. Dieses Lebewesen existiert bereits seit 9.000 Jahren vor Christus. Es lebt im Wald, meist taucht es nur in der Nacht zwischen 22 Uhr und 5 Uhr auf." Ich dachte nach. "So ein Quatsch!" versuchte ich mich zu überzeugen. "Bestimmt hat nur ein dummer Junge irgendwelche Lügen erzählt. Ein Wesen mit 6 Armen? Sowas gibt es nicht." Ich erschrak, da pltzlich das Telefon klingelte. Ein Anruf von meinem Chef. "Hey sind sie es?" "Ja klar", antwortete ich. "Sie müssen heute Nacht eine Extraschicht einlegen. Der zweite Hausmeister ist krank." "Ja klar, ich komme heute Abend." Im selben Moment fing ich an über den Slender Man nachzudenken. "So etwas gibt es nicht." versuchte ich mich zu überzeugen. Nun war ich der einzige, der im Hotel wach war. Die wenigen Gäste lagen wohl schon in ihren Betten und schliefen nichtsahnend dem sich näherenden Unheil.

Ich hörte ein Quietschgeräusch. Ich drehte mich um und sah, dass die Tür offen stand. "Oh nein! Ich muss die Polizei rufen! Ein Einbrecher!", schrien meine Gedanken mir zu. Eine Gestalt kam durch die Tür. Zuerst erkannte ich nur sechs Arme, doch ich wusste bereits dass ich kein Gesicht zu sehen bekommen würde. Es war der Slender Man. "D... Du...... existierst?" Er gab keine Antwort. Er gab mir einen Zettel, mit seiner Antwort: "Offensichtlich. Ich habe 1956 einen hilflosen Jungen getötet. Er hat nicht an mich geglaubt. Er sagte, ich sei eine Figur aus einem Märchen. Ich musste ihn vom Gegenteil überzeugen."

"Aber warum bist du zu mir gekommen? Ich... Ich weiß doch nun dass es dich gibt." Ich bekam einen neuen Zettel. "Du hast auch nicht an mich geglaubt, dafür raube ich dir dein Leben! Glaub mir, ich weiß viel mehr, als ihr Menschen wisst. Mich könnt ihr nicht töten. Ich bin viel zu mächtig!"

"Aber warum entführst du dann Kinder?" Auf dem nächsten Zettel stand: "Ich wurde von Gott erschaffen, um die Kinder glücklich zu machen. Doch da gab es diesen Fehler, dass ich kein Gesicht habe. Alle Kinder die von mir hörten, bekamen Angst. Sie gingen wochenlang nicht in die Schule, oder gar nicht aus dem Bett. Ich war dazu da, um in der Nacht die Kinder zu wecken und sie zu einem wundervollen Ort zu bringen. Damals war ich so groß wie ein Erwachsener und nicht 3 Meter wie heute. Alle hatten Angst. Deshalb wurde ich zu einer Gestalt, der Finsternis. Jetzt bist du an der Reihe!"

Nun bin ich an einem besseren Ort. Und du wirst zu mir kommen. Schau zur Tür.

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