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Es war 16 Uhr. Sonntag. Ich hatte beschlossen, eine kleine Fahrradtour zu machen. Bei mir in der Nähe gab es einen Berg. Da ich wusste, dass es dort einen Radweg geben musste, lief ich ihn, mein Fahrrad schiebend, hinauf. AN einer Seite sah ich eine kleine Einfahrt. Der Weg sah recht schlammig aus, doch da ich den Berg nicht noch weiter hinaufgehen wollte, beschloss ich diesen Weg zu nehmen. Er war voller Matsche und Steinen und führte durch einen dicht mit Bäumen und Büschen bewachsenen Wald. Ich fuhr ihn entlang, wobei ich einige Male fast hingefallen wäre.

Irgendwann sah ich rechts eine Abzweigung und ich fuhr sie entlang. Ich glaubte dort schon einmal vor einiger Zeit gewesen zu sein, aber ich war mir nicht sicher. Dann, es musste ja so kommen, fuhr ich wohl über einen alten Ast und ich rutschte mit meinem Fahrrad einen kleinen Hang hinunter. Dabei fiel ich unglücklicher Weise mit dem Knie auf einen Stein und ich spürte einen stechenden Schmerz. Ich richtete mich wieder auf. Für kurze Zeit verlor ich die Orientierung. Mittlerweile dämmerte es schon langsam und ich wollte, auch wegen meiner Verletzung, wieder schnellstens nach hause. Da ich jedoch nicht mehr den Weg fand, von dem ich gekommen war, nahm ich den erstbesten Weg, der den Berg hinunter führte. Ich stieg aufs Fahrrad und fuhr los. Es war dunkel und ich hatte kein Licht an meinem Fahrrad, da es ein Mountainbike war. Nach ca 20 Metern führte der Weg jedoch um eine Kurve und wieder den Berg hinauf. Unbewusst und immer noch mitgenommen von meinem Sturz, bemerkte ich das gar nicht. Doch dann sah ich ein paar Meter vor mir im Gebüsch ein trübes Licht. Ich dachte, dass es vielleicht ein Landstreicher oder ein Glühwürmchen war und ich fuhr etwas langsamer. Dann hörte ich einen undefinierbaren Ton. Ich zuckte zusammen, und erlitt fast einen Schock. Ich wusste zwar nicht warum, aber ich blieb stehen. Das Licht war weg. Ich zitterte am ganzen Leib und hatte Todesangst. Ich sah ich fast nichts, außer an ein paar Stellen, von der Mondschein durch die Blätter drang. Ich wollte nur noch heim, doch ich hatte mittlerweile die Orientierung komplett verloren. Ich fuhr weiter, in der Hoffnung, vielleicht doch noch den Weg zu finden. Dann hörte ich es wieder. Dieses schreckliche Geräusch. Doch dieses Mal hielt ich nicht an, sondern ich fuhr so schnell, wie ich nur konnte. Doch dann traute ich meinen Augen kaum nd ich brach fast in Tränen aus. Mir lief es eiskalt den Rücken hinunter. Etwa 50 Meter vor meinem Fahrrad rannte eine schwach leuchtende Gestalt aus einer Böschung über den Weg und verschwand in einem Gebüsch.


Ich schloss die Augen, und atmete tief durch. Ich war wie gelähmt. Ich öffnete die Augen wieder. Ich sah neben mir einen alten verwachsenen Wanderweg. Ohne Nachzudenken versuchte ich ihn langzufahren, doch es hatte keinen Sinn, ich musste das Fahrrad zurücklassen und zu Fuß weiterlaufen. Dann wieder ein Geräusch. Es klang wie ein Kratzen. Dann hörte es sich an, als ob ein Tier sich durch das Laub, was überall lag, schleppen würde. Dann wurde es ganz still. Ich lief langsam weiter. Dort lag es. Ein totes Reh lag dort auf dem Weg. Sein Bauch war aufgeschlitzt und die Gedärme lagen daneben. Dieser Anblick war zu furchtbar für mich und ich sank auf die Knie und übergab mich. Ich musste wieder weinen. Doch dann rappelte ich mich auf und rannte weiter, so schnell wie ich nur konnte. Ich kam an eine Wiese, auf der ein Haus stand. Ich musste dort hin. Vielleicht gibt es dort ein Telefon.

