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Es fällt dir so schwer, sie anzusehen, aber dein Blick wird von den Zügen ihres Körpers geleitet. Die etwas zu breiten Schultern. Die zarte Taille, von dem weißen Kleid umhüllt. Dürre Beine. Du bist wie erstarrt, kannst dich nicht bewegen und Tränen fließen deine Wangen herunter. Dein Blick verharrt in ihrem Gesicht. Dunkles Haar, welches ihre mittlerweile sichtbaren Wangenknochen umspielt. Bleiche, schon fast weiße, perfekt ebenmäßige Haut. Bläulich-graue Lippen und dunkle Ringe unter den Augen. Ihre Schminke ist in langen Striemen ihre Wangen heruntergelaufen. Zittrig, mit zwei Fingern fährst du ihre Gesichtszüge nach. Sie wendet ihren Blick nach unten und das Messer in ihrer einen Hand schneidet tief in ihr Handgelenk. Deine Hand greift nach dem Messer. Wie von selbst. Du siehst ihr Blut ihre Hand herunterfließen und mit weit aufgerissenen Augen starrst du sie an. Ihr Kopf neigt sich wieder nach oben und als du sie ansiehst, erstarrst du wieder. Bist unfähig, dich zu bewegen, denn ihr Gesicht ist verschwunden.

Die Szene ändert sich. Du stehst vor ihr auf dem Friedhof. Du wischst dir mit einer Hand deine Tränen weg und starrst sie an. Ohne Worte nimmt ihre Hand die deine und sie läuft. Zieht dich hinter sich her, die Bäume wehen an euch vorbei. Plötzlich bleibt sie stehen. Du findest dich vor einem Grab wieder, es läuft dir eiskalt den Rücken herunter. Wieder musst du sie anstarren. Wie gebannt, als würde dich etwas dazu zwingen, fährst du langsam mit den Fingerspitzen die Umrisse ihres Kopfes und der Schulter nach. Ihr Gesicht ist noch immer verschwunden. Sie dreht sich um und kniet sich vor das Grab. Die Sekunden kommen dir vor wie Ewigkeiten. Ein Schauer. Gänsehaut. Sie stellt Blumen vor den Grabstein. Eine schwarze Rose. Du fällst neben ihr auf die Knie und deine Finger berühren die Blüten. Augenblicklich welken sie. Dein Blick wendet sich wieder ihr zu. Dir kommen die Tränen. Du starrst deine Hände an, sie sind rot, voller Blut. Dein Blick wandert zum Boden. Die Erde ist nass. Unter Qualen wandert dein Blick weiter zu ihrem Arm. Ein zweiter Schnitt. Du starrst sie an und  legst deine blutige Hand an ihre Wange. Streichst ihr mit dem Daumen dort entlang, wo eigentlich ihre Lippen sein sollten. "Was ist mit deinem Gesicht passiert..? Es ist weg..", murmelst du zittrig und ihr Kopf legt sich schief. "Deines doch auch..", haucht sie dir kaum hörbar entgegen und sie verschwindet. Löst sich in Luft auf. Du schreist unter Tränen auf, dein Blick wandert zum Grabstein und du kannst dich plötzlich nicht mehr bewegen. Bist wie erstarrt und kannst deine Augen nicht mehr abwenden. In großen Buchstaben ist dort ihr Name eingemeißelt, über dem Satz 'Ein Schnitt kann so viel bedeuten.." Und in diesem Moment wusstest du, dass sie, dieses Mädchen ohne Gesicht, die Seele war.

- entstanden aus einem Alptraum

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