Vorsichtig näherte ich mich dem Gebäude. Es war groß und sah aus wie ein alter Bauernhof. Ich kam an eine große, aus Eichenholz gefertigte Tür mit Klopfer statt Klingel. Ich klopfte vorsichtig an die Tür. Keine Reaktion. Ich versuchte es erneut. Wieder nichts. Ich sah mich ein wenig um und bemerkte, dass das Fenster neben der Tür weit offen stand. Ich schaute vorsichtig hinein. Es war dunkel. Da mir momentan sowieso nichts anderes übrig blieb, stieg ich in das Haus. Dort war ein Lichtschalter, aber als ich ihn betätigte, passierte nichts. Doch dann sah ich eine Taschenlampe auf dem Esstisch liegen. Ich war wohl in der Küche gelandet. Ich griff nach ihr und hoffte, dass sie noch ging. Und - ich hatte Glück. Ein schwacher Lichtkegel erhellte die Dunkelheit zumindest ein bisschen. Ich drehte mich um und leuchtete auf das Fenster. Ein Schock durchfuhr mich. Es war zu. Warum? Ich hatte es doch offen gelassen! Ich ging vorsichtig zu ihm hin und versuchte es zu öffnen, doch es war verriegelt. Es lief mir wieder eiskalt den Rücken hinunter. An die Wand gedrückt leuchtete ich wieder in den Raum hinein und bemerkte diesmal eine Tür, die ich zuvor wohl übersehen hatte. Ich ging zu ihr und öffnete sie. Dort war ein langer Gang mit einigen Türen. Ich rüttelte an einigen davon und versuchte alle zu öffnen, doch bisher hatte ich keinen Erfolg. Aber ich musste unbedingt die Haustür finden, und hoffen, das man sie von innen öffnet konnte. Dann erreichte der Lichtkegel der Lampe die letzte Tür am Ende des Ganges und ich wollte fast schon den Mut verlieren, doch überraschenderweise ließ diese sich öffnen.


Ich leuchtete vorsichtig in das Zimmer, was jedoch trotz der Taschenlampe stockfinster blieb. Ich ging in das Zimmer, um es besser erleuchten zu können. Die Tür fiel hinter mir zu, doch das bemerkte ich nicht. Mir stockte der Atem. Überall an den Wänden hingen grässliche Bilder einer undefinierbaren, schrecklichen Kreatur. Sie grinste dämonisch und sah aus, als ob sie mich gleich anspringen würde. Ich verfiel in Panik und versuchte mich zu beruhigen, doch ich konnte meine Augen nicht mehr von den Bildern abwenden. Ich sah auf den Tisch in der Mitte des Zimmers. Dort lag ein Blatt Papier. Es sah aus, als währe es aus einem Buch gerissen worden. Ich folgte einem undefinierbaren Verlangen und steckte es schnell in die Tasche. Dann untersuchte ich den Boden bis ich eine offene Luke fand, durch die ich hinunter stieg. Dort unten war wieder ein Gang, diesmal ohne Türen. Ich rannte ihn entlang bis ich zu einer zweiten Leiter kam, die aber diesmal nach oben führte. Ich kletterte sie hinauf und fand mich vor em Haus wieder.

Ich rannte weg. Ich rannte ohne Ziel. Ich rannte um mein Leben. Doch dann stolperte ich über einen Ast auf dem Waldboden, fiel hin und stieß mir den Kopf an einem Stein. Erst am nächsten Morgen wachte ich wieder auf. Ich lag neben den Weg, den ich genommen hatte, um den Berg hinaufzukommen. Wie ich dort hingekommen war, weiß ich nicht. Ich humpelte nach Hause. Daheim, in meinem Zimmer, brach ich auf meinem Bett zusammen und schlief ein. Als ich aufwachte, war es wieder Nacht. Ich spürte einen entsetzlichen Schmerz an meinem Arm. Als ich hinsah, sah ich mehrere tiefe, lange Kratzer an meinem Arm. Ich war entsetzt. Dann sah ich den Zettel, den ich in dem Zimmer aufgesammelt hatte. Er musste mir wohl aus der Tasche gefallen sein. Ich nahm ihn, und begann zu lesen.

"Mittwoch- 18. September 1997

Ich kann seit Tagen nicht schlafen. Es hat mich in seinem Bann. Es ist irgendwo da draussen im Wald und beobachtet mich. Es wird mich holen. Ich kann nicht abhauen. Es ist zu spät. ES IST HIER. Ich werde mich umbringen."

Hier endete der Zettel. Er war hier abgerissen worden. Ich stand auf. Dann fiel mir das Foto auf, das an meiner Wand hing. Es war eines jener Fotos, die an der Wand in diesem Raum hingen.

Ich fiel hin, weinte, und lachte zugleich. Das Bild habe ich aufgehoben. Wer weiß, Ich glaube das Schlafzimmer meiner Mutter könnte ein neues Bild gebrauchen.

Smiledog

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